Geschäftszahlen 2025
PUMA meldet 644 Millionen Euro Verlust 2025 und streicht Dividende

PUMA hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Umsatzrückgang und einem operativen Verlust abgeschlossen. Der Sportartikelhersteller spricht von einem strategischen Reset und will 2026 als Übergangsjahr nutzen. Ziel ist es, die Marke strukturell neu auszurichten, die Profitabilität zu stabilisieren und ab 2027 wieder überdurchschnittlich zu wachsen.

Nach umfassenden Bereinigungen in Vertrieb, Kostenstruktur und Organisation zieht PUMA Bilanz eines schwierigen Geschäftsjahres. Der Konzern reduzierte gezielt Promotions, baute Wholesale-Exposures ab und nahm Einmaleffekte in Kauf, um die Grundlage für nachhaltige Profitabilität zu legen.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung 2025

Der Umsatz sank im Geschäftsjahr 2025 währungsbereinigt um 8,1 Prozent auf 7.296,2 Millionen Euro. Berichtigt lag der Rückgang bei 13,1 Prozent. Besonders im zweiten Halbjahr wirkten sich die eingeleiteten Reset-Maßnahmen deutlich aus.

Das bereinigte EBIT verringerte sich auf minus 165,6 Millionen Euro. Einschließlich Einmaleffekten in Höhe von 191,6 Millionen Euro belief sich das ausgewiesene EBIT auf minus 357,2 Millionen Euro. Die Bruttomarge sank um 260 Basispunkte auf 45,0 Prozent. Belastend wirkten erhöhte Promotions im Großhandel, Lagerwertberichtigungen im Zuge der Distributionsbereinigung sowie Währungseffekte.

Der Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen betrug 643,6 Millionen Euro. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten. CEO Arthur Hoeld bezeichnete 2025 als Reset-Jahr und erklärte, PUMA wolle sich als globale Top-3-Sportmarke etablieren, wieder über dem Branchendurchschnitt wachsen und mittelfristig gesunde Gewinne erzielen.

Der strategische Reset fiel in eine Phase des Führungswechsels. Der Aufsichtsrat hatte Arthur Hoeld mit Wirkung zum 1. Juli 2025 zum CEO ernannt. Sein Vorgänger Arne Freundt schied im April 2025 aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung aus dem Unternehmen aus.

Bilanz und Finanzierung

Die Nettoverschuldung stieg zum Jahresende auf 1.063,5 Millionen Euro. Der Free Cashflow lag bei minus 530,3 Millionen Euro. Gleichzeitig stärkte PUMA seine Finanzierungsspielräume: Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über nicht ausgeschöpfte Kreditlinien in Höhe von 1.202,2 Millionen Euro.

Die Lagerbestände erhöhten sich moderat auf 2.060,0 Millionen Euro. Das Unternehmen sieht sich beim Abbau überschüssiger Bestände leicht vor Plan und strebt bis Ende 2026 eine Normalisierung an.

Bereits im Januar 2026 kündigte der chinesische Sportartikelkonzern Anta Sports den Erwerb eines 29,06-Prozent-Anteils an PUMA an. Die Transaktion steht noch unter Bedingungen. Für den Konzern bedeutet der Einstieg eines strategischen Großaktionärs zusätzliche Stabilität in der laufenden Transformationsphase.

2026 als Übergangsjahr

Für 2026 erwartet PUMA einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das operative Ergebnis (EBIT) wird zwischen minus 50 und minus 150 Millionen Euro prognostiziert. Die Investitionen sollen bei rund 200 Millionen Euro liegen und vor allem in digitale Infrastruktur, Logistik sowie Direct-to-Consumer-Kanäle fließen.

Strategisch fokussiert sich der Konzern 2026 auf die Kernbereiche Football, Running mit der NITRO-Plattform, Training mit der HYROX-Partnerschaft sowie Sportstyle Prime & Select. Parallel werden Organisationsstrukturen vereinfacht und rund 1.400 Corporate-Positionen abgebaut. Ab 2027 soll die Rückkehr zu nachhaltigem, profitablen Wachstum erfolgen.

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