Kommunikation, Infrastruktur, Krisenmanagement
Deutsche Bahn im Winterchaos – Bahnchefin Palla zieht Bilanz

| Redaktion 
| 11.01.2026

Nach Tagen massiver Einschränkungen durch Schneemassen und Stromausfälle hat die Deutsche Bahn ihren Betrieb teilweise wieder aufgenommen. Bahnchefin Palla bedankt sich bei Reisenden und Mitarbeitenden – und stellt klar, dass Sicherheit und Gesundheit weiterhin oberste Priorität haben.

Die Deutsche Bahn arbeitet sich Stück für Stück aus den Folgen des extremen Wintereinbruchs heraus. Wie Bahnchefin Evelyn Palla in einem Interview gegenüber ntv erklärte, sei "etwa zwei Drittel des Angebots ab heute wieder stabil". Die zurückliegenden Tage seien durch dynamische Wetterlagen, Schneeverwehungen und infrastrukturelle Herausforderungen geprägt gewesen. Palla nutzte den Anlass vor allem für ein öffentliches Dankesstatement an Fahrgäste und Einsatzkräfte.

Lage stabilisiert sich, Herausforderungen bleiben

Trotz massiver Störungen in den letzten Tagen ist es der Deutschen Bahn gelungen, den Schienenverkehr schrittweise wieder anzufahren. Besonders betroffen war der Norden Deutschlands, wo selbst bereits geräumte Strecken erneut unpassierbar wurden – Das Winterchaos zeigte auch in anderen Bereichen der Infrastruktur deutliche Folgen. Laut Palla habe man "de facto wieder von vorne beginnen" müssen. Das Engagement der Räumkräfte sei dabei entscheidend gewesen – sie arbeiteten unter "Höchstlast" nun bereits den vierten Tag in Folge.

In besonders kritischen Fällen stellte die Bahn 15 sogenannte Aufenthaltszüge bereit, in denen sich gestrandete Fahrgäste aufwärmen und mit Getränken versorgen konnten. Dass kein einziger Zug auf freier Strecke liegen blieb, sei laut Bahnchefin ein großer Erfolg in der Notfallkoordination. "Ganz, ganz wesentlich in solchen Großwetterlagen ist, dass wir Sicherheit und Gesundheit der Reisenden, der Kolleginnen und Kollegen, der Einsatzkräfte immer an die erste Stelle stellen."

Kommunikation als Schwachstelle

Während die operative Lage zunehmend unter Kontrolle scheint, gibt es Kritik an der Kommunikation der Bahn – insbesondere in Hannover. Laut Beschwerden sei über Aufenthaltszüge nicht ausreichend informiert worden. Auch Hinweise auf Ausfälle hätten Reisende zu spät erreicht. Palla räumte Verbesserungsbedarf ein: "Wir werden im Nachgang analysieren, was wir besser machen können." Gleichzeitig betonte sie, dass bereits frühzeitig gewarnt worden sei und alternative Reisetage empfohlen wurden.

Die Information über Aufenthaltszüge sei sowohl "durchgesagt worden" als auch im Internet veröffentlicht worden. Dennoch gelte es, Maßnahmen künftig noch transparenter zu kommunizieren. Der ungewöhnliche Charakter solcher Maßnahmen, etwa das Übernachten in bereitgestellten Zügen, sei vielen Reisenden schlicht nicht vertraut.

Ausblick auf kommende Schneefälle

Für die kommenden Tage ist weiterer Schneefall angekündigt – etwa fünf bis zehn Zentimeter werden allein in Hannover erwartet. Die Deutsche Bahn zeigt sich vorbereitet. Bereits Bahnchefin Palla hatte betont, dass man seit vergangenem Dienstag gezielt Vorsorgemaßnahmen eingeleitet habe: "Wir haben da auch sofort die Arbeitsstäbe gegründet."

Ergänzend erklärte Philipp Nagel, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, dass man nicht mehr von massiven Einschränkungen ausgehe: "Wir gehen jetzt nicht mehr von so großen Einschränkungen aus, wie wir sie gestern und vorgestern gesehen haben." Dennoch werde es "auch morgen noch in Folge von der großen Kälte und dem Schnee zu einzelnen Einschränkungen kommen". Die Betriebszentrale Nord in Hannover bleibe im Krisenmodus, die Räumkräfte seien inzwischen den vierten Tag in Folge im Einsatz – unter "Höchstlast", wie Nagel betonte.

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