Mit einem Budget von drei Millionen US-Dollar hat Mark "Markiplier" Fischbachs Videospiel-Adaption "Iron Lung" gleich zur Veröffentlichung mehr als das Siebenfache der Kosten wieder eingespielt. Ohne Studio-Unterstützung und mithilfe organischer Fan-Mobilisierung avancierte das Projekt zum Überraschungserfolg, der das wachsende Potenzial selbstfinanzierter Filme von Content Creatorn unterstreicht.
In einer fernen Zukunft hat ein apokalyptisches Ereignis namens "Quiet Rapture" die Menschheit fast ausgelöscht: Sterne und Planeten verschwinden plötzlich und verdrängen das Leben weitgehend auf Raumstationen. Eines Tages wird auf dem Mond des Planeten M34 das Ausbreiten eines Ozeans aus Blut bemerkt, in dem sich überlebenswichtige Ressourcen befinden könnten.
Eine Expedition wird gestartet und ein verurteilter Gefangener instruiert, das mysteriöse Blutmeer allein in einem klaustrophobischen U-Boot zu erkunden. Mit minimalistischer Ausstattung navigiert er sich durch absolute Finsternis, stößt auf bizarre Strukturen und macht unheimliche Entdeckungen.
In "Iron Lung" schlüpfen geneigte Gamer in die Rolle dieses unglücklichen Gefangenen und erleben, wie die beklemmende Stille häufig nur vom Ächzen des Metalls und dem eigenen Atem unterbrochen wird.
Das Indie-Horrorspiel erschien 2022 und wurde von David Szymanski sowohl entwickelt als auch vertrieben. Sein Solo-Projekt kombiniert submarine Simulation mit kosmischem Schrecken und bietet Spielern mit einer Dauer von etwa einer Stunde ein bewusst kompaktes Erlebnis.
Trotz dieser Kürze und Einfachheit wurde Iron Lung zu einem Überraschungshit: Es verkaufte sich hunderttausende Male, profitierte von viralen Let’s-Plays und verzeichnete einen Aufmerksamkeitsschub durch die reale Titan-U-Boot-Suche im Jahre 2023 – ein "Werbeeffekt", den David Szymanski seinerzeit eher mit Unbehagen zur Kenntnis nahm.
Drei Jahre, drei Millionen
Außerordentlich angetan von "Iron Lung" war Mark Fischbach, der als Markiplier seit weit über einem Jahrzehnt zu den einflussreicheren Persönlichkeiten auf YouTube zählt – sein Hauptaccount bringt es auf stolze 38,2 Millionen Abonnenten.
Die dadurch generierten Mittel haben ihm die Möglichkeit gegeben, vor knapp drei Jahren eine Film-Adaption zu "Iron Lung" anzukündigen.
Während David Szymanski an der Vorproduktion beteiligt war, lastete das Projekt fast vollständig auf Fischbachs Schultern: Er hat sich nicht nur selbst als Hauptdarsteller installiert, sondern übernahm zudem die Regie, das Drehbuch, den Schnitt und die Produktion.
Entscheidend: Wie angedeutet finanzierte Fischbach den Film selbst über seine Markiplier Studios. Das Produktionsbudget belief sich auf etwa drei Millionen US-Dollar – ein extrem niedriger Wert; zumindest, wenn man moderne Blockbuster als Maßstab nimmt.
Durch diese Selbstfinanzierung behielt er kreative Kontrolle, verzichtete auf äußere Studio-Zwänge und konnte auf ein kleines Team samt organischer Fan-Unterstützung setzen. Die Dreharbeiten fanden in Austin, Texas statt und behielten den Indie-Spirit der Vorlage damit bestmöglich bei.
Budget zum Start siebenfach wieder eingespielt
Ende Januar lief "Iron Lung" in den US-amerikanischen Kinos an, wo er sofort zum Start 17,8 Millionen Dollar einnehmen konnte – fast vier weitere kommen durch internationale Märkte hinzu.
Mit somit 21,7 Millionen Dollar hat der Film aus dem Stand mehr als das Siebenfache seines Budgets generiert und die etwa 75 Millionen Dollar teure Dokumentation "Melania" (über die Ehefrau des US-Präsidenten) auf den dritten Platz der amerikanischen Kinocharts verdrängt.
Sichtlich gerührt wandte sich Mark Fischbach nach der Veröffentlichung der ersten Kinozahlen an seine Zuschauer auf YouTube: "Mann, das war ein ziemlich emotionaler Tag. Ich will ehrlich sein. Es war ein emotionaler Tag, aber auf eine gute Art und Weise, auf die bestmögliche Art und Weise."
"Ich zögere fast, das zu sagen, aber ich denke, es könnte ein großer Triumph für das unabhängige Filmemachen sein", überlegte Fischbach laut in seinem Stream.
"Wenn ich vielleicht jemanden dazu inspirieren könnte, weiterhin Filme zu machen, wäre das ziemlich cool. Und wenn es vielleicht anderen Menschen die Tür öffnen könnte, ihre Projekte unabhängig zu realisieren und zu wissen, dass sie damit Erfolg haben könnten, fände ich das wirklich ziemlich cool“, so der Regie-Debütant weiter.
Auch in deutschen Kinos ist "Iron Lung" am 30. Januar gestartet und wird in ausgewählten Städten beziehungsweise Filmhäusern gezeigt; unter anderem in Erfurt, Jena, Kassel, Fulda, Hildesheim, Leipzig, Chemnitz, Bayreuth oder Paderborn. Eine Übersicht mit teilnehmenden Kinos hält die Homepage zum Film bereit.
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