Financial Times-Bericht
Sanktionen gegen Ali Ansari: Diese Frankfurter Hilton-Hotels gehören zum Imperium des iranischen Bankers

Ein internationaler Sanktionsfall bekommt nun auch in Deutschland Aufmerksamkeit: Hinter einem groß angelegten europäischen Immobiliennetzwerk steht nach Recherchen der Financial Times ein iranischer Geschäftsmann, der in Großbritannien auf einer Sanktionsliste geführt wird. Besonders ins Gewicht fallen dabei deutsche Großinvestitionen, darunter zwei Hilton-Hotels in Frankfurt und ein Einkaufszentrum in Oberhausen.

Die Rede ist von Ali Ansari, ein iranischer Unternehmer, dessen Familie an der früheren Ayandeh Bank beteiligt war – einer Bank, die 2025 in eine schwere Krise geriet und vom zentralen Bankensektor des Iran abgewickelt wurde. Nur wenige Tage nach dem Zusammenbruch wurde Ansari vom Vereinigten Königreich auf eine Sanktionsliste gesetzt; London wirft ihm vor, Finanzströme in Richtung der iranischen Islamischen Revolutionsgarden unterstützt zu haben.

Auch Immobilien in Deutschland sind betroffen. Zu den bekannten Assets, die über verschachtelte Holding-Strukturen gehalten werden, zählen laut FT:

  • Hilton Frankfurt City Centre – Bewertung im hohen zweistelligen Millionenbereich.
  • Hilton Frankfurt Gravenbruch – ebenfalls mit rund 80 Mio. € bewertet.
  • Bero Oberhausen Einkaufszentrum – rund 68 Mio. € Firmenbewertung.

Außerhalb der Bundesrepublik umfasst das bekannte Portfolio unter anderem ein Luxus-Golf- und Spa-Resort auf Mallorca (Camp de Mar) sowie eine Beteiligung an einem hochklassigen Ski-Hotel in Kitzbühel. Im Vereinigten Königreich stehen vor allem mehrere hochpreisige Objekte in London im Fokus – darunter Immobilien an der Bishops Avenue („Billionaires’ Row“) sowie Luxuswohnungen in der Nähe des Kensington Palace, die im Zuge der britischen Sanktionen eingefroren wurden.

UK-Vermögenswerte bereits eingefroren

Die Hintergründe der Investments zeigen ein komplexes Geflecht aus Offshore-Firmen in Luxemburg, der Karibik und Europa, die über verschiedene Jurisdiktionen laufen, bevor sie letztlich zu einer zentralen Gesellschaft in St. Kitts und Nevis führen – geführt von Ansari als wirtschaftlich Berechtigtem.

Ein besonderes Detail: Während Ansaris Vermögenswerte im Vereinigten Königreich bereits eingefroren wurden, steht er bislang nicht auf einer EU-Sanktionsliste – ein Umstand, der in Brüssel kritische Fragen zur Kohärenz der Sanktionspolitik aufwirft.

Die FT-Analyse erscheint vor dem Hintergrund massiver innenpolitischer Unruhen im Iran, wo die wirtschaftliche Misere und Vorwürfe systematischer Korruption breite Proteste ausgelöst haben. Ansari selbst bestreitet jede Verbindung zu den Revolutionsgarden und kündigt rechtliche Schritte gegen die britischen Maßnahmen an. Sein Anwalt bezeichnet die Vorwürfe als unbegründet.

 

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