Buch über Female Leadership
Dagmar Zimmermann porträtiert in "Frauen des Jahres 2026" weibliche Karrierewege

Als Dagmar Zimmermann begann, Frauen nach ihren Karrieren, Brüchen und Erfolgen zu fragen, fiel ihr ein Muster auf: Kaum eine dieser Laufbahnen verlief geradlinig. Fast alle erzählten von Unsicherheit, Widerständen und dem Versuch, sich in Arbeitswelten zu behaupten, die lange von Männern geprägt waren. Genau daraus entstand "Frauen des Jahres 2026“ – ein Buch, das weibliche Karrieren nicht als Hochglanzgeschichten erzählt, sondern als Spiegel moderner Arbeitsrealität.

Die Journalistin und Kommunikationsberaterin versammelt darin Unternehmerinnen, Managerinnen und Führungspersönlichkeiten aus unterschiedlichen Branchen. Ihre Porträts handeln von Macht, Mut und Netzwerken – vor allem aber von der Frage, warum beruflicher Erfolg für Frauen oft noch immer anders funktioniert als für Männer.

Auffällig ist dabei weniger das klassische Erfolgsnarrativ als der Fokus auf Beziehungen und gegenseitige Unterstützung. Das Leitmotiv des Buches lautet "The Power of Connection“. Dahinter steht die Beobachtung, dass Netzwerke für viele Frauen zum entscheidenden Karrierefaktor geworden sind – nicht nur als Businessinstrument, sondern auch als emotionales Sicherheitsnetz in einer zunehmend fragmentierten Arbeitswelt.

Weibliche Karrieren ohne Hochglanzfilter

Zimmermann verbindet die Porträts mit konkreten Einblicken in moderne Führungskultur, Karriereplanung und persönliche Entwicklung. Zwischen den Geschichten erfolgreicher Frauen taucht immer wieder dieselbe Frage auf: Wie gelingt Sichtbarkeit in Systemen, die lange nicht für weibliche Karrieren gebaut wurden?

Das Buch knüpft an das Female Future Festival rund um Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster an. Die beiden Organisatorinnen beschreiben Verbindung als Gegenmodell zu einer Arbeitswelt, die von Konkurrenz, digitaler Dauerkommunikation und sozialer Isolation geprägt sei. Besonders jüngere Generationen würden trotz permanenter Vernetzung zunehmend Einsamkeit erleben.

Neu ist in der aktuellen Ausgabe auch die erstmalige Wahl eines "Unternehmens des Jahres“. Die Auszeichnung geht an Atruvia, den Digitalisierungspartner der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Gewürdigt werden sollen damit Unternehmen, die Chancengleichheit und weibliche Führung aktiv fördern.

Warum solche Bücher weiter gebraucht werden

Interessant an "Frauen des Jahres 2026" ist weniger die Botschaft, dass Frauen sichtbar gemacht werden müssen – diese Forderung gehört längst zum Standardrepertoire moderner Diversity-Debatten. Spannender ist die Frage, warum solche Bücher offenbar weiterhin nötig sind. Vielleicht weil viele Karrierewege von Frauen noch immer als Ausnahme erzählt werden. Oder weil Netzwerke, Mentoring und gegenseitige Förderung dort besonders wichtig werden, wo Strukturen nicht selbstverständlich tragen.

Dagmar Zimmermann zeichnet ihre Protagonistinnen deshalb nicht als makellose Vorbilder, sondern als Menschen mit Brüchen, Zweifeln und Umwegen. Gerade darin liegt die Stärke des Buches.

"Empowered women empower women“ – mit diesem Satz beschreibt Dagmar Zimmermann auf LinkedIn die Erfahrungen, die ihre eigene Laufbahn geprägt haben. Die Autorin von "Frauen des Jahres 2026“, die auch Interviews für LEADERSNET führt, nennt dabei mehrere Frauen, die ihre Karriere begleitet und gefördert haben – von ihrer ersten Lokalchefin bei Schwäbisch Media bis zu Wegbegleiterinnen aus ihrer Zeit bei Hubert Burda Media und der Bauer Media Group.

Zu den porträtierten Frauen zählen Catrin Keil, Dr. Sarah Müller, Eva-Maria Kelch, Eva Molsich, Kirsten Jucknat, Regina Krüger-Wendel, Tanja Eggers, Xenia Barth, Melanie Infusino, Katharina Baehr, Christina Pallmann und Katrin Heigl.

"Frauen des Jahres 2026“ erscheint im Callwey Verlag und umfasst rund 240 Seiten mit etwa 100 Abbildungen.

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