Operator und Analyst
Qonto: Neue KI-Assistenten sollen manuelle Finanzverwaltung pensionieren

| Redaktion 
| 07.05.2026

Finanzverwaltung hat weder mit Spaß noch mit Zeitverschwendung viel zu tun. Als notwendiges Übel ist sie damit gewissermaßen ein Musterkandidat für die Delegation an fähige KI-Assistenten – und genau hier setzt das französischstämmige Fintech Qonto mit zwei neuen Lösungen mit eigenen Spezialgebieten an, die insbesondere KMU und Selbstständige entlasten sollen.

Die Finanzmanagementlösung Qonto wurde vor neun Jahren von Alexandre Prot und Steve Anavi in Frankreich ins Leben gerufen. Unter einem "Von Unternehmern für Unternehmer"-Ansatz werden "Geschäftskonto, Rechnungsstellung, Buchhaltung und Ausgabenmanagement in einer einzigen, intuitiven Lösung" kombiniert.

Inzwischen passiert das in acht Ländern und für rund 600.000 Kunden, zu denen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sowie Selbstständige zählen.

Künstliche Intelligenz ist auch bei Qonto das transformative Thema dieser Zeit, sodass im Laufe der letzten zwei Jahre zahlreiche neue Hilfsmittel im Betriebsalltag angekommen sind: Ein Support-Bot bearbeitet inzwischen 60 Prozent der anfallenden Anfragen, ein Risikoagent analysiert Branchenklassifizierungen, ein weiterer KI-Agent verändert Code autonom an der Seite menschlicher Ingenieure, ein anderer lokalisiert Inhalte in andere Sprachen.

Qonto praktiziert, was es predigt

"KI-Transformation lässt sich nicht glaubwürdig nach außen tragen, wenn man sie nicht selbst lebt", ist Mitgründer Steve Anavi überzeugt. "Bei Qonto ist jedes Team ein KI-Team, nicht als Slogan, sondern wörtlich gemeint. Unser Kundenservice baut eigene Workflows. Compliance-Teams trainieren Modelle. Ingenieure entwickeln Produkte schneller."

Die Schlussfolgerung: "Wenn wir KMU sagen, dass KI ihre Arbeitsweise verändern wird, dann weil wir diesen Wandel selbst bereits auf jeder Ebene des Unternehmens durchleben."

Auch auf Basis eigener Erfahrung sind nun also zwei neue Assistenten präsentiert worden, die europäischen Unternehmen "eine intelligente Finanzinfrastruktur" auch ohne hauseigenes KI-Team in Aussicht stellen: The Operator und The Analyst.

Alexandre Prot und Steve Anavi sind die beiden Gründer von Qonto (Bild: Qonto)
Alexandre Prot und Steve Anavi sind die beiden Gründer von Qonto (Bild: Qonto)

Mit beiden vorgestellten Unterstützern lassen sich Finanzprozesse per Sprach- oder Textbefehl ausführen, wodurch KMUs laut Qonto-Schätzungen bis zu acht Stunden Arbeitszeit pro Woche sparen und in produktivere Angelegenheiten als Finanzverwaltung stecken können.

The Operator

  • Dieser Assistent ist direkt in die Qonto-App integriert und ersetzt zahlreiche manuelle Arbeitsschritte. User können virtuelle oder physische Karten inklusive individueller Ausgabenlimits erstellen lassen, terminierte Überweisungen beauftragen oder Rechnungen generieren und direkt versenden.

    Auch Sammelzahlungen werden vereinfacht: Bis zu 50 Lieferantenrechnungen lassen sich gebündelt hochladen, woraufhin der Agent die Zahlungsdaten automatisch ausliest und fertige Überweisungsentwürfe vorbereitet.

    Grundsätzlich werden Transaktionen nicht vollständig autonom, sondern stets erst nach einer Bestätigung durch Zwei-Faktor-Authentifizierung tatsächlich durchgeführt.

The Analyst

  • Dieser Assistenten wiederum wird seinem Namen gerecht, indem er Transaktionsdaten automatisch analysiert und verständlich aufbereitet. Statt manuell Reports zu erstellen oder Excel-Tabellen auszuwerten, können User ihre Finanzdaten mit einer einfachen Anfrage auswerten lassen – beispielsweise, wenn sie wissen wollen, wie hoch ihre Marketingausgaben im vergangenen Jahr waren.

    Ausgaben werden nach verschiedenen Kategorien sowie nach einzelnen Lieferanten oder Zahlungsempfängern geordnet und durchsucht; Zeiträume sind dabei frei wählbar. Entwicklungen über längere Phasen hinweg sollen sich dadurch mühelos nachvollziehen lassen, beispielsweise durch Monats- oder Quartalsvergleiche. Obendrauf können gefilterte Transaktionslisten erstellt und exportiert werden, etwa nach Betrag, Zeitraum oder bestimmten Empfängern.

"Bald wird es genauso veraltet wirken, stundenlang Buchungen abzugleichen oder fehlenden Rechnungen hinterherzulaufen, wie die Bank anzurufen, um den Kontostand zu erfragen", ist sich Steve Anavi mit Blick auf die neuen Lösungen sicher.  

"So wird Qonto zum proaktiven Partner: Kein reines Verwaltungstool mehr, sondern ein Finanzsystem, das für KMU arbeitet, bevor sie danach fragen müssen."

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