Virginia Woolf’s Night and Day
Elyas M’Barek stellt Literaturverfilmung beim Filmfest München vor

| Redaktion 
| 01.07.2026

Bürgerliche Sicherheit oder risikoreiche Selbstbestimmung? Eine Frage, mit der sich auch die Hauptfigur aus dem klassischen Virginia-Woolf-Roman "Nacht und Tag" konfrontiert sieht. In einer britisch-deutschen Koproduktion wird das 107 Jahre alte Buch nun auf die Kinoleinwand gebracht – hierzulande erstmals beim Filmfest München, wo die Hauptdarsteller Haley Bennett und Elyas M'Barek den Roten Teppich beehrten.

Virginia Woolf lebte zwischen 1882 und 1941 und gilt heute als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der literarischen Moderne. Als Mitglied des sogenannten Bloomsbury-Kreises prägte sie die englische Literatur mit heute selbstverständlichen Erzähltechniken wie dem "stream of consciousness".

Zu ihren bekanntesten Romanen zählen "Mrs Dalloway", "To the Lighthouse" oder "Orlando", die allesamt in Woolfs produktivster Schaffensphase in den späteren 1920ern erschienen sind. Seinerzeit etwas weniger Aufmerksamkeit genoss ihr Roman "Night and Day" von 1919, der in der Nachbetrachtung jedoch als wichtiges Bindeglied zwischen Woolfs Frühphase und ihrem späteren Werk betrachtet wird.

Außerdem kommt das Buch stolze 107 Jahre später wieder ins Gespräch, schließlich feierte die britisch-deutsche Kinoadaption mit Haley Bennett und Elyas M'Barek im Rahmen des 43. Filmfests München ihre Premiere hierzulande.

Ehe oder Astronomie?

Während in den Bavaria Studios gefeiert wurde, präsentierten die Hauptdarsteller ihren neuen Streifen im HFF Kino von München. Ähnlich der Vorlage steht in "Virginia Woolf’s Night and Day" die von Bennett verkörperte Katharine Hilbery im Mittelpunkt der Handlung.

Diese versetzt Zuschauer ins London von 1910 und zeigt Katharine als junge Frau mit einer Leidenschaft für Astronomie. Während ihre Familie von ihr erwartet, eine standesgemäße Ehe einzugehen, möchte sie wissenschaftlich arbeiten und ein selbstbestimmtes Leben führen. Verkompliziert werden die Zustände, als sie auf den Intellektuellen Ralph Denham (M’Barek) trifft…

Bei der Deutschlandpremiere am Dienstag erschienen die beiden Akteure in stilvollem Schwarz, wobei Haley Bennett silberne Akzente setzte und Elyas M’Barek durch eine Strickmütze für eine abwechslungsreiche Note sorgte.

Gedreht wurde "Virginia Woolf’s Night and Day" original auf Englisch, allerdings hat sich der „Fack Ju Göthe“-Star für die deutsche Synchronisation seiner Figur selbst in die Sprecherkabine begeben. Der Film nimmt im Wettbewerb CineCoPro teil.

Außerhalb des noch bis Sonntag laufenden Filmfest München wird der 95-minütige, von Regisseurin Tina Gharavi verantwortete Streifen bundesweit ab Donnerstag, 09. Juli im Kino zu sehen sein.

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