Tijen Onaran, Patricia Platiel und Andreas Wolf
Made in Germany: Zukunft des Qualitätslabels im Fokus des Vision Circle

Das Traditionslabel "Made in Germany“ steht seit Jahrzehnten für Qualität und Ingenieurskunst. Doch im globalen Wettbewerb wächst der Druck auf deutsche Marken und Unternehmen, das Herkunftssiegel neu zu interpretieren. Beim zweiten Vision Circle diskutierten Vertreter:innen aus Wirtschaft, Medien und Politik über die Zukunft des Labels, seine Bedeutung für Innovation sowie die Frage, wie Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit langfristig gesichert werden können.

Die Diskussion über die Zukunft des Herkunftssiegels "Made in Germany“ gewinnt angesichts globaler Wettbewerbsdynamiken und struktureller Veränderungen in der Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. Beim Vision Circle #2 trafen sich am 12. März 2026 mehr als 70 Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft im Groundlift Studio in der historischen Brauerei Stegen, um über Perspektiven und Herausforderungen des traditionsreichen Labels zu sprechen.

Vision Circle als Plattform für strategischen Austausch

Gastgeberin Sinja Grimme, Gründerin und CEO von FARBE BLAU Creative Communication, eröffnete die Veranstaltung, die als Dialogformat für zentrale Zukunftsfragen konzipiert ist. Im Mittelpunkt stand eine moderierte Paneldiskussion zur Rolle von "Made in Germany" in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft.

Unter der Moderation von Patricia Platiel, Mitglied der Chefredaktion von BILD und Ressortleiterin Wirtschaft, diskutierten neben Grimme auch Peter Gross (CEO Designplus), Tijen Onaran (Unternehmerin und Investorin), Alexander Range (Studioleiter RTL News Süd), Sven Wedig (CEO Vollpension Medien) sowie Andreas Wolf (Managing Director BBG Innolabs der BABOR Beauty Group).

Neue Erwartungen an deutsche Marken

Im Zentrum der Debatte standen Fragen nach Innovationskraft, internationaler Wettbewerbsfähigkeit und der gesellschaftlichen Bedeutung des Herkunftslabels. Mehrere Panelteilnehmer:innen betonten, dass wirtschaftliche Stärke allein nicht ausreiche, um die Strahlkraft von "Made in Germany“ dauerhaft zu sichern.

"Deutschland ist eine Wirtschaftskraft. Wir brauchen echtes Machertum – mit Motivation hat jeder eine Aufstiegschance", sagte Tijen Onaran. Auch Alexander Range warnte vor struktureller Trägheit: "Wir schaffen uns selbst ab, wenn wir nicht in die Gänge kommen."

Mehr Dynamik für ein traditionsreiches Label

Neben technologischer Innovationskraft wurde auch die kommunikative Dimension des Labels thematisiert. Sinja Grimme sieht vor allem im Storytelling eine Chance, das Qualitätsversprechen für neue Zielgruppen verständlich zu machen. "Wir müssen ‘Made in Germany’ emotionalisieren und durch Storytelling neu aufladen – vor allem für die junge Generation."

Auch Andreas Wolf plädierte für ein erweitertes Verständnis des Labels. Neben Qualität müssten künftig verstärkt Faktoren wie Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit eine Rolle spielen. "Qualität allein reicht nicht mehr. Agilität, Schnelligkeit und Dynamik müssen Teil des neuen Selbstverständnisses werden.“

Zum Abschluss betonte Moderatorin Patricia Platiel die Bedeutung politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Der internationale Wettbewerb verlange neue Ansätze, um den Ruf deutscher Produkte langfristig zu sichern.

Der Vision Circle soll auch künftig als Plattform für branchenübergreifenden Austausch dienen. Die nächste Ausgabe des Formats ist bereits für Herbst 2026 geplant.

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