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Tesla Grünheide: Mehr Gewinn, mehr Jobs und eigene Batteriezellen

Tesla investiert rund 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau der Gigafactory Grünheide bei Berlin. Trotz eines leichten Umsatz- und Produktionsrückgangs im Geschäftsjahr 2025 steigerte der E-Auto-Pionier seinen Gewinn auf 77,1 Millionen Euro. Ab 2027 plant Tesla in Brandenburg die eigene Fertigung von 4680-Batteriezellen. Damit setzt der US-Konzern auf vertikale Integration und Unabhängigkeit von China – ein strategischer Gegentrend zur kriselnden europäischen Automobilindustrie.

Die Tesla Manufacturing Brandenburg SE erzielte 2025 einen Jahresüberschuss von 77,1 Millionen Euro und damit rund 20 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Der Umsatz sank dagegen von 7,7 auf 7,1 Milliarden Euro. Die Produktion verringerte sich auf 202.000 Fahrzeuge, die Kapazitätsauslastung lag bei 54 Prozent, berichtet die dpa.

Tesla führt den Rückgang auf die Umrüstung der Fertigung für neue Varianten des Model Y und Exportmodelle zurück.

Mehr als eine Milliarde Euro für Batteriezellen

Für 2026 plant Tesla eine deutliche Produktionssteigerung auf bis zu 375.000 Fahrzeuge jährlich. Im Zuge des Ausbaus sollen rund 3.500 neue Arbeitsplätze entstehen. Das langfristige Ziel von einer Million Fahrzeugen pro Jahr bleibt vorerst offen.

Kern des Ausbaus ist die Batteriezellfertigung. Nach einer ersten Investition von 900 Millionen Euro fließen weitere 200 Millionen Euro in das Projekt. Ab 2027 sollen in Grünheide 4680-Rundzellen produziert werden. Rund 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen allein in diesem Bereich.

Damit will der Autobauer künftig möglichst die gesamte Wertschöpfung – von der Batteriezelle bis zum fertigen Fahrzeug – an einem Standort bündeln.

Gegenüber dem manager magazin erklärt das Unternehmen:

"Für uns ist das jedoch eine strategische Entscheidung: Wir machen uns damit resilienter, bauen Fertigungstiefe und Know-how am Standort weiter aus – und es passt zu unseren Wachstumsplänen."

Geplant ist zunächst eine Kapazität von 18 Gigawattstunden pro Jahr. Das reicht für etwa 225.000 bis 300.000 Fahrzeuge und damit noch nicht für die angestrebte Produktionsmenge. Tesla bleibt daher auf Batteriezellen aus Texas sowie von Zulieferern wie BYD, CATL, LG Energy Solution und Panasonic angewiesen.

Tesla setzt auf einen anderen Kurs als die Konkurrenz

Während Northvolt scheiterte, Porsche seine Batterietochter Cellforce aufgab und ACC den Bau eines Zellwerks stoppte, investiert Tesla weiter. Das Unternehmen setzt auf vertikale Integration und will Know-how sowie Lieferketten im eigenen Konzern halten. Stefan Wolf, Geschäftsführer des Batterieverbunds KLiB, sieht darin gegenüber dem manager magazin einen Vorteil: "Die erste Batterieproduktionslinie baut man, um Fehler zu machen, die zweite, um zu lernen, und die dritte, um zu verdienen"

Kosten bleiben die größte Herausforderung

Batteriezellen lassen sich in China weiterhin günstiger produzieren als in Europa. Tesla hält den Aufbau dennoch für sinnvoll, um unabhängiger von Lieferanten, Handelskonflikten und möglichen Exportbeschränkungen zu werden.

Auch die neue deutsche Kaufprämie für Elektroautos dürfte die Nachfrage stützen. Gleichzeitig verweist Tesla auf geopolitische Risiken und mögliche Störungen der Lieferketten als größte Unsicherheitsfaktoren.

 

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