Sport-Business
Adidas feiert Rekordverkäufe – doch die letzte DFB-WM gehört schon fast Nike

| Natalie Oberhollenzer 
| 25.06.2026

Die Fußball-WM beschert Adidas historische Trikot-Verkäufe: Über drei Millionen DFB-Jerseys sollen weltweit abgesetzt werden. Trotz des aktuellen Boom-Geschäfts steht dem Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach eine Zäsur bevor. Ab 2027 übernimmt US-Konkurrent Nike den Ausrüster-Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Wie sich das Milliarden-Duell der Sportmarken bei der Weltmeisterschaft wirtschaftlich und im Marketing widerspiegelt.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sorgt bei Adidas für Rekordgeschäfte. Mehr als drei Millionen Trikots der deutschen Nationalmannschaft dürften weltweit verkauft werden, erklärte Adidas-Chef Bjørn Gulden bei einer Medienrunde in New York. Das wäre eine Verdreifachung der Verkaufszahlen im Vergleich zur WM 2022 in Katar. Sehr zufrieden sei der Sportartikelhersteller mit der Entwicklung. Selbst logistische Engpässe, wie das zuletzt knappe "V" für die Beflockung von Spielernamen wie Undav oder Pavlović, seien inzwischen behoben, wird der Geschäftsführer im manager magazin zitiert.

Das Ende einer Ära: Warum das DFB-Trikot 2026 historischen Wert hat

Die Zahlen haben historische Bedeutung: Es ist das letzte WM-Turnier, bei dem Adidas die deutsche Nationalmannschaft ausstattet. Ab 2027 übernimmt Erzrivale Nike den DFB – nach mehr als sieben Jahrzehnten endet damit eine der traditionsreichsten Partnerschaften im internationalen Sportbusiness.

Entsprechend aggressiv kämpfen die beiden Branchenriesen auf der globalen Bühne um Aufmerksamkeit, denn die WM ist das wichtigste Schaufenster des Jahres. Beide Konzerne investieren dreistellige Millionenbeträge in Marketing, aktivieren ihre größten Markenbotschafter und hoffen auf nachhaltige Umsatzsprünge bei Performance- und Fan-Artikeln.

Marketing-Duell: Messi und Bellingham gegen Mbappé und Ronaldo

Adidas schickt dafür Ikonen wie Lionel Messi, Jude Bellingham und Lamine Yamal ins Rennen. Nike kontert mit Kylian Mbappé, Erling Haaland und Cristiano Ronaldo. Beim digitalen Reichweiten-Duell liegt Nike vorn: Deren globale WM-Kampagne Rip The Script erzielt auf YouTube bislang deutlich mehr Aufmerksamkeit, wie die BBC analysiert.

Allein dieses mit Superstars vollgespickte Werbevideo kommt in nur zwei Wochen auf sage und schreibe 78 Mio. Aufrufe:

Adidas setzt dafür auf massive physische Präsenz vor Ort – mit großflächiger Außenwerbung und Fan-Aktionen in den Austragungsorten.

Welche Nationalmannschaften verkaufen die meisten Trikots?

Bei der Teambetreuung hat Herzogenaurach knapp die Nase vorn: Adidas stattet bei dieser WM 14 Teams aus, Nike folgt mit 12. Globaler Verkaufsschlager bei Adidas ist derzeit übrigens das Trikot von Mexiko, gefolgt von Argentinien und Deutschland. Während das weiße DFB-Heimtrikot der erwartete Bestseller bleibt, entwickelt sich laut Gulden auch das blaue Auswärtstrikot deutlich über den Prognosen.

Wer das wirtschaftliche Match am Ende für sich entscheidet, wird die Bilanz nach dem Finale zeigen. Fest steht: Adidas verabschiedet sich mit einem kommerziellen Paukenschlag vom DFB. Das nächste Kapitel schreibt ab 2027 Nike.

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