Friedrich Merz eröffnet ILA
"Wir denken Luftverkehr, Industrie und militärische Luftfahrt zusammen"

| Redaktion 
| 10.06.2026

Mit einer neuen Luftfahrtstrategie und milliardenschweren Zukunftsprojekten im Rücken will die Bundesregierung die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken. Zur ILA-Eröffnung in Berlin kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz Entlastungen für die Branche an und betonte die wachsende Bedeutung der Industrie für wirtschaftliche Stärke, technologische Souveränität und europäische Sicherheit.

Mitunter wird Friedrich Merz zur Last gelegt, Themen eher sachlich als leidenschaftlich zu behandeln. Zumindest bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin konnte man diesen Vorwurf im Vorfeld schlecht geltend machen, schließlich ist der Bundeskanzler seit Jahrzehnten begeisterter Privatpilot – die Luftfahrt gehört also zu den Politikfeldern, zu denen er auch persönlich einen direkten Bezug hat.

Am Mittwochnachmittag hat Friedrich Merz die diesjährige ILA offiziell eröffnet und in seiner dazugehörigen Rede die strategische Bedeutung der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie hervorgehoben.

Sie sei eine Schlüsselbranche für Wachstum, Innovation und nationale Souveränität, die neben wirtschaftlicher Stärke und technologischem Fortschritt auch einen wichtigen Beitrag zur deutschen und europäischen Verteidigungsfähigkeit bietet.

Begleitet wurde der Auftritt von der Verabschiedung einer neuen Luftfahrtstrategie der Bundesregierung, deren Ziel es ist, "die Weichen zu stellen, damit Deutschland gemeinsam mit den europäischen Partnern auch in den kommenden 15 Jahren als führende Luftfahrtnation dauerhaft erfolgreich wird und bleibt."

Um Flugverbindungen, Investitionen und Wertschöpfung in Deutschland zu halten, seien international konkurrenzfähige Kostenstrukturen und eine Stärkung des Standorts erforderlich. Zu diesem Zweck erfolge etwa die bereits im Mai verkündete Rücknahme der letzten Luftverkehrssteuererhöhung; darüber hinaus stellte Merz eine niedrigere Flugsicherungsgebühr in Aussicht.

Ferner sollen die Flugsicherungskosten für die deutschen Regionalflughäfen vom Bund übernommen werden – ein Paket, das laut Regierung eine Erleichterung von insgesamt etwa einer halben Milliarde Euro für den deutschen Luftverkehr bedeuten würde.

Darüber hinaus rückt die Bundesregierung die Stabilität von Lieferketten und die strategische Bedeutung der Luft- und Raumfahrtindustrie stärker in den Fokus. Angesichts geopolitischer Spannungen und wachsender Anforderungen an die europäische Verteidigungsfähigkeit zeigt sich: Jenseits bloßer Wirtschaft betrachtet Berlin die Branche zunehmend als Teil der technologischen und industriellen Souveränität Deutschlands und Europas.

In diesem Zusammenhang bekräftigte Merz auch seine Unterstützung für das Future Combat Air System (FCAS), eines der größten europäischen Rüstungsprojekte. FCAS wird häufig als Nachfolger heutiger Kampfflugzeuge wie des Eurofighters oder der Rafale bezeichnet, geht jedoch deutlich darüber hinaus.

Im Zentrum steht ein neues bemanntes Kampfflugzeug, das mit Drohnen, Satelliten, Sensoren und digitalen Kommunikationsnetzwerken verbunden wird. Dadurch sollen sämtliche Informationen eines Einsatzraums in Echtzeit für die beteiligten Einheiten zusammengeführt werden, um ihnen mehr Koordinationsmöglichkeiten und schnellere Reaktionszeiten zu ermöglichen.

Der Kanzler bezeichnet das Projekt als "europäisches System der Systeme" und sieht darin "neue Chancen für moderne Kampfflugzeuge, die unsere gemeinsame Sicherheit wirklich stärken". Umgesetzt wird das FCAS in Zusammenarbeit mit Frankreich und Spanien.

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