Empowerment-Event
Female Future Festival München: Zwischen Sisterhood und Leistungsglück

| Redaktion 
| 10.05.2026

Netzwerke, Offenheit und gegenseitige Unterstützung: Das Female Future Festival München unterstrich vergangenen Donnerstag, wie Empowerment mehr als ein Schlagwort sein kann. Unter dem Motto "The Power of Connection" wurden Leistung, mentale Stärke, Vereinbarkeit oder neue Perspektiven auf Erfolg thematisiert – nahbar und mit dem Appell, Chancen nicht nur für sich selbst zu nutzen, sondern auch für andere Türen zu öffnen.

In den letzten Jahren hat sich das Female Future Festival München zu einem der größten Empowerment-Events der gesamten DACH-Region gemausert, das sich gemäß des Namens ganz an Frauen richtet und Themen wie Karriere, Innovation, New Leadership, New Work oder Vernetzung in den Mittelpunkt rückt.

Organisiert wird es von der w3 create GmbH der Schwestern Patricia Zupan-Eugster und Verena Eugster aus Österreich. Die beiden Unternehmerinnen hoben die Veranstaltungsreihe ins Leben, um Frauen unterschiedlichster Branchen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen, Mut und Inspiration zu vermitteln und konstruktive Verbindungen zu schaffen.

Die jüngste Ausgabe des Female Future Festival fand wie geplant am Donnerstag im Werksviertel Mitte unter dem Motto "The Power of Connection" statt und versammelte rund 1000 Teilnehmerinnen zu Keynotes, Workshops und natürlich Networking.

"Wir haben Leistung falsch besetzt"

Inhaltlich lag der Fokus in diesem Jahr insbesondere auf den Vorteilen weiblicher Netzwerke, mentaler Stärke, Leistung und modernen Arbeitswelten. Die Eugster-Schwestern appellierten vor diesem Hintergrund daran, die "Tür für andere zu öffnen" und betonten: "Das größte Potential, das wir Frauen untereinander hätten, ist Sisterhood. […] Jetzt liegt es an uns Frauen, welches Bild von Sisterhood wir weitergeben."

Aufgrund eines familiären Krankheitsfalls konnte Journalistin und Autorin Nena Brockhaus (hier im Leadersnet-Interview) zwar nicht persönlich vor Ort erscheinen, sprach jedoch per Stream darüber, wieviel Leistung unser Wohlstand noch braucht.

Dabei befand Brockhaus: "Das Wort Leistung haben wir in der Vergangenheit negativ konnotiert. Und das ist falsch. Ich sage gerne den Begriff Leistungsglück: Für mich ist Leistung Glück und nicht Anstrengung oder etwas Negatives. Und ich glaube, wir haben es einfach falsch besetzt."

Kürzlich habe ihr ein Mediziner berichtet, wie zufrieden er war, "als er mit Anfang 30 als Assistenzarzt in der Charité nächtelang gearbeitet hat", berichtete Brockhaus. "Und da habe ich an die Nächte bei Bild TV gedacht, als wir den Sender aufgebaut haben. Und meine Talkshow. Ich habe fünf Tage die Woche moderiert, zwei Spiegel-Bestseller pro Jahr geschrieben – und das war für mich Leistungsglück."

Gleichzeitig ordnete sie ein, dass sie mit entsprechenden "Leistungsglück"-Phasen vor allem die Zeit meint, "wenn man auch vielleicht noch keine Kinder hat, wo man richtig Gas geben kann."

"Irgendwann hilft es, das Herz aufzumachen"

Den herausfordernden Spagat zwischen Karriere und Familie thematisierte Unternehmerin Alicia Lindner derweil im Live-Podcast mit den beiden freundin-Chefredakteurinnen Anke Helle und Mateja Mögel.

"Mein bester Tipp in Sachen Vereinbarkeit ist definitiv: Flexibilität. Vereinbarkeit ist ein Prozess. Mal klappt es besser, mal schlechter. Wichtig ist, hinzuspüren, wenn es gerade nicht gut läuft, und dann auch etwas zu verändern", schilderte Lidner in München.

"Gleichzeitig sollte man wertschätzen, wenn es funktioniert. Wenn kein Kind krank ist, die Kita offen hat und man morgens daran gedacht hat, die Brotzeitdose einzupacken und passende Socken rauszulegen – das sind eigentlich schon kleine Siege."

Sie stellte fest: "Irgendwann hilft es, das Herz aufzumachen und zu verstehen, dass man nicht entweder Geschäftsführerin oder Mutter ist. Man ist beides gleichzeitig. Genau dieser Versuch, ständig zwischen Rollen zu wechseln, zerreißt einen oft."

"Wer zuhört, lernt mehr"

Einer der wenigen männlichen Speaker war Daniel Mauche, verantwortlich für den Bereich Wirtschafts- und Arbeitsstandort bei Liechtenstein Marketing – in diesem Jahr Partner des Female Future Festival.

"Vor allem die Offenheit und Neugier der Menschen" hat Mauche vor Ort positiv überrascht. "Viele hatten Liechtenstein vorher gar nicht auf dem Schirm. Umso schöner ist es, dass sie aktiv auf uns zukommen, Fragen stellen und sich austauschen möchten. Besonders spannend finde ich dabei die Perspektiven der Frauen. Ich glaube fest daran: Wer zuhört, lernt mehr, als wenn er selbst die ganze Zeit redet."

Bahar Kizil (Mitte) auf der FFF-Bühne (Bild: Anne Kaiser)
Bahar Kizil (Mitte) auf der FFF-Bühne (Bild: Anne Kaiser)

Ebenfalls auf der Bühne gesprochen hat Sängerin Bahar Kizil, wobei gemeinsam mit Schauspielerin Daniela Kiefer mentale Stärke und persönliche Weiterentwicklung im Showbusiness den thematischen Schwerpunkt ausmachten.

"Ich bin da hingegangen, weil ich Bock auf Show hatte und das Business war halt gar kein Thema", blickt die durch Monrose zu Ruhm gekommene Musikerin auf ihre Anfänge zurück. Zunächst wisse man "gar nicht, worauf man sich da überhaupt einlässt."

Dem weitverbreiteten Hang zu teuren Statussymbolen konnte sie dabei offenbar widerstehen: "Für mich war Erfolg noch nie das fette Auto vor der Haustür oder Eigentumshaus, Wohnung, die fette Uhr."

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