Rekordumsatz und ein Führungswechsel
Adidas-Finanzchef Ohlmeyer zieht nach 30 Jahren den Schlussstrich

Bei Adidas endet eine Ära: Finanzvorstand Harm Ohlmeyer verlängert seinen Vertrag nicht. Birgit Kretschmer übernimmt das Ressort in einer Phase, in der der Sportartikelkonzern Rekordumsätze erzielt und seine Jahresprognose anhebt. Mit der frühzeitig geregelten Nachfolge setzt der Dax-Konzern auf Kontinuität – und auf eine Managerin, die das Unternehmen aus eigener Erfahrung bestens kennt.

Der Wechsel erfolgt in einer wirtschaftlich starken Phase. Adidas erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro und hob zugleich die Prognose für das Gesamtjahr an. Birgit Kretschmer übernimmt das Finanzressort damit bei steigenden Erlösen und verbesserten Ergebnissen.

Birgit Kretschmer kehrt zu Adidas zurück

Mit Birgit Kretschmer setzt Adidas auf eine Führungskraft, die den Konzern bereits aus mehreren Schlüsselpositionen kennt. Insgesamt war sie 25 Jahre für das Unternehmen tätig. Unter anderem verantwortete sie als CFO der Adidas International BV und als CFO für Westeuropa zentrale Finanzbereiche.

Als Senior Vice President Corporate & Operations Finance leitete Kretschmer zudem das Rechnungswesen, Treasury, Mergers & Acquisitions sowie das operative Controlling. Damit bringt sie umfassende Erfahrung in wichtigen Steuerungsfunktionen des Konzerns mit.

Seit 2020 ist Kretschmer Finanzvorständin des Modehändlers C&A. Darüber hinaus gehört sie den Aufsichtsräten von Ceconomy und Mister Spex an. In beiden Gremien steht sie dem jeweiligen Prüfungsausschuss vor.

Adidas-Vorstandschef Bjørn Gulden bezeichnete Kretschmer als "die perfekte künftige Finanzvorständin“. Er verwies auf ihre langjährige Erfahrung bei Adidas und ihre Kenntnisse im Kostenmanagement, die sie während ihrer Zeit bei C&A weiter vertieft habe.

Kretschmer soll bereits zum 1. September 2026 in den Vorstand einziehen. Die Leitung des Finanzressorts übernimmt sie zum 1. Januar 2027.

Harm Ohlmeyer beendet eine lange Konzernkarriere

Mit Harm Ohlmeyers Abschied endet eine fast 30-jährige Laufbahn beim Sportartikelhersteller. Seit 2017 trägt er als Finanzvorstand die Verantwortung für die finanziellen Geschicke des Konzerns.

Während seiner Amtszeit begleitete Ohlmeyer wichtige strategische Veränderungen. Dazu gehörten der Ausbau des E-Commerce-Geschäfts sowie die Verkäufe der Marken TaylorMade und Reebok. Diese Schritte ermöglichten es Adidas, den Fokus stärker auf die Kernmarke zu richten.

Nach Angaben des Unternehmens wird Ohlmeyer die Übergabe an seine Nachfolgerin begleiten. Auch darüber hinaus soll er Adidas eng verbunden bleiben und beratend zur Seite stehen.

Aufsichtsratschef Nassef Sawiris würdigte Ohlmeyers Beitrag zur Entwicklung des Konzerns. Dessen Finanzexpertise und operative Erfahrung hätten dazu beigetragen, Adidas durch schwierige Marktphasen zu führen und den Turnaround der vergangenen Jahre zu unterstützen.

Adidas erzielt Rekordumsatz im zweiten Quartal

Der Wechsel an der Finanzspitze fällt in eine wirtschaftlich starke Phase. Adidas steigerte den Umsatz im zweiten Quartal auf 6,7 Milliarden Euro. Währungsbereinigt entsprach das einem Plus von 14 Prozent.

Das Betriebsergebnis erreichte 574 Millionen Euro. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen belief sich auf 398 Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens trugen insbesondere die Bereiche Fußball und Running sowie das Direktgeschäft mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern zum Wachstum bei.

Aufgrund der positiven Entwicklung hob Adidas seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Der Konzern erwartet nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von neun bis zehn Prozent.

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

  • Rekordumsatz von 6,7 Milliarden Euro
  • Währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 14 Prozent
  • Betriebsergebnis von 574 Millionen Euro
  • Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen von 398 Millionen Euro
  • Erhöhte Umsatzprognose von neun bis zehn Prozent für 2026

Fußballgeschäft liefert zusätzlichen Rückenwind

Ein wichtiger Impuls kam aus dem Fußballgeschäft. Rund um die Weltmeisterschaft war Adidas mit zahlreichen Teams, Produkten und Ausrüstungsverträgen präsent. Die hohe Aufmerksamkeit für das Turnier stärkte vor allem die Nachfrage nach Fußballbekleidung und Performance-Produkten.

Besonders groß war das Interesse am Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Das historische DFB-Trikot entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Fanartikel des Turniers.

Für Adidas bleibt Fußball dennoch ein zentraler Bestandteil der Markenstrategie. Der Konzern verbindet seine Präsenz im Profisport mit Produkten für den Massenmarkt und will seine Position in diesem Segment weiter ausbauen.

Frühzeitig geregelte Nachfolge an der Finanzspitze

Mit der Bestellung von Birgit Kretschmer regelt Adidas die Nachfolge im Finanzressort mehrere Monate vor der eigentlichen Übergabe. Die lange Vorlaufzeit soll einen geordneten Wechsel ermöglichen.

Ab dem 1. Januar 2027 wird der Adidas-Vorstand aus Bjørn Gulden, Birgit Kretschmer, Michelle Robertson und Mathieu Sidokpohou bestehen.

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