Neue Standorte in Stuttgart und Köln
Build-A-Bear: "Der Einzelhandel ist nicht tot. Er hat sich verändert."

| Redaktion 
| 02.02.2026

Erlebnis schlägt Effizienzdenken: Build-A-Bear beschleunigt seine Expansion in Deutschland und eröffnet in diesen Tagen neue Standorte in Stuttgart und Köln. Das Konzept setzt auf Interaktion, hohe Wiederkehrraten und lange Aufenthaltsdauer vor Ort – Faktoren, die im druckgeplagten Einzelhandelsumfeld zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Bei Build-A-Bear Workshop, Inc. handelt es sich um einen Einzelhändler mit Hauptsitz im US-amerikanischen St. Louis, Missouri, der seiner Kundschaft seit fast drei Jahrzehnten ein interaktives Einkaufs- und Erlebnisformat ermöglicht.

Die vor Ort angebotenen Stofftiere können eigenhändig gefüllt, eingekleidet und anderweitig individualisiert werden. Dadurch wird laut Eigenbeschreibung "ein Ritual erschaffen, wodurch sich das Konzept deutlich vom herkömmlichen Warenverkauf unterscheidet".

Das börsennotierte Unternehmen betreibt über 500 Standorte weltweit, einschließlich eigener Shops, Partner- und Franchise-Filialen – und für Interessierte in Deutschland tun sich dieser Tage zwei neue Möglichkeiten auf, Build-A-Bear näher kennenzulernen.

Berlin und Frankfurt "bemerkenswert"

Dabei fasste das Unternehmen den hiesigen Markt erst zum vergangenen Herbst konkret ins Auge: Für den Eintritt von Build-A-Bear in Deutschland ist der dänische Franchise-Operator Intersource verantwortlich, der im Oktober neben dem Online-Shop auch zwei Filialen (in Berlin beziehungsweise Frankfurt) eröffnet hat.

Dort waren eigenen Angaben nach "bemerkenswerte Ergebnisse" zu verzeichnen. Mehr als 10.000 Teddybären seien seit Ende Oktober in beiden Läden abgesetzt worden, was "im Vergleich zu anderen Franchisemärkten den höchsten durchschnittlichen Verkauf pro Kunde" bedeutet.

So ist Intersource motiviert, die ohnehin geplante Expansion in weitere Städte der Bundesrepublik zu beschleunigen: Während die dritte Build-A-Bear-Filiale vergangenen Freitag in Stuttgart / Sindelfingen eingeweiht wurde, folgt die vierte kommenden Freitag, 06. Februar in Köln.

Gegen den Strom

"Deutschland ist ein wichtiger Markt mit Volumen, Kaufkraft und einer Centerstruktur, die Konzepte auf Erlebnisbasis in größere m Maßstab absorbieren kann", schildert Intersource-Gründer Morten Geschwendtner.

"Die Strategie steht fest: Es wird ein aussagekräftiger Machbarkeitsnachweis in den Großstädten etabliert und von dort aus ein Franchisenetzwerk in mehrere regionale Märkte ausgerollt", gibt er Einblick in die Zukunft.

Zudem betont der CEO: "Wir bewegen uns gegen den Strom, weil die Zahlen es untermauern. Build-A-Bear performt auf einem Markt, auf dem viele andere Konzepte zu kämpfen haben. Es ist kein Brandingexperiment, sondern ein solides Geschäftsmodell."

 
 
 
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Intersource verortet die Stärken des Build-A-Bear-Konzepts auch im B2B-Sektor und beruft sich dabei auf Erkenntnisse des EHI Retail Institute, nach denen "auf Erlebnisse ausgerichtete Mieter eine bis zu 50 Prozent längere Aufenthaltsdauer als andere Geschäfte liefern".

Christof Sauck, Country Manager in Deutschland, erklärt: "Wir verzeichnen eine hohe Conversion und eine hohe Rate an Kunden, die in das Geschäft zurückkehren, um mehr zu kaufen. Dadurch wird unser Konzept für Malls und Shoppingcenter sowie Vermieter und Franchise-Partner attraktiv."

Schwankungsarm und skalierbar

Morten Geschwendtner fügt hinzu: "Wenn das Erlebnis das Produkt an sich ist, bekommt das Geschäft vor Ort eine neue Rolle, die der Onlinehandel nicht ersetzen kann. Diese Logik nutzen wir im Dialog mit möglichen Partnern und Investoren."

Als Pluspunkt in Sachen Franchise-Skalierung verbucht Intersource ferner, dass die Build-A-Bear-Zielgruppe aus mehreren Segmenten besteht, wodurch "saisonale Schwankungen reduziert und die Kalkulierbarkeit im Betrieb" erhöht werden.

"Der Einzelhandel ist nicht tot. Er hat sich verändert. Unsere Aufgabe ist es, skalierbare Konzepte aufzubauen, die ein Erlebnis und ein finanzielles Ergebnis liefern. Genau das tut Build-A-Bear – und Deutschland ist nur der Anfang", stellt Christof Sauck in Aussicht.

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