Geheimtipp auf Folegandros
Der Werbe-Guru, der den Luxus-Tourismus neu erfindet: Warum alle auf dieses Hotel fliegen

Während die griechischen Klassiker wie Mykonos und Santorin zunehmend mit den Herausforderungen des Massentourismus kämpfen, positioniert sich das 2024 eröffnete Luxushotel Gundari auf der Insel Folegandros als Vorzeigemodell für die Zukunft des High-End-Tourismus. Das Besondere: Hinter dem prämierten Resort steckt kein klassischer Hotelier, sondern ein australischer Marketing-Vordenker.

Folegandros ist so etwas wie ungezähmte Kontrastprogramm zu Santorin. Wer auf die Insel möchte, merkt schnell, dass Exklusivität hier schon bei der Anreise beginnt. Die Insel im südlichen Teil der Kykladen besitzt keinen eigenen Flughafen. Reisende landen im geschäftigen Santorin und setzen per Fähre oder privatem Bootstransfer über. Belohnt wird man mit einer nahezu unberührten Natur: Wilde Klippen, holprige Straßen und eine raue Ästhetik haben der Insel historisch den Namen "felsiges Land" eingebracht.

In diese ungezähmte Topographie schmiegt sich das Gundari. Ein spektakuläres Boutique-Hotel direkt an der Steilküste.

Vom Werbe-Guru zum preisgekrönten Hotel-Entwickler

Dass das Gundari bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung internationale Design-Preise abräumte und Spitzenplätze auf den weltweiten Hot Lists der Reisemedien belegte, ist auch strategisch bemerkenswert. Gründer Ricardo Larriera ist Quereinsteiger. Seine Wurzeln liegen in der australischen Werbebranche, nicht in der Hotellerie – ein Umstand, der dem Resort einen erfrischend unkonventionellen und zielgruppengenauen Schliff verleiht.

Architektonisch verschmilzt das Hotel durch seine Erdtöne optisch vollständig mit den Klippen. Jede der 25 Suiten verfügt über einen privaten Infinity-Pool mit Blick auf die Ägäis. Für Reisende, die das Besondere suchen, bietet das Resort zudem unterirdische Cave Suites. Diese nutzen ein hochentwickeltes bioklimatisches Design: Sie kühlen im heißen griechischen Sommer autark herunter und speichern im Winter die Wärme – ein Statement in Zeiten, in denen nachhaltige ESG-Kriterien (Environmental, Social, and Governance) auch im Luxustourismus zum entscheidenden Buchungskriterium werden.

Kulinarik auf Michelin-Niveau und australische Brunch-Kultur

Auch beim kulinarischen Konzept setzt das Hotel auf Exzellenz und Regionalität. Für das hoteleigene Restaurant Orizon konnte der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Spitzenkoch Lefteris Lazarou gewonnen werden. Die Zutaten stammen zu einem Großteil direkt aus dem organischen Gemüsegarten des Resorts.

Gleichzeitig verleugnet das Projekt nicht die Herkunft seines Gründers: Die Frühstückskarte kombiniert traditionelle griechische Gerichte mit der in Australien perfektionierten Brunch-Kultur rund um Superfoods und perfekt abgestimmte Kaffeespezialitäten. Ein Spa, das geschützt in den Klippen liegt und neben klassischen Massagen auch moderne Wellness-Trends wie Klangbäder und geführte Meditationen anbietet, rundet das Angebot ab.

Die Zukunft des Slow Travel

Für Branchenkenner ist das Gundari ein Paradebeispiel für den Trend des „Slow Travel“ im Premium-Segment. Gründer Larriera plant bereits die nächsten Expansionsphasen auf der Insel. Folegandros selbst bleibt dabei Hauptargument für eine Reise: Die kleine, überschaubare Insel lässt sich leicht erkunden – sei es bei einem Lunch in traditionellen Klippen-Restaurants wie dem Pasithea mit Blick auf die Bucht von Agali, oder bei einem Spaziergang durch die historische Inselhauptstadt Chora.

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