Bilder aus Berlin
Lollapalooza: Wo Musik nur die halbe Geschichte ist

| Redaktion 
| 20.07.2026

Mit internationalen Headlinern, ambitionierten Nachwuchsacts und einem vielfältigen Rahmenprogramm hat das Lollapalooza Berlin am Wochenende einmal mehr zehntausende Musikfans angelockt. Elf Jahre nach dem Deutschland-Debüt zählt das Festival zu den festen Größen des heimischen Open-Air-Kalenders – auch, weil es sich an den Erwartungen eines jungen Festivalpublikums orientiert.

Jane’s Addiction ist zuletzt im September 2024 aufgetreten. Wie das mit Rockbands mitunter so ist, erfolgte die erste Abschiedstour schon deutlich früher: Vor 35 Jahren hat Frotmann Perry Farrell zu diesem Anlass das als wanderndes Festival konzipierte Lollapalooza ins Leben gerufen, das neben Livemusik auch Performance Art und eine Prise Aktivismus aufs Areal brachte.

Nach einer mehrjährigen Schaffenspause etablierte sich Lollapalooza ab 2005 fest in den USA, internationalisierte sich und fand 2015 den Weg nach Europa – genauer nach Berlin, wo das Festival auf dem Tempelhofer Feld debütierte. Mittlerweile hat es im Olympiastadion und Olympiapark eine feste Heimat gefunden.

Pitbull, Lorde und Lily Allen im Line Up

Und von dieser Heimat wurde am vergangenen Wochenende einmal mehr ausführlich Gebrauch gemacht: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag haben sich zehntausende Festivalbesucher von nah und fern an einem typisch bunten Stilmix gefragter Interpreten erfreut.

Als Headiner am ersten Abend macht Pitbull seinem Spitznamen als Mister Worldwide mit einem Gastspiel in der Bundeshauptstadt alle Ehre; angeführt wurde das Line Up zum diesjährigen Einstand außerdem von Zara Larsson, Tom Odell und Lili Allen, die ihr aktuelles Album "West End Girl" mit einem eigens darauf ausgerichteten Bühnenbild in Gänze performte.

Zara Larsson auf der Lollapalooza-Bühne in Berlin (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)
Zara Larsson auf der Lollapalooza-Bühne in Berlin (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)

Auch am heiligen Sonntag ging es in Berlin gewohnt laut zu, schließlich wurden internationale Acts wie Lorde, Lewis Capaldi, Anitta oder Teddy Swims um deutsche Acts wie Zartmann oder Boys Noize bereichert.

Daneben zeichnet sich das Lollapalooza durch ein großes Herz für kleinere Bands aus, die sowohl aus Berlin als auch anderen Ländern stammen und sich hier oft erstmals einem vollwertigen Festivalpublikum vorstellen dürfen.

Teilbare Erinnerungen abseits der Bühne

Wie angedeutet definiert sich das Lollapalooza seit jeher nicht ausschließlich über sein musikalisches Programm. Was genau das Drumherum ausmacht, hat sich zu einem gewissen Grad jedoch dem Zeitgeist angepasst: Zwischen den Bühnen verteilen sich heute Markeninszenierungen, interaktive Erlebnisflächen, Kunstinstallationen und Fotospots, die bewusst darauf ausgelegt sind, teilbare Momente zu schaffen.

Felix von Jascheroff und Alexandra Sophie Winterberg im Publikum (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)
Felix von Jascheroff und Alexandra Sophie Winterberg im Publikum (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)

Für viele Besucher gehört das Social-Media-fokussierte Flanieren über das Gelände ebenso selbstverständlich zum Festival wie der nächste Headliner, womit sich das Lollapalooza durchaus von klassischen Rock- oder Metalfestivals unterscheidet.

Dort steht das Musikprogramm meist unangefochtener im Mittelpunkt – auch, wenn trinkselige Campingplätze traditioneller Nebenschauplatz sind und führende Vertreter wie Wacken oder Hellfest längst ganze Fahrgeschäfte auf ihr Areal wuchten, um Bespaßung abseits der Bühnen zu bieten.

Wer sich dieses Tage noch begeistert vom Wochenende erholt oder neugierig geworden ist, kann sich schon jetzt die kommende Lollapalooza-Ausgabe vormerken: Am Samstag, 17. und Sonntag, 18. Juli 2027 geht es in Berlin abermals rund.

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