Sterneküche über den Wolken
Diese Airlines holen Star-Köche an Bord

| Redaktion 
| 18.03.2026

Immer mehr Airlines setzen auf kulinarische Exzellenz, um sich im Premiumsegment zu differenzieren. Statt standardisierter Bordverpflegung entwickeln internationale Spitzenköche Menüs für First und Business Class – teils exklusiv, teils im rotierenden Konzept. Von Lufthansa über Singapore Airlines bis Air France entsteht so ein globaler Wettbewerb um das beste Restaurant über den Wolken, der weit über klassischen Bordservice hinausgeht.

Die Qualität des Bordprodukts ist für Airlines zu einem zentralen Differenzierungsfaktor geworden. Neben Sitzkomfort und Service gewinnt die Kulinarik zunehmend an Bedeutung – insbesondere auf Langstrecken. Führende Fluggesellschaften kooperieren daher gezielt mit renommierten Sterneköch:innen, um ihren Premiumgästen ein Erlebnis auf Restaurantniveau zu bieten. Die Strategien reichen dabei von prominenten Chef-Kooperationen bis hin zu global kuratierten Kulinarikprogrammen.

Diese Airlines setzen auf Star-Köche

  • Lufthansa: Johann Lafer, Cornelia Poletto, Tim Raue
    Wechselnde Sterneköche im "Star Chef“-Programm mit saisonal kuratierten Menüs in First und Business Class.

  • SWISS: Regionale Michelin- und Gault-Millau-Köch:innen
    "Taste of Switzerland“ bringt regelmäßig wechselnde Spitzenköche aus unterschiedlichen Regionen an Bord.

  • Austrian Airlines: DO & CO / Attila Dogudan
    Hochwertiges Premium-Catering mit starkem Fokus auf österreichische Küche und internationale Klassiker.

  • Air France: Anne-Sophie Pic, Régis Marcon, Michel Roth
    Klare Positionierung über französische Haute Cuisine als Bestandteil der Markenidentität.

  • Singapore Airlines: Georges Blanc, Yoshihiro Murata, Heiko Nieder u. a.
    Globales "International Culinary Panel“, das Menüs für verschiedene Märkte und Strecken entwickelt.

  • Qatar Airways: Nobu Matsuhisa
    Kombination aus internationaler Spitzenküche und asiatischen Einflüssen in einem flexiblen Fine-Dining-Konzept.

  • Emirates: Eigenes internationales Culinary-Team
    Systematisch entwickeltes Gourmetkonzept ohne festen Starkoch, ergänzt durch umfangreiche Wein- und Pairing-Strategien.

  • ANA (All Nippon Airways): Ryuta Iizuka u. a.
    Teil des Programms "THE CONNOISSEURS“, das japanische Spitzenküche mit internationalen Menüs verbindet.

  • Japan Airlines (JAL): Wechselnde Michelin-Sterneköche
    "BEDD Sky Auberge“ bringt Restaurantniveau mit Fokus auf Präzision und Präsentation an Bord.

  • Turkish Airlines: Flying Chefs an Bord
    Köch:innen begleiten Langstreckenflüge und finalisieren Speisen direkt im Flugzeug.

  • Etihad Airways: u. a. Mark Best
    Im Premiumsegment zeitweise personalisierte Menükonzepte mit persönlichem Kochservice.

  • British Airways: Tom Kerridge
    Modern interpretierte britische Küche für Business- und First-Class-Gäste.

Star-Köche als Wettbewerbsvorteil

Mehrere Airlines nutzen gezielt bekannte Namen aus der Spitzengastronomie zur Markenprofilierung. Die Lufthansa Group setzt auf rotierende Kooperationen mit etablierten Köch:innen, während Air France ihre nationale Küche bewusst als Differenzierungsmerkmal einsetzt. Singapore Airlines verfolgt einen globalen Ansatz und integriert internationale Spitzenköche systematisch in die Produktentwicklung.

Unterschiedliche Strategien im Premiumsegment

Neben dem klassischen Celebrity-Ansatz etablieren sich alternative Modelle. Emirates setzt auf ein internes kulinarisches Kompetenzzentrum und verzichtet bewusst auf einzelne Starköche als Aushängeschild. Qatar Airways kombiniert Markenkooperationen mit einem flexiblen Fine-Dining-Konzept, das Individualisierung in den Mittelpunkt stellt.

Parallel dazu verfolgen Airlines wie ANA oder Japan Airlines kuratierte Programme, die nationale Küchentraditionen mit internationalen Standards verbinden. Der Fokus liegt dabei weniger auf einzelnen Namen als auf konsistenter Qualität und kultureller Authentizität.

Erlebnisfaktor gewinnt an Bedeutung

Einige Fluggesellschaften gehen über die reine Menüentwicklung hinaus. Turkish Airlines integriert mitreisende Köch:innen aktiv in den Serviceprozess, während Etihad Airways im Luxussegment zeitweise personalisierte Kochkonzepte umgesetzt hat. Diese Ansätze zielen darauf ab, das kulinarische Erlebnis stärker zu inszenieren und emotional aufzuladen.

Die Entwicklung zeigt: Kulinarik ist längst ein strategischer Bestandteil des Airline-Produkts. Im Wettbewerb um Premiumkund:innen entscheidet nicht nur der Sitzkomfort, sondern zunehmend auch das gastronomische Erlebnis über den Wolken.

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