Trauerfeier in München
Mario Adorf: Weggefährten gedenken der Schauspiel-Ikone

| Redaktion 
| 03.05.2026

Mit einem Gedenkgottesdienst in der Münchner St. Michael Kirche haben Angehörige, Freunde und langjährige Wegbegleiter am Samstagmittag Abschied von Mario Adorf genommen. Mehr als 100 geladene Gäste, viele davon bekannte Namen aus Film, Fernsehen, Musik und Sport, erwiesen dem 95-jährig verstorbenen Schauspieler eine letzte Ehre.

Mario Adorf ist 1930 in Zürich zur Welt gekommen und hat sie 95 Jahre später, am 08. April dieses Jahres, in Paris wieder verlassen. Dazwischen lag eine Karriere als einer der profiliertesten deutschsprachigen Schauspieler aller Zeiten, die ihn etliche Male nach München geführt hat – unter anderem für seine Kultrolle in "Kir Royal".

Schon Mitte der 1950er absolvierte Mario Adorf hier seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule; bis zuletzt besaß er darüber hinaus eine Wohnung in der bayerischen Landeshauptstadt.

Insofern war München eine naheliegende Wohl für den Schauplatz einer Trauerfeier mit Gedenkgottesdienst auf deutschem Boden. Die eigentliche Beisetzung der inzwischen eingeäscherten "Rossini"-Ikone findet dagegen in naher Zukunft auf dem Cimetière Marin in Saint-Tropez an der Côte d’Azur statt.

Mozart in der St. Michael Kirche

Bei der Trauerfeier am Samstagmittag war die nächste Verwandtschaft von Mario Adorf durch seine Witwe Monique Faye (40 Jahre verheiratet), seine Tochter aus erster Ehe, Stella Maria Adorf, sowie Enkelsohn Julius Adorf vertreten.

Der in der St. Michael Kirche errichtete Altar wurde mit weißen Lilien und zwei Portraitbildern des Verstorbenen gestaltet; musikalisch hat Mozart die Andacht begleitet.

Eindruck aus der St. Michael Kirche (Bild: Brauer Photos / Sabine Brauer)
Eindruck aus der St. Michael Kirche (Bild: Brauer Photos / Sabine Brauer)

Zu den Rednern in München gehörten neben Stella Maria Adorf auch die Schauspieler Iris Berben und Axel Milberg, der Verleger Helge Malchow oder Mario Adorfs langjähriger Manager Michael Stark, der die Gedenkveranstaltung initiiert hat.

Weniger als um schauspielerische Bedeutung ging es in den Wortbeiträgen um persönliche Anekdoten, prägende Charaktereigenschaften oder auch Adorfs Sorgen hinsichtlich politischer Entwicklungen weltweit, die ihn bis zuletzt stark beschäftigt haben sollen.

Ferres, Berger, Glas, Netzer und mehr würdigen Adorf

Die mehr als 100 geladenen Gäste umfassten standesgemäß zahlreiche Größen ihrer jeweiligen Fächer und bedeutende Weggefährten. So stand Veronica Ferres in "Rossini" mit Mario Adorf vor der Kamera, damals unter der Regie von Helmut Dietl – und dessen Sohn David erwies ihm auch stellvertretend für den bereits 2015 verstorbenen Filmemacher eine letzte Ehre.

Iris Berben und Günter Netzer in München (Bild: Brauer Photos / G. Nitschke)
Iris Berben und Günter Netzer in München (Bild: Brauer Photos / G. Nitschke)

Mit Senta Berger, Uschi Glas oder Gisela Hahn pflegte Adorf jahrzehntelang andauernde Freundschaften, während die Anwesenheit von Fußball-Legende Günter Netzer, Musikmanager Thomas Stein, Konzertveranstalter Marek Lieberberg oder Unternehmer Hermann Bühlbecker

unterstrich, dass die Wirkung des Schauspielers weit über seine eigene Branche hinausging. Nach dem Gedenkgottesdienst fand sich die Trauergesellschaft zu einem Empfang im Hotel Bayerischer Hof ein.

Also dort, wo Mario Adorf seine wahrscheinlich berühmteste Szene abgedreht hat: Als Generaldirektor Heinrich Haffenloher in "Kir Royal" stellt er Klatschjournalist Baby Schimmerlos am Pool des Hauses in unmissverständlichen Worten eine Geldzahlung in Aussicht – eine Performance, die Adorfs kulturelle Unsterblichkeit schon vor langer Zeit zementiert hat.

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