Sprachpreis für Publizistik
Deutscher Sprachpreis 2026 geht an Harald Martenstein

| Redaktion 
| 19.02.2026

Der Deutsche Sprachpreis 2026 würdigt Harald Martenstein für seinen präzisen, eigenständigen und öffentlich wirksamen Umgang mit der deutschen Sprache. Die Henning Kaufmann Stiftung zeichnet damit einen der profiliertesten Kolumnisten des Landes aus.

Die Preisverleihung findet am 12. Juni 2026 im Rathaus Kassel statt. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der Deutsche Sprachpreis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Sprachkultur im deutschsprachigen Raum. Seit 1984 ehrt die Henning Kaufmann Stiftung Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um gutes und verständliches Deutsch verdient gemacht haben. 2026 geht die Auszeichnung an den Journalisten und Autor Harald Martenstein.

Auszeichnung für publizistische Sprachkunst

Die Stiftung würdigt Martenstein für seinen meisterhaften Umgang mit der deutschen Sprache im publizistischen Kontext. Seine Texte gelten als zeitgemäß, verständlich und stilistisch eigenständig. Hervorgehoben wird sein Anspruch, anspruchsvolles Deutsch einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Martenstein ist seit Jahrzehnten als Kolumnist, Essayist, Reporter und Romanautor tätig. Er begann seine journalistische Laufbahn bei der Stuttgarter Zeitung, arbeitete unter anderem für den Tagesspiegel und war von 2002 bis 2026 mit der Kolumne „Lebenszeichen“, später „Harald Martenstein“, in der Zeit präsent. Für Geo verfasste er Reportagen und Essays, für die Welt am Sonntag schreibt er die Kolumne „Neben der Spur“. Seit Anfang 2026 erscheint in der Bild die Kolumne "Mail von Martenstein" als Nachfolgerin der "Post von Wagner".

Neben seiner journalistischen Arbeit veröffentlichte er mehrere Romane, darunter "Heimweg" (2007), "Gefühlte Nähe" (2010) und "Wut" (2021).

Preisverleihung in Kassel

Seit 2022 wird die Auszeichnung in Kassel vergeben. Die Verleihung 2026 findet am 12. Juni um 18 Uhr im Rathaus der Stadt statt. Die Laudatio hält Julia Klöckner, Präsidentin des Deutschen Bundestages.

Der Preis ist kein Literaturpreis im engeren Sinne, sondern ehrt unterschiedliche Beiträge zur Pflege, Weiterentwicklung und wissenschaftlichen Erforschung der deutschen Sprache. In den vergangenen Jahrzehnten wurden unter anderem Journalist:innen, Literaturwissenschaftler:innen, Übersetzer:innen, Sprachkritiker:innen und Institutionen ausgezeichnet. Zu den jüngeren Preisträgern zählen der Reclam Verlag 2024, Bodo Wartke 2023 und Daniela Danz 2022.

Mit der Entscheidung für Martenstein setzt die Stiftung ihre Linie fort, publizistische Sprachqualität in den Mittelpunkt zu stellen.

Rede im Thalia Theater geht viral

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte der Kolumnist zuletzt mit einem Auftritt im Hamburger Thalia Theater. Dort wurde ein sogenanntes Prozess Theater unter dem Titel "Prozess gegen Deutschland" inszeniert. Martenstein hielt in diesem Rahmen eine ausführliche Rede, die im Anschluss bei Bild vollständig veröffentlicht wurde und dort abrufbar ist.

Der Beitrag verbreitete sich rasch in sozialen Netzwerken und erzielte hohe Reichweiten. Während Unterstützer die Wortmeldung als pointiert und meinungsstark einordneten, äußerten Kritiker Widerspruch. Die Rede wurde entsprechend intensiv geteilt, kommentiert und medial aufgegriffen.

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