Sam Altman holt sich KI-Genie
"Bock, mit getriebenen Leuten zu arbeiten": Wie Peter Steinberger bei OpenAI landete

Er ist der Mann der Stunde in der KI-Welt: Peter Steinberger, der Erfinder von OpenClaw, heuert bei OpenAI an. In einem Interview im österreichischen Fernsehen spricht der Entwickler über den Werdegang seines Agenten, seinen spielerischen Drang zur Weiterentwicklung dieser und über astronomische Gehaltsangebote. Dabei ginge es ihm nicht (nur) um Geld, erklärt der Multimillionär. Das höchste Angebot war nicht das von Sam Altman.

Peter Steinberger spricht im Interview mit dem ORF-Moderator Armin Wolf für die Nachrichtensendung ZIB2 langsam und schnell zugleich. Wenn er redet, dann schnell. Aber dazwischen hält er immer wieder inne. Sein oberösterreischicher Akzent ist stark hörbar und er ist vollgespickt mit Anglizismen aus dem Tech-Sprech. Es fällt schwer ihm zuzuhören, auch wenn er in einfachen Worten spricht.

Steinberger, Erfinder vom eigenständig arbeitenden KI-Agenten OpenClaw, eben angeheuert von OpenAI, ist kein klassischer Show Performer, sondern ein angenehm bodenständiger Entwickler.

Er habe, sagt er, nicht den Anspruch etwas zu verkaufen. Er wollte einfach die Technologie verstehen: "Ich habe es einfach für mich gebaut. Ich habe es gesehen wie einen kleinen Spielplatz."

Ein bisschen wirkt er, als ob er selbst nicht recht wüsste wie ihm gerade geschieht. Wenn der Interviewer ihn fragt, warum die Tech Konzerne gerade ihn haben wollen, was er könne, was die nicht könnten, und er mit verschmitztem Ausdruck antwortet, dass er sich das auch gefragt habe.

Er habe wohl auch aberwitzige Gehaltsangebote bekommen, entgegnet Wolf. Wenngleich er gar nicht mehr für Geld arbeiten müsse, weil er vor fünf Jahren ein Startup verkauft hat, angeblich für einen dreistellligen Millionenbetrag.

Lust zu sehen, wie eine große Firma tickt

Wolf: "Mit welchem Anspruch bekommt man also einen wie Sie dazu, für sie zu arbeiten?"

Steinberger: "Ich habe jetzt ein Jahr lang relativ alleine gearbeitet. Jetzt habe ich einfach Lust zu sehen, wie so eine große Firma tickt. Ich habe Bock darauf, mit ganz viel anderen getriebenen Leuten zu arbeiten, die Spaß an der Technologie haben und lernen wollen. Der schnellste Weg dorthin ist eben, wenn ich zu einem dieser Labs gehe."

Darum habe er sich alle "Großen" angeschaut. Und es sei keine leichte Entscheidung gewesen. Ob etliche Millionen auch eine Rolle in der Entscheidungsfindung waren?

Auch die Mama soll es nutzen können

"Ich kann mich nicht beschweren. Aber das ist nicht mei driving force. Das Angebot das ich angenommen habe, war nicht das höchste."

Bei OpenAI wird er sich nun gemeinsam um die Weiterentwicklung solcher Agenten kümmern und sie massentauglich machen. Das Ziel: Das "Ding", wie er OpenClaw immer wieder nennt, soll so einfach bedienbar werden, dass es auch seine Mama nutzen kann.

In San Francisco stehen ihn dafür enorme Rechenkapazitäten zur Verfügung, Zugriff auf eine leistungsstarke GPU-Infrastruktur und eben die Zusammenarbeit mit den weltbesten Spitzenkräften.

Mindset in Europa passt nicht

Und Europa? Hat einmal mehr ein Talent verloren, und wieder wird endlos darüber diskutiert warum das nächste Tech-Genie in die USA abwandert.

Die Frage wurde ihm auch auf X gestellt. Hier seine Antwort:

"In der USA sind die meisten Menschen enthusiastisch. In Europa werde ich beschimpft, Leute schreien REGULIERUNG und VERANTWORTUNG. Und wenn ich wirklich hier eine Firma baue, dann kann ich mich mit Themen wie Investitionsschutzgesetz, Mitarbeiterbeteiligung und lähmenden Arbeitsregulierungen abkämpfen. Bei OAI arbeiten die meisten Leute 6-7 Tage die Woche und werden dementsprechend bezahlt. Bei uns ist das illegal."

Die USA mache für ihn im Moment einfach mehr Sinn. Das Kapital, die Infrastruktur und weniger großen Hürden, all das helfe, sei seinem Projekt schneller voranzukommen.

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