Synthetisches Web
KI-Invasion im Web: 35 % aller neuen Websites sind bereits KI-generiert

Nur drei Jahre nach dem ChatGPT-Launch sind bereits 35 Prozent aller neuen Websites KI-generiert. Eine Analyse von Forscher:innen der Stanford University und des Imperial College London zeigt eine rasante Übernahme digitaler Räume durch Algorithmen. Während das Web auf fast 1,5 Milliarden Seiten anwächst, belegt die Studie, dass KI-Inhalte zwar steriler wirken, aber keineswegs zu mehr Unwahrheiten führen. 

Drei Jahre nach dem Launch von ChatGPT hat die Künstliche Intelligenz das Internet im Sturm erobert. Eine aktuelle Studie liefert atemberaubende Zahlen: Mehr als jede dritte neue Website (35 Prozent) wird heute von Algorithmen erstellt. Damit verschiebt sich die Architektur des Wissens radikal – von menschlicher Kuratierung hin zur maschinellen Massenproduktion.

Das Internet-Wachstum im Zeitraffer

Um die Dimensionen zu verstehen, hilft ein Blick auf die Netcraft-Zahlen:

  • März 2005: Das Internet zählt gerade einmal 60 Millionen Websites.
  • März 2026: Weltweit existieren knapp 1,5 Milliarden Websites.
  • Aktuelle Dynamik: Laut Bitkom kommen jährlich rund 60 Millionen neue Seiten hinzu.

Die Stanford-Studie: Von Null auf 35 Prozent in drei Jahren

Forscher:innen der Stanford-Universität und des Imperial College London haben in Zusammenarbeit mit dem Internet Archive die "AI-Übernahme" dokumentiert.

  • Vor ChatGPT (August 2022): Praktisch keine Website war KI-generiert.
  • Status Quo (Mai 2025/2026): Der Anteil KI-erzeugter neuer Präsenzen liegt bei knapp 35 Prozent.

KI-Forscher Jonas Dolezal bezeichnet die Geschwindigkeit als "atemberaubend". Was Jahrzehnte lang eine rein menschliche Domäne war, wurde in nur 36 Monaten zu einem hybriden Raum.

Qualitätscheck: Steriler, aber nicht falscher?

Die Untersuchung mittels des KI-Erkennungstools Pangram räumt mit einigen Mythen auf. Die Forscher:innen prüften Theorien zu Halluzinationen und Inhaltsqualität:

  1. Sterilität: Ja, KI-Texte wirken im Vergleich steriler und auffallend positiver.
  2. Wahrheitsgehalt: Überraschenderweise konnte kein Anstieg an Unwahrheiten im Vergleich zur Ära vor der KI nachgewiesen werden.
  3. Vielfalt: Die Befürchtung, dass KI die inhaltliche Vielfalt massiv reduziert, konnte in diesem Stadium der Forschung nicht vollumfänglich als einzige Theorie bestätigt werden.

Ausblick: Ein permanentes Tool für KI-Tracking

Das Team um Dolezal plant nun den nächsten Schritt. Gemeinsam mit dem Internet Archive soll ein Monitoring-Tool entwickelt werden, das den KI-Grad des Webs kontinuierlich misst. Fokus künftiger Analysen: Welche Sprachen und Branchen-Kategorien werden zuerst komplett von der KI übernommen?

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