Vertrauensverlust der Medien
Neues Buch: Mary Abdelaziz-Ditzow blickt "Behind the News"

| Redaktion 
| 26.02.2026

Mit "Behind the News" legt die Journalistin Mary Abdelaziz-Ditzow eine kritische Bestandsaufnahme der modernen Medienlandschaft vor. Im ab sofort erhältlichen Buch (Ullstein) analysiert sie, warum Vertrauen in Nachrichten schwindet, wie Framing und Dramatisierung öffentliche Wahrnehmung beeinflussen und wo Journalismus seiner Verantwortung nicht mehr gerecht wird.

Der Veröffentlichungszeitraum eines Produkts will wohlüberlegt sein – und selbst im Falle optimaler Kalkulationen kann es passieren, dass ein unvorhersehbares Ereignis den Release überschattet oder der präsentierten Narrative inhaltlich in den sprichwörtlichen Karren fährt.

Mary Abdelaziz-Ditzow hätte der öffentlich-rechtliche Rundfunk diesen Monat dagegen wohl kaum eine bessere Grundlage liefern können: Der Skandal um KI-generierte Emotionalisierung und falsch zugeordnete Szenen im "heute-journal" hat die Debatte um die erodierende Glaubwürdigkeit der Massenmedien zusätzlich angeheizt.

Optimale Kulisse also für "Behind the News", das thematisch entsprechend fokussierte und ab sofort erhältliche Buch von Mary Abdelaziz-Ditzow. Damit will sie Lesenden mehr Medienkompetenz auf den Weg geben und gemäß Untertitel bei der Navigation "zwischen Manipulation und Information" helfen.

Selbstkritische Branchenbetrachtung

Die Autorin betrachtet die Medien (ein zugegeben schwammiger Sammelbegriff, mit dem sie selbst kritisch ins Gericht geht) dabei keinesfalls aus unbedarfter Außenperspektive, schließlich war sie in der Vergangenheit bereits für das Handelsblatt oder ntv aktiv. Inzwischen ist sie Chefredakteurin für Wirtschaft & News bei Finanzfluss.

"Ich bin Journalistin und immer wieder im innerlichen Konflikt mit meiner Branche", schilderte Mary Abdelaziz-Ditzow schon im Dezember auf LinkedIn mit Verweis darauf, dass entsprechende Gefühle "mit jeder medialen Welle", von Corona über Ukraine bis Nahost, intensiver wurden.

"Mir war klar: Entweder ich verlasse die Medienwelt oder ich schreibe dieses Buch."

Auf (die ausführlichen Quellenangaben inklusive) über 330 Seiten befasst sich Mary Abdelaziz-Ditzow unter anderem mit der wachsenden Entkopplung der sagenumwobenen Medien von weiten Teilen der Gesellschaft.

"Einseitiges Framing und die Diskrepanz zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung sind zwei von mehreren Treibern dieses Trends", erklärt die Autorin.

Ihr nun bei Ullstein veröffentlichtes Buch soll sich dabei ausdrücklich nicht an eine bestimmte Zielgruppe richten, sondern sowohl alltägliche Medien-Rezipienten als auch Journalisten aller Sektoren ansprechen.

Keine reine Klageschrift

Abdelaziz-Ditzow weist darauf hin, dass alle Akteure im dualen Mediensystem durch das wachsende Misstrauen der Massen zu Leidtragenden werden. Gleichzeitig ist "Behind the News" keine reine Klageschrift:

Durch differenzierte und multi-perspektivische Berichterstattung oder eine "ernsthafte Diskussion" über deren Intention lässt sich dem Trend in den Augen der Autorin entgegenwirken. "Das ist mein Appell", unterstreicht sie.

Wer sich einen näheren Eindruck von Kapiteln wie "Wenn Nachrichtenmedien lenken, worüber du nachdenkst", "Die toxische Symbiose zwischen dir und den Medien", "Die deutsche Nahost-Berichterstattung" oder "Nichts ist mächtiger als eine gute Geschichte" machen möchte, kann "Behind the News" unter anderem bei Amazon oder Ullstein erwerben.

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