Geldpolitik
Leitzinssätze der EZB bleiben unverändert

| Redaktion 
| 19.03.2026

Nach dem jüngsten Zinsentscheid in den Vereinigten Staaten hat sich am Donnerstag auch die Europäische Zentralbank festgelegt: Alle drei EZB-Leitzinssätze bleiben in einem unsicheren makroökonomischen Umfeld vorerst unangetastet. Als mittelfristiges Ziel gibt die Notenbank weiterhin an, die Inflation stabil im Zwei-Prozent-Bereich zu verankern.

Der Leitzins fungiert als zentrales Instrument zur Steuerung der wirtschaftlichen Entwicklung: Er beeinflusst die Refinanzierungskosten von Banken und wirkt sich über Kreditvergabe, Investitionen und Konsum direkt auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage (und damit auf die Inflation) aus.

In einer Phase, in der Preissteigerungen zwar rückläufig, aber längst noch nicht vollständig kontrolliert sind, kommt der Kommunikation der Zentralbanken besondere Bedeutung zu – und so wurde nach der Entscheidung der US-amerikanischen Federal Reserve, den eigenen Leitzins unverändert zu lassen, mit gewisser Spannung erwartet, wie Europa nachziehen würde.

Am frühen Donnerstagnachmittag teilte die Europäische Zentralbank mit, dass auch auf dem Alten Kontinent zunächst alles beim bisherigen Status Quo bleibt. Somit gelten weiterhin folgende Zinssätze:

  • Einlagefazilität 2,00 Prozent
  • Hauptrefinanzierungsgeschäfte 2,15 Prozent
  • Spitzenrefinanzierungsfazilität 2,40 Prozent

Die Europäische Zentralbank begründet ihre Entscheidung mit einem weiterhin ungewissen makroökonomischen Umfeld, in dem sie offensichtlich keinen vorschnellen Zinsschritt (weder nach oben noch nach unten) machen möchte.

Insbesondere der Krieg im Nahen Osten erhöhe die Unsicherheit deutlich, mit Aufwärtsrisiken für die Inflation durch steigende Energiepreise sowie Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum.

Kurzfristig wirke sich dies bereits über höhere Energiepreise auf die Teuerung aus – mittelfristig hänge die Entwicklung stark von Dauer und Intensität des Konflikts sowie von den Zweitrundeneffekten auf Preise und Wirtschaft ab.

Gleichzeitig betont die EZB, dass die Inflation zuletzt nahe am Zielwert von genau zwei Prozent lag, Erwartungen entsprechend gut verankert seien und sich die Wirtschaft bislang widerstandsfähig gezeigt habe.

Korrigierte Prognosen für Inflation und Wachstum

In den aktualisierten Projektionen rechnet die EZB für die Gesamtinflation mit durchschnittlich 2,6 Prozent im Jahr 2026, mit genau zwei Prozent im Jahr 2027 und mit 2,1 Prozent im Jahr 2028.

Auffällig ist insbesondere die Aufwärtsrevision gegenüber den Dezemberprojektionen – vor wenigen Monaten wurde für 2026 noch 1,9 Prozent Inflation vorausgesagt. Höhere Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen haben dieses Szenario inzwischen allerdings höchst unwahrscheinlich gemacht.

Bewaffnete Konflikte sorgen ebenso dafür, dass Prognosen an anderer Stelle nach unten korrigiert werden müssen: Für das Wirtschaftswachstum erwartet die EZB ein moderates Expansionstempo von im Durchschnitt 0,9 Prozent im Jahr 2026, von 1,3 Prozent im Jahr darauf und von 1,4 Prozent für 2028.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV