Gewinner der Berlinale 2026
Der Goldene Bär geht an "Gelbe Briefe"

| Redaktion 
| 20.02.2026

Andernfalls wäre es wohl keine echte Berlinale: Zwischen politischer Positionierung und Vereinnahmung waren es längst nicht immer Filme, die in den letzten anderthalb Wochen internationale Schlagzeilen geschrieben haben. Die (in den Augen der Jury) besten Einreichungen der 76. Filmfestspiele wurden am Samstagabend natürlich nichtdestotrotz preisprämiert. 

Seit dem 12. Februar hat die Hauptstadt der Bundesrepublik die Berlinale beherbergt – oder die Internationalen Filmfestspiele Berlin, um die weltweit beachtete Branchenveranstaltung auch bei ihrem vollen Namen zu nennen.

Mehr als 270 Filme wurden im Laufe der letzten anderthalb Wochen auf den Leinwänden der Metropole vorgestellt; Beiträge sind aus weit über 150 Nationen eingegangen.

Abseits der leidigen Diskussion, ob das Filmfestival zu politisch oder aber nicht politisch genug ist, stand der Wettbewerb um den Goldenen Bären im inhaltlichen Vordergrund der Berlinale: 22 Streifen haben sich vor der Jury, diesmal unter dem Vorsitz von Regisseur Wim Wenders, um die Auszeichnung beworben.

Darum geht es in "Gelbe Briefe"

Am Ende fiel die Wahl der Fachleute auf "Gelbe Briefe" von Regisseur İlker Çatak – ein Drama, das von Derya und Aziz erzählt und zeigt, wie das Leben des türkischen Künstlerpaars nach der Premiere eines neuen Stücks durch staatliche Willkür auf den Kopf gestellt wird.

Mitsamt ihrer jungen Tochter sehen sie sich politischem Druck, Existenzängsten und dem Konflikt zwischen Überleben und Idealismus ringen. "Gelbe Briefe" thematisiert somit, wie autoritäre Repression private Lebenswelten zerstört und sowohl individuelle als auch familiäre Entscheidungen belastet.

Den Goldenen Bären entgegen nahm Çatak in Begleitung seiner Crew, Produzent Ingo Fliess inklusive. Der Regisseur sagte, dass er vorab eine politische Rede vorbereitet hat, darauf nun aber verzichten möchte, da schon so viele Leute "kluge Dinge" gesagt hätten.

"Ich möchte die Bühne stattdessen den Leuten überlassen, mit denen ich diesen Film gemacht haben, denn sie sind die Helden hinter diesem Award."

"Ich denke in seiner Botschaft beziehungsweise den Fragen, die der Film aufwirft, spricht er politisch für sich", so Çatak weiter. Die Auszeichnung widmete er anschließend dem 2012 verstorbenen Berufskollegen Seyfi Teoman und betonte dessen wichtigen Einfluss auf seine eigene Karriere.

Weitere Gewinner aus dem Berlinale Palast

Neben dem begehrten Hauptpreis wurden im Berlinale Palast am Potsdamer Platz diverse Silberne Bären vergeben. Der Große Preis der Jury ging so an "Kurtulus" von Ermin Alper, während sich "Queen at Sea" von Regisseur Lance Hammer den Preis der Jury sichern konnte.

Darüber hinaus wurden Silberne Bären für folgende Leistungen vergeben:

  • Beste Regie: Grant Gee, "Everybody Digs Bill Evans"
  • Beste Leading Performance: Sandra Hüller in "Rose"
  • Beste Supporting Performance: Anna Calder-Marshall und Tom Courtenay in "Queen at Sea"
  • Bestes Drehbuch: "Nina Roza" von Geneviève Dulude-De Celles
  • Herausragende künstlerische Leistung: "Yo (Love is a Rebellious Bird)" von Anna Fitch und Banker White

Im Rahmen der Berlinale Shorts wurden weitere Bären zudem an Kurzfilme verliehen; darüber hinaus einige weitere Geehrte aus der Hauptstadt:

  • Goldener Bär für den Besten Kurzfilm: "Yawman ma walad" / "Someday a Child" von Marie-Rose Osta
  • Silberner Bär / Jurypreis Kurzfilm: "A Woman‘s Place is Everywhere" von Fanny Texier
  • Berlinale Shorts CUPRA Filmmaker Award: "Di San Xian" von Jingkai Qu
  • Berlinale Dokumentarfilmpreis: "If Pigeons turned to Gold" von Pepa Lubojacki
  • GWFF Best First Feature Award: "Chronicles from the Siege" von Abdallah Alkhatib

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV