Öffentlicher Nahverkehr
ver.di-Streik soll (fast) ganz Deutschland lahmlegen

| Redaktion 
| 24.02.2026

Wenn Sie in Ihrem Alltag auf den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) angewiesen sind, werden Sie für Freitag und Samstag höchstwahrscheinlich umplanen wollen: Im Zuge der aktuellen Tarifverhandlungen hat ver.di rund 100.000 Beschäftigte in Deutschland dazu aufgerufen, die Arbeit an beiden Tagen niederzulegen. Nur ein Bundesland bleibt vorerst sicher verschont.

Nicht nur mit den Kinoketten CineStar und UCI steckt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (kurz ver.di) derzeit in Verhandlungen – auch die Tarifrunde Nahverkehr ist im vergangenen Januar angelaufen.

Beide Entwicklungen folgen insofern einem vertrauten Ablauf, als dass die extrem arbeitnehmerfreundlichen Forderungen von ver.di auf Ablehnung bei den Verhandlungspartnern stoßen, woraufhin diese bestreikt werden.

So ist es neben den besagten Filmtempeln auch dem öffentlichen Nahverkehr jüngst bereits ergangen; am 02. Februar "kam in mehr als 100 Unternehmen der Verkehr für 24 Stunden vollständig zum Erliegen, in Dutzenden weiterer Betriebe gab es teils starke Einschränkungen", blickt ver.di zufrieden zurück.

ver.di will "klares Signal" senden

Dem soll sich am Freitag, 27. und Samstag, 28. Februar ein erneuerter "Arbeitskampf" anschließen, wie ver.di am Dienstag verkündet hat: Zum Streik aufgerufen werden die Beschäftigten von ungefähr 150 öffentlichen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben, was der Gewerkschaft zufolge insgesamt etwa 100.000 Personen entspricht.  

"Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab", kommentiert Christine Behle, ihres Zeichens stellvertretende ver.di-Vorsitzende.

"Das ist mehr als enttäuschend – offenbar verstehen die Arbeitgeber immer noch nicht, dass es auf Dauer keine funktionierende ÖPNV-Daseinsvorsorge mehr geben kann, wenn wir jetzt nicht entscheidend die Arbeitsbedingungen verbessern", so Behle weiter. Der nun geforderte Streik sei "ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen."

Nur Niedersachsen bleibt (vorerst) verschont

Auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzen aus ver.di-Sicht meist Kommunale Arbeitgeberverbände (KAV). Inhaltlich stehen dabei nicht immer die selben Punkte zur Disposition:

Während es in Bayern, Brandenburg, im Saarland, in Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn um mehr Geld geht, stehen im Rest der Nation eher Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und höhere Nacht- sowie Wochenendzuschläge im Fokus.

Der erneute Aufruf zum Streik gilt im Wesentlichen bundesweit, wobei Ausnahmen auch hier die Regel bestätigen: "In Niedersachsen, wo noch bis Ende März eine Friedenspflicht gilt, findet kein Arbeitskampf statt", verkündet ver.di.

Darüber hinaus wird sich erst Donnerstag mit Sicherheit herausstellen, ob die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein und in Baden-Württemberg von den Maßnahmen betroffen sind.

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