Bilder vom Roten Teppich
"Fjord"-Premiere in Cannes: Schwere Kost für große Stars

| Redaktion 
| 20.05.2026

Blitzlichtgewitter, Designerroben und ein Familiendrama: Bei den Filmfestspielen von Cannes hat der einmalige Goldene-Palme-Gewinner Cristian Mungiu mit "Fjord" einen zweieinhalbstündigen Streifen im diesjährigen Wettbewerb uraufgeführt, der noch für Diskussionen sorgen könnte. Unstrittig ist dagegen die hohe Stardichte, die die Premiere auf dem Roten Teppich ausgelöst hat.

Im Teilnehmerfeld des diesjährigen Wettbewerbs um die Goldene Palme bei den 79. Internationalen Filmfestspielen von Cannes ist die international weitreichende Koproduktion (Rumänien, Norwegen, Dänemark, Finnland, Frankreich, Schweden) vielleicht der am stärksten polarisierende Beitrag: Die Handlung dreht sich um ein streng religiöses Paar in einem beschaulichen Fjorddorf, das in Verdacht gerät, eines seiner fünf Kinder zu misshandeln.

Das besagte Ehepaar wird von Sebastian Stan und Renate Reinsve verkörpert, während Cristian Mungiu die Regie übernommen hat. Der ist in Cannes gewiss kein Unbekannter: Vor 19 Jahren konnte er mit "4 Months, 3 Weeks and 2 Days" die Goldene Palme gewinnen, die am kommenden Samstag einmal mehr an der Côte D'Azur vergeben wird.

Sebastian Stan zapft rumänische Wurzeln an

Mungiu reduzierte für sein neues Werk bewusst die Star-Ausstrahlung beider Darsteller – Stan tritt so zum Beispiel mit Halbglatze und erschöpfter Erscheinung auf, während er teils dreisprachig (rumänisch, englisch, norwegisch) spielt.

Seine eigene Vita kommt dem Schauspieler dabei zugute, schließlich ist er in Rumänien zur Welt gekommen und verbrachte die ersten Jahre seines Lebens dort. Nach Marvel-Produktionen und anderen Mainstream-Rollen betritt er künstlerisches Neuland, indem er mit einem europäischen Arthouse-Regisseur zusammenarbeitet.

Sebastian Stan in Cannes (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)
Sebastian Stan in Cannes (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)

Den Eindrücken erster Reviews zufolge ist "Fjord" langsam, kühl, politisch aufgeladen und emotional unangenehm, womit er gewissermaßen als mustergültige Cannes-Kost durchgeht. Für Frankreich ist ein Kinostart im August angedacht; hierzulande hat der Film noch keinen offiziellen Starttermin.

Demi Moore, Sharon Stone und Heidi Klum im Publikum

Die Weltpremiere wiederum, auf der die bisherigen Eindrücke beruhen, fand am Montagabend im Palais des Festivals und bescherte "Fjord" nach der fast zweieinhalbstündigen Vorführungen stehende Ovationen, der über zehn Minuten angehalten haben soll – keineswegs ein sicheres Messwerkzeug für Qualität, allerdings scheint Cristian Mungiu zumindest den Geschmack des Branchenpublikums getroffen zu haben.

Das wiederum war gleichermaßen zahlreich wie prominent vertreten: Als Mitglied der Jury ist Demi Moore beim diesjährigen Festival schon fast Stammgast, während Heidi Klum dieser Status längst auch ohne offizielle Funktion zukommt. Auch ihr Sohn Henry Samuel absolvierte einen weiteren Auftritt am Mittelmeer.

Sharon Stone, Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgård, Léa Seydoux oder Carla Bruni sind nur einige der weiteren internationalen Persönlichkeiten, die sich auf dem Roten Teppich unter anderem neben dem deutschen Torhüter Kevin Trapp und seiner Verlobten Izabel Goulart eingefunden haben. Ausführliche Eindrücke vermittelt unsere Galerie aus Cannes!

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