logistischer Meilenstein
Hermes liefert in 80 deutschen Innenstädten emissionsfrei aus

Hamburg komplett, Berlin im S-Bahn-Ring: Der Paket-Riese Hermes forciert den Abschied vom Diesel. Mit fast 2000 E-Fahrzeugen und Lastenrädern will das Unternehmen beweisen, dass die letzte Meile ohne Abgase funktioniert – doch die wahre Belastungsprobe wartet auf dem Land.

Der Paketdienst Hermes stellt inzwischen in mehr als 80 deutschen Innenstädten Pakete ohne lokale CO₂-Emissionen zu. Dazu setzt das Unternehmen vor allem auf elektrische Transporter und Lastenräder. Darunter auch alle 16 Landeshauptstädte, wie Hermes in einer Aussendung bekannt gibt.

In einigen Städten geht Hermes noch einen Schritt weiter: In Hamburg, München und Hannover erfolgt die Zustellung mittlerweile im gesamten Stadtgebiet elektrisch. In Berlin werden zumindest die Bereiche innerhalb des inneren S-Bahn-Rings emissionsfrei beliefert.

Für Hermes ist das ein wichtiger Zwischenschritt bei der Umstellung seiner Zustellflotte. Das Unternehmen plant, bis spätestens Ende des Geschäftsjahres 2031 rund 85 Prozent seiner Fahrzeuge auf Elektroantrieb umzustellen.

Elektrische Zustellung vor allem in dicht besiedelten Städten

Bei der Auswahl der Städte konzentrierte sich Hermes zunächst auf die größten urbanen Zentren Deutschlands. Neben den 50 einwohnerstärksten Städten wurden weitere Ballungsräume berücksichtigt, in denen kurze Zustellstrecken, geeignete Infrastruktur und hohe Bevölkerungsdichte die Elektrifizierung erleichtern.

Innerhalb der Städte wurden vor allem innenstadtnahe Postleitzahlengebiete umgestellt. Dort fahren Hermes-Zusteller Pakete mit E-Transportern oder Lastenrädern zu Haustüren und Paketshops.

Gerade in dicht bebauten Städten spielen Lastenräder eine wachsende Rolle. In Berlin sind derzeit rund 50 solcher Räder im Einsatz. Auch in Städten wie Leipzig, Frankfurt am Main oder Mannheim gehören sie inzwischen zur Zustellflotte.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Um den Betrieb der elektrischen Fahrzeuge zu ermöglichen, investiert Hermes auch in Ladeinfrastruktur. An mehreren Logistikstandorten entstanden eigene Ladepunkte, die mit Ökostrom betrieben werden.

Ein größeres Beispiel ist ein Ladezentrum am Logistikstandort Langenhagen bei Hannover, das 2025 in Betrieb genommen wurde. Dort können neben E-Transportern auch elektrische Lkw geladen werden. Die Ladeleistung wird automatisch verteilt, je nachdem welche Fahrzeuge gerade Energie benötigen.

Gleichzeitig bleibt öffentliche Ladeinfrastruktur ein wichtiger Faktor für den weiteren Ausbau der Elektromobilität im Lieferverkehr.

Rund 2000 elektrische Zustellfahrzeuge im Einsatz

Bundesweit sind bei Hermes derzeit rund 1960 elektrisch betriebene Fahrzeuge im Einsatz, darunter etwa 170 Lastenräder. Technische Fortschritte bei Reichweiten und Schnellladefunktionen erleichtern dem Unternehmen nach eigenen Angaben die Umstellung der Flotte.

Die Elektrifizierung soll nicht auf große Städte beschränkt bleiben. Auch in kleineren Städten und ländlichen Regionen will Hermes zunehmend elektrische Zustellfahrzeuge einsetzen.

Langfristig verfolgt der Paketdienst ehrgeizige Klimaziele: Spätestens bis zum Geschäftsjahr 2031 sollen 85 Prozent der Zustellfahrzeuge elektrisch unterwegs sein.

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