Deutsche Ikonen
Rabenwirt etabliert neues Kulturformat mit Meissen im Isartal

| Redaktion 
| 02.07.2026

Mit einer außergewöhnlichen Verbindung aus Porzellankunst, Sterneküche, klassischer Musik und gesellschaftlichem Dialog hat der "Rabenwirt" in Pullach ein neues Kulturformat gestartet. Rund 90 geladene Gäste aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erlebten einen Abend, der traditionelles Handwerk, Kulinarik und kulturellen Austausch miteinander verband. Im Mittelpunkt stand die traditionsreiche Porzellanmanufaktur Meissen. Zugleich setzte der historische Gasthof damit ein Zeichen für seine künftige Rolle als Kulturort im Münchner Süden.

Der Kulturabend fand am 1. Juli auf der Terrasse des "Rabenwirt" mit Blick über das Isartal statt. Gastgeberin Sibylla Abenteuer entwickelte die Idee für das Format bereits im Jahr 2018. Ihr Ziel war es, Meissener Porzellankunst außerhalb klassischer Ausstellungsräume in einen kulturellen Gesamtkontext aus Kulinarik, Musik und Begegnung einzubetten. Gleichzeitig soll das neue Veranstaltungsformat den "Rabenwirt" langfristig als Plattform für den Austausch zwischen Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft etablieren.

Historischer Ort wird zur Bühne europäischer Tischkultur

Im Mittelpunkt des Abends stand eine aufwendig inszenierte Meissen-Tafel mit wertvollen Porzellanen, ikonischen Figuren und ausgewählten Designobjekten, die eigens aus Sachsen nach Bayern transportiert wurden. Der logistische Aufwand für Transport, Vorbereitung und Präsentation der empfindlichen Exponate erstreckte sich über mehrere Wochen und unterstrich den Ausnahmecharakter des Projekts.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt eine Marilyn-Büste, die in Zusammenarbeit mit Künstler Michael Moebius entstand. Von ihr existieren weltweit lediglich zehn Exemplare, wobei jedes durch seine individuelle Staffage ein Unikat ist.

Für die florale Gestaltung zeichnete der mehrfach ausgezeichnete Florist Tobias Niefenecker (Florali) verantwortlich. Drei unterschiedlich inszenierte Tafeln – inspiriert von Capri mit gelben Blüten und Zitronen, in kräftigen Bordeaux-Tönen sowie mediterranem Türkis – bildeten den Rahmen für historische Figuren der Manufaktur und europäische Tafelkultur.

Der Abend knüpfte zugleich an die Geschichte des Hauses an. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der "Rabenwirt" zu einem Treffpunkt der Münchner Bohème und zu einem Ort des kulturellen Austauschs. An diese Tradition soll das neue Veranstaltungsformat bewusst anknüpfen.

Sterneküche, Musik und kultureller Dialog

Kulinarisch gestaltete Sternekoch Felix Adebahr den Abend mit einem exklusiven Drei-Gänge-Menü. Serviert wurde auf dem aktuellen Schwanenservice der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen. Dessen Gestaltung geht auf das berühmte historische Schwanenservice zurück, das ab 1737 unter Leitung des Meissener Modelleurs Johann Joachim Kaendler für Heinrich Graf von Brühl entstand. Mit ursprünglich mehr als 2.200 Einzelteilen zählt es bis heute zu den bedeutendsten barocken Tafelservice-Ensembles Europas.

Auf der Menüfolge standen Lachstartar mit Granatapfel und Dill, Rinderfilet mit Meerrettich, Bohnen und Lachskaviar sowie Kaiserschmarrn mit Rumrosinen und Aprikosen.

Den musikalischen Rahmen gestaltete Pianist Dmitry Mayboroda auf einem eigens von Steinway & Sons bereitgestellten Konzertflügel. Auf dem Programm standen unter anderem Werke von Camille Saint-Saëns, Sergej Rachmaninow, Franz Schubert und Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Den Abschluss bildete das Gesangsensemble Nostalphoniker, das vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus und Zugaberufen gefeiert wurde.

Im Kulturtalk diskutierten Tassilo Spieler von Meissen und Journalistin Katja Kraft über Esskultur, handwerkliche Traditionen und den Wandel der europäischen Tafelkultur.

"Deutsche Ikonen" verbindet Kultur, Kulinarik und Charity

Ein weiterer Höhepunkt war die Charity-Auktion zugunsten der Stiftung Semperoper Dresden. Versteigert wurden ein Meissener Schwanenservice für zwei Personen mit neu interpretierten Elementen sowie zwei Eintrittskarten für eine Vorstellung in der Semperoper Dresden. Unternehmer Albert Eibl erhielt den Zuschlag. Der Erlös von 3.000 Euro kommt der kulturellen Arbeit der Stiftung zugute.

Vor Ort war auch Birgitt Nilsson, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Semperoper. Sie informierte die Gäste über die Arbeit der Stiftung zum Erhalt der Semperoper Dresden, die neben Meissen als weitere deutsche Kulturikone im Mittelpunkt des Abends stand.

Gastgeberin Sibylla Abenteuer sagte: "Unser Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem Kulinarik, Handwerk, Kultur und Gastlichkeit auf besondere Weise miteinander in Dialog treten und Deutsche Ikonen einen Raum zu bieten. Die große Resonanz des Abends zeigt, wie stark das Bedürfnis nach echten kulturellen Begegnungen ist und was für ein außergewöhnliches Fest es war."

Mit der Wiederbelebung des historischen Blauen Saals und dem neuen Kulturformat setzt der "Rabenwirt" auf eine langfristige Verbindung von Kultur, Kulinarik und gesellschaftlichem Austausch. Weitere Veranstaltungen dieser Art sind bereits geplant und sollen den historischen Ort dauerhaft als Bühne für interdisziplinäre Begegnungen etablieren.

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