Wacken Open Air und DKMS
Hilfsbereite Headbanger: Metal-Fans retten 111 Menschenleben

| Redaktion 
| 29.07.2026

Wenn Menschen davon sprechen, dass Metal ihr Leben gerettet hat, geht es meist um dringend benötigte Motivation in mentalen Tälern. Auf dem Wacken Open Air gewinnt die Redewendung an Wortwörtlichkeit: Durch eine Kooperation mit der DKMS konnten die Festivalbesucher bereits 111 Stammzellenspenden organisieren, die Menschen eine Zukunft geschenkt haben – und so sind Metalheads auch zur derzeit laufenden Ausgabe aufgerufen, ihren womöglich sagenhaft wertvollen Beitrag zu leisten.

Noch bis Samstag, 01. August sorgt das Wacken Open Air für eine facettenreiche Vollbedienung in Sachen energischer Gitarrenmusik: Klassisch geprägte Klänge kommen von Judas Priest, Def Leppard, Savatage, Europe, Running Wild, Saxon, Sabaton, Powerwolf oder Uli Jon Roth, während Bands wie Emperor, Tryptikon oder Deafheaven noch einmal am Härteregler drehen.

Nu-Metal-Nostalgie mit P.O.D., H-Blockx oder Alien Ant Farm? Eine instrumentale Masterclass mit Animals as Leaders? Die unvergleichlichen Turbonegro? Dringend hörenswerte Rock-Geheimtipps wie Castle Rat, Wytch Hazel oder Year of the Goat?

Allesamt im Line-Up der inzwischen 35. Festival-Ausgabe vertreten, die das namensgebende Dorf in Schleswig-Holstein wie jedes Jahr um diese Zeit in den temporären Ausnahmezustand versetzt. Über 85.000 Fans aus aller Welt reisen nach Norddeutschland, um mit Gleichgesinnten das Haupthaar zu schwingen und Geselligkeit auf dem Campingplatz zu genießen.

Einzelschicksal fädelt dauerhafte Initiative ein

Seit inzwischen zwölf Jahren pflegt das Wacken Open Air eine Kooperation mit der DKMS. Ausgangspunkt war 2014 die Erkrankung von Melissa, Tochter des damaligen Wacken-Produktionsleiters Thomas Hess. Die Diagnose MDS (Myelodysplastisches Syndrom) bedeutete, dass das junge Mädchen dringend auf eine Stammzellenspende angewiesen war.

Inzwischen ist Melissa eine erwachsene Frau – und durch die Zusammenarbeit, die ihr Schicksal eingefädelt hat, wurden auf dem Holy Ground des Wacken Open Air inzwischen über 13.000 Besucher als Stammzellenspender registriert. Von ihnen wiederum haben 111 tatsächlich Stammzellen an eine passende, bedürftige Person gespendet und dadurch Menschenleben in 27 Ländern gerettet.

Wackengründer und Veranstalter Thomas Jensen mit dem überdimensionalen Wattestäbchen (Bild: DKMS)
Wackengründer und Veranstalter Thomas Jensen mit dem überdimensionalen Wattestäbchen (Bild: DKMS)

"Metalheads, Eure Solidarität bewegt uns sehr - dafür bedanken wir uns bei Euch allen", kommentieren die beiden Gründer und Organisatoren des Festivals, Thomas Jensen und Holger Hübner.

"Und wir möchten, dass noch viele weitere Betroffene diese Chance auf eine gemeinsame Zukunft erhalten. Wer noch nicht registriert ist, kann das ganz einfach online oder direkt auf dem Festival tun. Mund auf. Stäbchen rein. Spender sein. Mehr Heavy Metal geht nicht."

Lebensrettung im legendären Landgasthof

Zufälligerweise feiern sowohl das Wacken Open Air als auch die DKMS in diesem Jahr ihren 35. Geburtstag. Für beide Parteien ein guter Grund, die eigenen Bemühungen noch einmal zu verstärken: Zusätzlich zum bewährten DKMS-Stand im Camp der Wacken Foundation gibt es erstmals einen Registrierungsstand am Landgasthof – also dort, wo Jensen und Hübner einst die Grundsteine für das längst global beachtete Spektakel legten.

"Wacken und die DKMS verbindet, dass wir beide aus einer starken Vision heraus gegründet wurden. Heute bringen wir Menschen als weltweite Netzwerke rund um den Globus zusammen", erläutert Stephan Schumacher, Geschäftsführer der DKMS Deutschland.

"Seit 2014 verbindet uns eine lebensrettende Freundschaft, aus der bereits Großes entstanden ist. 111 zweite Lebenschancen sind Euch und der solidarischen Wacken-Community zu verdanken. 111 Mal konnten Betroffene und ihre Liebsten neue Hoffnung schöpfen und in die Zukunft blicken. Auf viele weitere gemeinsame Jahre - faster, harder, lifesaving!"

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