Der große Überblick
Trump Rede zur Lage der Nation bricht Rekord und stellt neue Zölle in Aussicht

| Redaktion 
| 25.02.2026

Mit einer Rede von 1 Stunde und 47 Minuten hat US-Präsident Donald Trump einen historischen Rekord aufgestellt. In seiner Ansprache vor dem Kongress stellte er Wirtschaft und Handel ins Zentrum, verteidigte seine Zollpolitik nach einem Urteil des Supreme Court und kündigte neue Importzölle an. Die Rede war geprägt von wirtschaftspolitischen Versprechen, außenpolitischen Warnungen und sichtbarer politischer Polarisierung.

Die State of the Union 2026 geht als längste Rede eines US-Präsidenten vor dem Kongress in die Geschichte ein. Donald Trump sprach 107 Minuten und übertraf damit frühere Bestmarken. Es war die bislang längste Rede eines US-Präsidenten vor dem Kongress in der modernen Geschichte. Inhaltlich setzte er klare Schwerpunkte: Wirtschaftswachstum, neue Zölle, Energiepolitik, nationale Sicherheit und institutionelle Fragen. Zugleich kam es im Plenarsaal zu Protesten, Zwischenrufen und demonstrativen Abgängen demokratischer Abgeordneter.

Zu Beginn erklärte Trump: "Our nation is back, bigger, better, richer and stronger than ever before.“ Er zeichnete das Bild einer starken US-Wirtschaft mit sinkender Inflation, fallenden Hypothekenzinsen und steigenden Investitionen.

Mehrere aktuelle Daten zeichnen laut Reuters jedoch ein differenzierteres Bild. Zwar seien einzelne Preise – etwa für Eier – gesunken, insgesamt liege die Inflationsrate jedoch weiterhin über dem Zielwert der US-Notenbank. Eine Reuters/Ipsos-Umfrage zeige zudem, dass 56 Prozent der Befragten mit Trumps Wirtschaftspolitik unzufrieden seien.

Ein zentraler Punkt der Rede war die Verteidigung seiner Zollpolitik. Nachdem der Supreme Court die Rechtsgrundlage für frühere Zollmaßnahmen gekippt hatte, bezeichnete Trump das Urteil als "very unfortunate ruling“. Zugleich kündigte er an, neue Zölle von bis zu 15 Prozent auf anderer gesetzlicher Grundlage prüfen zu lassen.

Wie Reuters berichtet, hatte die US-Regierung zuletzt rund 175 Milliarden US-Dollar aus den nun für unzulässig erklärten Zöllen eingenommen. Studien zufolge seien große Teile der Belastung von amerikanischen Verbrauchern und Unternehmen getragen worden.

Sechs Auszeichnungen unterstreichen Inszenierung

Ein außergewöhnlicher Teil der Ansprache war die Vergabe von insgesamt sechs Medaillen und Ehrungen. Während seiner Rede zeichnete Trump laut Reuters folgende Personen aus:

  • einen Offizier der Küstenwache, der Menschen bei Überschwemmungen in Texas rettete

  • zwei Mitglieder der Nationalgarde, die in Washington angeschossen wurden

  • einen 100-jährigen Veteranen

  • einen Soldaten, der an der Venezuela-Operation beteiligt war

  • einen Torhüter des US-Eishockeyteams

Zudem sagte Trump mit Blick auf die Congressional Medal of Honor: "I've always wanted the Congressional Medal of Honor, but I was informed I'm not allowed to give it to myself.“

Die Anzahl der Auszeichnungen während einer einzelnen State of the Union gilt als außergewöhnlich und unterstrich den inszenierten Charakter des Abends.

Energiepolitik und Tech-Regulierung

In der Industriepolitik kündigte Trump an, große Technologieunternehmen sollten ihre eigenen Kraftwerke zur Versorgung von KI-Rechenzentren errichten, um Strompreise für Haushalte stabil zu halten.

Außenpolitisch warnte er erneut vor den nuklearen Ambitionen Irans. "I will never allow … to have a nuclear weapon“, sagte er mit Blick auf Teheran. Iran habe bislang nicht zugesichert, dauerhaft auf Atomwaffen zu verzichten. Den Krieg in der Ukraine erwähnte Trump nur kurz.

Polarisierung im Kongress sichtbar

Die Rede war von deutlicher politischer Spannung begleitet. Mehrere demokratische Abgeordnete verließen den Saal. Zwischenrufe wie "You're a liar“ waren zu hören. Trump reagierte mehrfach mit scharfen Worten und warf seinen politischen Gegnern vor, nicht für grundlegende Prinzipien einzustehen.

Auch außerhalb des Kapitols fanden Protestveranstaltungen statt.

Bedeutung für Europa und deutsche Exporte

Für Deutschland und die Europäische Union sind insbesondere die angekündigten neuen Zölle von Bedeutung. Sollten Importaufschläge von bis zu 15 Prozent umgesetzt werden, könnte dies die transatlantischen Handelsbeziehungen spürbar belasten. Die Europäische Union zählt zu den wichtigsten Handelspartnern der USA, zahlreiche Industriezweige sind eng miteinander verflochten.

Besonders betroffen wären exportstarke Branchen wie die deutsche Automobilindustrie, der Maschinenbau sowie die chemische Industrie. Viele Unternehmen erwirtschaften einen erheblichen Teil ihres Umsatzes im US-Markt. Zusätzliche Zölle würden nicht nur Margen unter Druck setzen, sondern könnten auch Investitionsentscheidungen, Lieferkettenstrukturen und Standortstrategien beeinflussen.

Für europäische Unternehmen entsteht damit erneut Planungsunsicherheit. Die mögliche Neuausrichtung der US-Handelspolitik könnte bestehende Handelsabkommen belasten und zu Gegenmaßnahmen führen. Vor dem Hintergrund globaler Konjunkturrisiken gewinnt die weitere Entwicklung in Washington daher strategische Relevanz für Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik.

 

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Längste State of the Union in der Geschichte mit 1 Stunde und 47 Minuten

  • Ankündigung neuer Zölle von bis zu 15 Prozent

  • Kritik am Supreme-Court-Urteil zur bisherigen Zollpraxis

  • Wirtschaft und Inflation als zentrales Thema

  • Sechs Auszeichnungen während der Rede

  • Warnung an Iran in der Nuklearfrage

  • Sichtbare politische Spannungen im Kongress

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Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Längste State of the Union in der Geschichte mit 1 Stunde und 47 Minuten

  • Ankündigung neuer Zölle von bis zu 15 Prozent

  • Kritik am Supreme-Court-Urteil zur bisherigen Zollpraxis

  • Wirtschaft und Inflation als zentrales Thema

  • Sechs Auszeichnungen während der Rede

  • Warnung an Iran in der Nuklearfrage

  • Sichtbare politische Spannungen im Kongress

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