Nachhaltiger Tourismus
Alps Future Award: Drei Tourismusprojekte kämpfen um den Sieg

Digitalisierung, Energieautarkie oder regionale Wertschöpfung: Drei sehr unterschiedliche Konzepte haben es beim neuen Alps Future Award ins Finale geschafft. Die Projekte gelten als Beispiele dafür, wie sich Tourismus, Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg verbinden lassen. Welche Ideen die Jury überzeugt haben und warum sie als Vorbilder für den Alpenraum gelten, zeigt ein Blick auf die Finalisten.

Der Alps Future Award wird 2026 erstmals vergeben und zeichnet Projekte aus, die Nachhaltigkeit, Innovation und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander verbinden. Insgesamt wurden 75 Projekte aus dem Alpenraum eingereicht, davon 49 in der Kategorie Tourismus. Die Preisverleihung findet im Rahmen des AlpenKlimaGipfels am 23. und 24. Juni auf der Zugspitze statt.

Die drei Finalisten im Überblick

Allgäu-Walser-Pass (Deutschland)

  • Digitalisierung touristischer Angebote
  • Förderung öffentlicher Mobilität

OLM Nature Escape (Südtirol)

  • Energieautarker Hotelbetrieb
  • Photovoltaik, Geothermie und Wasserkraft

Eggental Taste Local (Südtirol)

  • Regionale Wertschöpfung
  • Vernetzung von Landwirtschaft und Tourismus

Drei unterschiedliche Wege zu mehr Nachhaltigkeit

Der von der Lebensraum Tirol Gruppe und dem alpenweiten Tourismusnetzwerk AlpNet initiierte Award wird 2026 erstmals vergeben. Ausgezeichnet werden Projekte, die den Wandel im Alpenraum aktiv mitgestalten und ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Innovation sowie gesellschaftliche Wirkung miteinander verbinden.

Zu den Finalisten zählt der Allgäu-Walser-Pass von Allgäu Tourismus. Das digitale System bündelt Gästepass, Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, Bergbahnkarte und weitere touristische Leistungen in einem QR-Code. Nach Angaben der Initiatoren wurden seit der Einführung im November 2024 mehr als 2,7 Millionen digitale Pässe aktiviert und über 650.000 App-Downloads verzeichnet. Ziel ist es unter anderem, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu fördern und den Individualverkehr in der Region zu reduzieren.

Ebenfalls nominiert ist das OLM Nature Escape im Südtiroler Ahrntal. Das Aparthotel setzt auf eine weitgehend autarke Energieversorgung durch Photovoltaik, Geothermie und Wasserkraft. Nach Angaben der Betreiber erzeugt die Anlage rund 600.000 Kilowattstunden Energie pro Jahr. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf eine Auslastung von 87,5 Prozent sowie einen hohen Anteil regionaler Beschäftigter.

Der dritte Finalist verfolgt einen anderen Ansatz. Das Projekt "Eggental Taste Local" vernetzt seit 2022 landwirtschaftliche Betriebe und Gastronomieunternehmen im Südtiroler Eggental. Rund 14 Produzenten beliefern etwa 30 Hotels und Restaurants direkt mit regionalen Produkten.

Regionale Wertschöpfung als Tourismusmodell

Die Organisation von "Eggental Taste Local" erfolgt über gemeinsame WhatsApp-Gruppen, die den Austausch zwischen Anbietern und Abnehmern vereinfachen sollen. Laut Projektbeschreibung legen die Landwirt:innen ihre Preise selbst fest. Ziel ist es, regionale Wertschöpfung zu stärken, Transportwege zu verkürzen und die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus auszubauen.

Die drei Finalisten zeigen damit unterschiedliche Wege auf, wie sich Nachhaltigkeit im Tourismus praktisch umsetzen lässt – von digitalen Mobilitätslösungen über energieautarke Beherbergungsbetriebe bis hin zu regionalen Wirtschaftskreisläufen.

Entscheidung fällt auf der Zugspitze

Die Finalisten wurden von einer unabhängigen Jury aus Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus und Nachhaltigkeit ausgewählt. Den Vorsitz hat Hubert Siller, Leiter des MCI Tourismus in Innsbruck, der den Award wissenschaftlich begleitet.

"Wir prämieren keine Ideen, sondern Wirkung. Entscheidend ist, was umgesetzt wurde, welche Erkenntnisse andere daraus ziehen können und wie stark ein Projekt tatsächlich Veränderung auslöst", sagt Siller. "Der Alps Future Award soll Orientierung geben – für Regionen, Betriebe und Entscheidungsträger:innen im gesamten Alpenraum."

Zur Jury gehören außerdem die Glaziologin Andrea Fischer, Tourismusforscher Harald Pechlaner, Energieexpertin Dhara Meyer, Matthias Krapf von der Moser Holding, Ralf Roth von der Deutschen Sporthochschule Köln sowie Sabine Müller von der Hochschule Luzern.

Verliehen wird der Alps Future Award im Rahmen des AlpenKlimaGipfels am 23. und 24. Juni auf der Zugspitze. Die Veranstaltung versteht sich als Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt stehen konkrete Lösungsansätze für die Zukunft des Alpenraums als Lebens- und Wirtschaftsraum.

Welches der drei Tourismusprojekte die Auszeichnung erhält, entscheidet sich Ende Juni. Der Gewinner soll beispielhaft zeigen, wie sich Innovation, wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit im alpinen Tourismus verbinden lassen.

Alps Future Award 2026 auf einen Blick

  • 75 Einreichungen aus dem Alpenraum
  • 49 Projekte in der Kategorie Tourismus
  • 26 Projekte in der Kategorie Lebensraum Tirol
  • Verleihung: 23. Juni 2026
  • Ort: Zugspitze
  • Träger: Lebensraum Tirol Gruppe & AlpNet
  • Wissenschaftliche Begleitung: MCI Tourismus

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Alps Future Award 2026 auf einen Blick

  • 75 Einreichungen aus dem Alpenraum
  • 49 Projekte in der Kategorie Tourismus
  • 26 Projekte in der Kategorie Lebensraum Tirol
  • Verleihung: 23. Juni 2026
  • Ort: Zugspitze
  • Träger: Lebensraum Tirol Gruppe & AlpNet
  • Wissenschaftliche Begleitung: MCI Tourismus

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