Arken Labs
Kann Philipp Pausder die deutsche Antwort auf Palantir liefern?

| Redaktion 
| 16.07.2026

Während Palantir in Europa wegen seiner Nähe zu Sicherheitsbehörden und Datenschutzfragen umstritten bleibt, will Philipp Pausder offenbar eine eigene Datenanalyse-Plattform etablieren: Mit Arken Labs fasst der ehemalige Thermondo-CEO zunächst öffentliche Auftraggeber ins Auge und macht sich zur Mission, die Planung und Wartung kritischer Infrastruktur zu verbessern.

In jüngerer Vergangenheit hat es Palantir eher schwer in Europa: Das von Axel-Springer-Awardträger Peter Thiel mitgegründete US-Unternehmen steht mit seiner KI-fokussierten Software für Datenanalyse zwischen technologischem Anspruch und politischem Misstrauen.

Während Behörden und Unternehmen die Möglichkeiten der Plattform zur Auswertung großer Datenmengen im Kern durchaus zu schätzen wissen, sorgen die Nähe zu US-Sicherheitsbehörden, Datenschutzbedenken und Fragen nach digitaler Souveränität für wachsende Zurückhaltung.

Insbesondere auf dem Alten Kontinent, wo strengere Datenschutzregeln und eine kritischere Haltung gegenüber Überwachungstechnologien vorherrschen, regt sich Widerstand.

Vor diesem Hintergrund sind europäische Anbieter und politische Initiativen darum bemüht, eigene Daten- und KI-Infrastrukturen aufzubauen, um Abhängigkeiten von US-Konzernen zu reduzieren – und offenbar strebt Philipp Pausder mit einem "deutschen Palantir" derzeit den großen Wurf an.

Vom Court ins Unternehmertum

Ein Vorgang, der ihm grundsätzlich vertraut ist: Der heute 50-jährige war einst auf hohem Niveau als Basketballer aktiv und spielte sowohl in der 2. Bundesliga hierzulande als auch in den USA.

Nach dem sportlichen Karriereende absolvierte Pausder einen MBA in Finance und einen MA in Business and Mass Communication, ehe er unter anderem im Marketing für adidas arbeitete und schließlich gründete – zunächst Clean Venture, eine Beratung für Transaktionen rund um dezentrale Energieversorgung.

2012 wiederum rief er Thermondo ins Leben. Aus einer Vermittlungsplattform für Heizungen und Handwerker erwuchs ein Unternehmen, das eigene Installationsstrukturen aufbaute und zu den bekanntesten deutschen Climate-Tech-Startups zählt. Vor fünf Jahren wurde Thermondo mehrheitlich ans Private-Equity-Unternehmen Brookfield verkauft; Pausder blieb bis 2024 CEO.

Neues Unternehmen soll "Infrastruktur westlicher Demokratien signifikant verbessern"

Und nun das "deutsche Palantir"? Zumindest berichtet das manager magazin, dass Philipp Pausder nach einem KKR-Zwischenspiel mit seiner neuen Firma Arken Labs erneut unter die Gründer geht und sich dabei am polarisierenden US-Vorbild orientiert.

"Wir wollen die Investitionseffizienz in Infrastruktur westlicher Demokratien signifikant verbessern", hat Pausder der Publikation demnach zu seinem Vorhaben verraten.

Verena und Philipp Pausder beim Bold Woman Award by Veuve Clicquot in der Französischen Botschaft in Berlin am 04. Oktober 2022 (Bild: Brauer Photos)
Verena und Philipp Pausder beim Bold Woman Award by Veuve Clicquot in der Französischen Botschaft in Berlin am 04. Oktober 2022 (Bild: Brauer Photos)

Dementsprechend ist von einem "Analysetool für Infrastrukturdaten" die Rede, das Arken Labs dieser Tage entwickelt. Beispielhaft wird ein datenbasiertes Frühwarnsystem für einstürzende Brücken genannt, das sich später auf andere Bereiche, von der Straße bis zum Hochbau, übertragen lässt.

Als Kundschaft werden zunächst öffentliche Stellen anvisiert: Unter Berufung auf Insider heißt es so etwa, dass die Autobahn GmbH (zuständig für unser Autobahn- und Fernstraßennetz) bereits grundsätzliches Interesse an dem Tool bekundet haben soll.

Palantir-Vergleich "etwas weit hergeholt"?

Andererseits wird ein "bekannter Szenekopf" vom manager magazin zitiert, der den Palantir-Vergleich für "etwas weit hergeholt" hält und den konkreten Mehrwert des Vorhabens infrage stellt – um eine bald einstürzende Brücke zu identifizieren, brauche es schlicht keine Software.

Bei Arken Labs ist insbesondere Sami Fahed dafür zuständig, Menschen vom Gegenteil zu überzeugen. Der 40-jährige ist Philipp Pausder als ehemaliger Technikchef von Thermondo bestens vertraut; unter neuer Flagge setzt sich ihre Zusammenarbeit künftig also fort. Als Mitgründer neben Pausder ist Tim Winter an Bord.

Zusätzlicher Pluspunkt für das Team, der auch im manager magazin Erwähnung findet, ist die Ehefrau des Mitgründers: Als Chefin des Startup-Verbands ist Verena Pausder (außerdem Mitgründerin des FC Viktoria Berlin) unternehmerisch wie auch politisch hervorragend vernetzt.

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