Mietpreise
IfW-Studie: Mieten in Deutschland steigen nur noch leicht

| Redaktion 
| 20.04.2026

Die Mietpreise in Deutschland verlieren an Dynamik. Laut aktueller IfW-Studie steigen die Angebotsmieten nur noch moderat – so langsam wie seit Jahren nicht mehr. Inflationsbereinigt zeigt sich sogar erstmals ein leichter Rückgang. Gleichzeitig verändert sich der Wohnungsmarkt strukturell: Klassische Mietangebote gehen zurück, während möblierte Wohnungen deutlich zulegen. Besonders in den Großstädten zeigen sich klare Unterschiede.

Die Entwicklung der Mietpreise in Deutschland flacht spürbar ab. Das zeigt der aktuelle GREIX-Mietpreisindex des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Während die Mieten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, verlangsamt sich das Wachstum nun erheblich. Neben der Preisentwicklung rückt zunehmend auch die Struktur des Wohnungsangebots in den Fokus.

Mietpreise steigen so langsam wie seit 2021 nicht mehr

Im ersten Quartal 2026 sind die Angebotsmieten in Deutschland im Schnitt um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Im Jahresvergleich beträgt das Plus 2,9 Prozent – der niedrigste Wert seit Ende 2021. Inflationsbereinigt ergibt sich sogar ein leichter Rückgang von 0,1 Prozent.

"Das Quartalsbild ist eindeutig: Nominal liegt das Wachstum mit 2,9 Prozent im Jahresvergleich auf dem niedrigsten Stand seit über vier Jahren. Real sind die Mieten im Vergleich zum Vorquartal leicht gesunken“, sagt Jonas Zdrzalek, Projektleiter des GREIX-Mietpreisindex am IfW.

Langfristig zeigt sich eine stabile Entwicklung: Gegenüber dem inflationsbereinigten Höchststand von 2020 liegen die realen Mietpreise aktuell nur rund 2,8 Prozent höher.

Große Unterschiede zwischen den Städten

Trotz der insgesamt schwächeren Dynamik bleibt der Mietmarkt regional sehr unterschiedlich. In einigen Großstädten steigen die Preise weiterhin stärker als im Bundesdurchschnitt. Dazu zählen Düsseldorf (+1,9 Prozent), Hamburg (+1,6 Prozent) und Frankfurt am Main (+1,2 Prozent). Auch Leipzig (+1,1 Prozent) und Köln (+0,6 Prozent) verzeichnen Zuwächse.

Rückgänge gab es dagegen in Berlin (−1,8 Prozent) und Stuttgart (−0,2 Prozent). München liegt mit +0,4 Prozent leicht unter dem Durchschnitt.

Beim Mietniveau bleibt München unangefochten an der Spitze: Mit durchschnittlich 23,56 Euro pro Quadratmeter ist die bayerische Landeshauptstadt weiterhin die teuerste Großstadt. Es folgen Frankfurt (17,71 €/m²), Hamburg (16,35 €/m²) und Stuttgart (16,25 €/m²). Deutlich günstiger ist Leipzig mit 10,41 €/m².

Weniger Wohnungen, mehr möblierte Angebote

Neben der Preisentwicklung zeigt die IfW-Studie auch strukturelle Veränderungen am Wohnungsmarkt. Die Zahl klassischer Mietangebote geht weiter zurück: 2025 lag sie bei rund 250.000 Inseraten und damit unter dem Vorjahr. Seit 2015 entspricht das einem Rückgang von rund 22 Prozent.

Gleichzeitig wächst das Angebot möblierter, unbefristeter Wohnungen stark. In den größten Städten hat sich deren Zahl seit 2015 mehr als verdreifacht. Bundesweit ergibt sich ein Plus von über 200 Prozent.

"Was die bloßen Mietpreiszahen nur bedingt zeigen: Der Markt verändert sich strukturell“, sagt Jonas Zdrzalek. "Wer heute eine Wohnung sucht, trifft zunehmend auf Angebote, die vor einigen Jahren noch die Ausnahme waren.“

Das Segment Wohnen auf Zeit bleibt dagegen weitgehend stabil. Klassische Mietangebote dominieren zwar weiterhin, ihr Anteil nimmt jedoch kontinuierlich ab.

Mietpreise in deutschen Großstädten (Q1 2026)

Durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter

  1. München – 23,56 €/m²
  2. Frankfurt am Main – 17,71 €/m²
  3. Hamburg – 16,35 €/m²
  4. Stuttgart – 16,25 €/m²
  5. Berlin – 15,84 €/m²
  6. Köln – 15,67 €/m²
  7. Düsseldorf – 14,78 €/m²
  8. Leipzig – 10,41 €/m²

Bundesweiter Durchschnitt (GREIX): 14,36 €/m²

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Mietpreise in deutschen Großstädten (Q1 2026)

Durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter

  1. München – 23,56 €/m²
  2. Frankfurt am Main – 17,71 €/m²
  3. Hamburg – 16,35 €/m²
  4. Stuttgart – 16,25 €/m²
  5. Berlin – 15,84 €/m²
  6. Köln – 15,67 €/m²
  7. Düsseldorf – 14,78 €/m²
  8. Leipzig – 10,41 €/m²

Bundesweiter Durchschnitt (GREIX): 14,36 €/m²

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