Übernahmekampf beginnt
Commerzbank Übernahme: Unicredit startet Angriff auf deutsche Großbank

| Redaktion 
| 16.03.2026

Die italienische Großbank Unicredit hat ein offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt und damit einen möglichen Machtkampf im europäischen Bankensektor ausgelöst. Aktionär:innen sollen neue Unicredit-Aktien im Tausch für ihre Commerzbank-Anteile erhalten. Während der Mailänder Konzern seine Expansion vorantreibt, wächst in Frankfurt und Berlin der Widerstand gegen die geplante Transaktion.

Die geplante Commerzbank Übernahme durch Unicredit sorgt für Bewegung im europäischen Finanzsektor. Mit einem offiziellen Angebot an die Aktionär:innen der Commerzbank versucht die italienische Großbank, ihren Einfluss auf dem deutschen Markt deutlich auszubauen. Der Schritt könnte weitreichende Folgen für die Struktur des europäischen Bankenmarktes haben.

Unicredit legt offizielles Angebot vor

Unicredit hat den Anteilseigner:innen der Commerzbank ein Aktientauschangebot unterbreitet. Für jede Commerzbank-Aktie sollen sie 0,485 neue Unicredit-Aktien erhalten. Ziel ist es, den Einfluss des Mailänder Geldhauses bei der deutschen Großbank weiter auszubauen.

Wie "Die Zeit“ unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat die italienische Großbank damit ein offizielles Übernahmeangebot für das Frankfurter Geldhaus vorgelegt. Bevor eine mögliche Transaktion umgesetzt werden kann, müssen die zuständigen Aufsichtsbehörden den Vorgang prüfen.

Unicredit zählt bereits seit längerem zu den wichtigsten Investoren der Commerzbank. Bereits im August 2025 hatte die italienische Großbank ihren Commerzbank-Anteil auf rund 26 Prozent ausgebaut.

Skepsis im Management und in der Politik

Innerhalb der Commerzbank stößt der Vorstoß auf Vorbehalte. Bettina Orlopp, Vorstandschefin der Commerzbank, hatte bereits zuvor betont, dass eine mögliche Transaktion nur dann sinnvoll sei, wenn sie für Aktionär:innen, Kund:innen und Mitarbeitende einen nachhaltigen Mehrwert schaffe.

Auch politisch wird der mögliche Deal kritisch betrachtet. Die Bundesregierung gehört weiterhin zu den größten Anteilseignern der Commerzbank und hatte sich zuletzt skeptisch gegenüber einer Übernahme geäußert.

Parallel dazu versucht die Commerzbank, ihre Position gegenüber Investoren zu stärken. So kündigte das Institut zuletzt an, 2,7 Milliarden Euro an seine Aktionär:innen zurückzugeben. 

Bankenmarkt in Europa vor möglicher Konsolidierung

Ein erfolgreicher Zusammenschluss würde zu einer der größten grenzüberschreitenden Bankenfusionen Europas führen. Für Unicredit wäre Deutschland damit ein noch wichtigerer Markt.

Branchenbeobachter sehen seit Jahren eine zunehmende Konsolidierung im europäischen Bankensektor. Steigende regulatorische Anforderungen, Digitalisierung und internationaler Wettbewerb erhöhen den Druck auf Banken, ihre Größe und Marktposition auszubauen.

Ob es tatsächlich zu einer Übernahme kommt, hängt nun von mehreren Faktoren ab – darunter regulatorische Entscheidungen, politische Signale aus Berlin und die Haltung der Aktionär:innen.

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