Sommerurlaub 2026
TUI sieht trotz Nahost-Konflikt weiter hohe Nachfrage nach Reisen und Kreuzfahrten

| Redaktion 
| 14.05.2026

Geopolitische Unsicherheit, kurzfristige Buchungen und steigende Kosten prägen aktuell die Reisebranche. Dennoch meldet TUI ein überraschend robustes erstes Halbjahr. Europas größter Touristikkonzern konnte sein operatives Ergebnis deutlich verbessern und profitiert weiterhin von der hohen Nachfrage nach Sommerurlauben, Kreuzfahrten und Pauschalreisen. Vor allem digitale Buchungen, differenzierte Angebote und das boomende Kreuzfahrtgeschäft sorgen für Rückenwind. Gleichzeitig verändert sich das Reiseverhalten vieler Kund:innen spürbar.

TUI steigerte das bereinigte EBIT im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 um 45 Millionen Euro auf minus 111 Millionen Euro. Im traditionell schwächeren zweiten Quartal verbesserte sich das bereinigte EBIT auf minus 188 Millionen Euro. Belastungen durch den Nahost-Konflikt sowie den Hurrikan Melissa in Jamaika summierten sich allein im zweiten Quartal auf rund 45 Millionen Euro.

Insgesamt verreisten im ersten Halbjahr 12,8 Millionen Gäste mit TUI – rund 200.000 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Kreuzfahrten entwickeln sich besonders stark

Vor allem das Kreuzfahrtgeschäft bleibt ein zentraler Wachstumstreiber. Die Nachfrage in Deutschland und Großbritannien entwickelte sich auch im zweiten Quartal stabil. TUI Cruises setzt dabei zunehmend auf neue Erlebnisformate rund um die Flotte – zuletzt etwa mit der Taufe der "Mein Schiff Flow" als mehrtägig inszenierte Eventreise.

Das bereinigte EBIT der Sparte Kreuzfahrten stieg im ersten Halbjahr um 25,9 Prozent auf 163,5 Millionen Euro.

Die durchschnittliche Tagesrate erhöhte sich konzernweit auf 223 Euro. Gleichzeitig blieb die Auslastung mit 93 Prozent auf hohem Niveau. Ohne die Belastungen im Nahen Osten wäre die Auslastung nochmals höher ausgefallen.

Auch TUI Musement entwickelte sich positiv. Im zweiten Quartal verkaufte der Konzern 1,6 Millionen Erlebnisse – ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Transfers stieg auf vier Millionen.

Kurzfristige Buchungen prägen den Sommer 2026

Für die Sommersaison 2026 beobachtet TUI ein zunehmend kurzfristiges Buchungsverhalten. Viele Verbraucher:innen warten mit ihrer Reiseentscheidung länger ab. Laut Konzern haben bislang noch knapp die Hälfte der potenziellen Sommerurlauber:innen nicht gebucht.

Besonders gefragt bleiben klassische Mittelmeerziele wie Spanien, die Balearen, die Kanaren und Griechenland. Gleichzeitig verlagert sich die Nachfrage stärker in das westliche Mittelmeer.

Griechenland zählt auch 2026 zu den beliebtesten Urlaubszielen der TUI-Gäste im Mittelmeerraum. © TUI

Auch digitale Vertriebskanäle gewinnen weiter an Bedeutung. Die Verkäufe über die TUI-App stiegen im zweiten Quartal um 20 Prozent und machen inzwischen 11,4 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Dynamisch paketierte Reisen legten um zwölf Prozent zu.

TUI bestätigt Ausblick für 2026

Trotz der angespannten geopolitischen Lage hält TUI an seinem im April angepassten Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 fest. Der Konzern erwartet weiterhin ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro.

Die zusätzlichen Belastungen durch den Nahost-Konflikt und den Hurrikan Melissa summierten sich im zweiten Quartal auf rund 45 Millionen Euro. Dennoch sieht sich der Reisekonzern für die kommenden Monate stabil aufgestellt.

Vorstandschef Sebastian Ebel sagte: "TUI wächst das vierzehnte Quartal in Folge im operativen Ergebnis. Der kontinuierliche Umbau des Konzerns spiegelt sich darin wider. Das sehr gute Ergebnis gibt uns Zuversicht für das zweite Halbjahr. Es wird aufgrund der geopolitischen Herausforderungen und dynamischen Rahmenbedingungen hohen Einsatz und Flexibilität erfordern."

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