Luftfahrt-Insider
Von "Philip" bis "Gate Lice": Die geheimen Flugzeug-Codes der Crew

| Redaktion 
| 02.08.2026

Wer diese Codewörter der Flugzeugcrew kennt, versteht an Bord plötzlich mehr, als den Mitarbeitern lieb ist: In der Luftfahrt haben sich über die Jahre einige diskret-verklausulierte Begriffe etabliert. Mit inoffiziellen Codes wie "Philip", "Bob" oder "Mermaid" verständigen sich Flugbegleiter über anstrengende Passagiere, medizinische Sonderfälle oder drängelnde Vielflieger am Gate. Wir enthüllen zehn Insider-Begriffe der Kabinencrew.

Wer viel fliegt, hat es bestimmt schon gehört: An Bord von Verkehrsflugzeugen kursiert eine Art inoffizielle Geheimsprache. Es sind oft ganz harmlose Wörter, die für Flugbegleiter eine völlig andere Bedeutung haben. Sie helfen der Crew dabei, heikle Situationen diskret anzusprechen oder bestimmte Passagiertypen lautlos einzuordnen. Hier zehn dieser inoffiziellen Branchen-Codes, die sich im Arbeitsalltag der Flugbegleiter über Jahre durchgesetzt haben.

1. "Mermaid" – Der Platzverschwender

Wer sich im Sitz breit macht, die Beine weit in den Gang streckt oder freie Nachbarsitze für sich beansprucht, gilt intern als “Mermaid”. Das US-Reisemagazin Travel + Leisure beschreibt den Begriff als Spitznamen für Passagiere, die deutlich mehr Raum einnehmen als vorgesehen. Laut Forbes wird damit auch gemeint, wenn jemand gezielt Handgepäck auf den Nachbarsitz legt, damit sich niemand neben ihn setzt.

2. "Philip" – Die Nervensäge

Der wohl deutlichste Code für anstrengende Passagiere lautet "Philip". Dahinter steckt die scherzhafte Abkürzung für "Passenger I'd Like To Punch" – also ein Fluggast, der die Geduld des Kabinenpersonals extrem strapaziert. Ob Dauernörgler oder notorischer Regelbrecher: Der Begriff sorgt intern für verständnisvolles Augenrollen.

3. "Bob" – Best On Board

Nicht jeder Code ist negativ behaftet. Mit "Bob" ("Best On Board") bezeichnen manche Crews besonders sympathische oder attraktive Fluggäste. Eine offizielle Luftfahrtvokabel ist das natürlich nicht – eher ein augenzwinkernder Insider beim Bordservice.

4. "Baby Jesus" – Der verwöhnte Passagier

Der Begriff lässt etwas völlig anderes vermuten, doch tatsächlich wird "Baby Jesus" laut Branchenportalen für besonders anspruchsvolle oder verwöhnte Kinder (und deren nachsichtige Eltern) verwendet, bei denen die Crew mit einem extrem anstrengenden Flug rechnet.

5. "Miracle Flight" – Das spontane Wunder

Manche Passagiere benötigen beim Boarding intensivste Rollstuhl-Unterstützung oder bevorzugten Einstieg – verlassen das Flugzeug nach der Landung zum Ausstieg aber plötzlich völlig problemlos und zügig zu Fuß. Für dieses Phänomen kursiert in der Crew der ironische Begriff "Miracle Flight".

6. "Hugo" – Wenn es ernst wird

Nicht alle Codes sind humorvoll. "Hugo" steht in Teilen der internationalen Luftfahrt für einen während des Fluges verstorbenen Passagier. Der Begriff wird häufig mit der englischen Formulierung "Human Gone" übersetzt. Eine einheitliche Standardisierung gibt es hierfür allerdings nicht.

7. "Deadhead" – Dienstreise in Uniform

Wer denkt, hier gehe es um einen schwierigen Passagier, liegt falsch. Als "Deadhead" werden Crewmitglieder bezeichnet, die an Bord mitfliegen, um an den nächsten Einsatzort verlegt zu werden, auf diesem spezifischen Flug aber keinen Dienst versehen.

8. "Able-bodied Passenger" – Die Retter im Notfall

Ein offizieller und wichtiger Fachbegriff: Muss eine Maschine evakuiert werden, sucht die Crew beim Boarding gezielt nach körperlich fitten Passagieren (oft Militärpersonal, Polizei oder Rettungskräfte). Sie werden intern als "Able-bodied Passengers" (ABP) vermerkt, um im Ernstfall beim Öffnen der Notausstiege zu helfen.

9. "Gate Lice" – Die Vordrängler

Ein Phänomen, das jeder Vielflieger kennt: “Gate Lice” (“Gate-Läuse”) beschreibt jene Reisenden, die sich schon lange vor dem eigentlichen Boarding direkt vor dem Scanner versammeln und den Zugang blockieren – obwohl ihre Boardinggruppe noch gar nicht aufgerufen wurde.

10. "Crotch Watch" – Der Sicherheits-Blick

Kurz vor Start und Landung kontrolliert die Crew die Kabine. Intern fällt dabei laut ehemaligen Flugbegleitern gelegentlich der Ausdruck "Crotch Watch" – sinngemäß der geschulte Blick in den Schoßbereich der Passagiere, um zu prüfen, ob alle Sicherheitsgurte korrekt geschlossen sind.

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