DiaMonTech
Diabetes: Durchbruch in der Glukosemessung in Sicht

| Redaktion 
| 25.02.2026

Nach anderthalb Jahrzehnten Forschung bejubelt das Berliner Startup DiaMonTech einen Meilenstein bei der Entwicklung non-invasiver Methoden zur Glukosemessung: Mittels einer Infrarotlaser-Technologie kommen an Diabetes erkrankte Menschen ganz ohne Stich und ähnliche Unannehmlichkeiten an lebenswichtige Daten. An einem portablen Gerät wird eifrig gearbeitet.

Dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) zufolge waren bereits vor drei Jahren fast neun Millionen Menschen an Typ-2 Diabetes erkrankt, wobei alle zwölf Monate rund 450.000 neue Fälle hinzukommen. Daneben merken die Fachleute an, dass man zudem rund zwei Millionen Menschen einbeziehen müsse, die ohne ihr Wissen mit erhöhten Blutzuckerwerten durchs Leben gehen.

"Das ist problematisch, da die Erkrankung eine konsequente Überwachung erfordert und den Betroffenen tägliche Disziplin sowie ein hohes Maß an Eigenverantwortung abverlangt", gibt Thorsten Lubinski zu bedenken.

Dem Mitbegründer und CEO des deutschen MedTech-Unternehmens DiaMonTech ist bewusst, dass bisher geläufige Methoden dabei gewissen Hürden gegenüberstehen: Sowohl die Blutzuckermessung durch einen Stich in die Fingerbeere als auch Kontinuierliche Glukosemonitoring (CGM) sind invasive Methoden, die bei vielen Betroffenen für Unbehagen sorgen.

"Das führt dazu, dass viele Menschen mit Diabetes zu selten messen und dadurch zu wenig Informationen über Ihren Blutzuckerverlauf haben", so Lubinski.

Prototyp in Kühlschrankgröße

Bei DiaMonTech freut man sich nun, "einen bedeutenden Schritt" auf dem Weg zu einer zuverlässigen und non-invasiven Messtechnologie gemacht zu haben.

Eine vom Berliner Startup entwickelte Methode setzt auf einen Infrarotlaser, der Glukosemoleküle in der Haut stimuliert und die entstehende Wärme messbar macht – so genau, dass die "Genauigkeit einiger kommerzieller Systeme" im Rahmen einer klinischen Studie am Ulmer Institut für Diabetes-Technologie bereits erreicht werden konnte.

"Begonnen hat alles mit einem Prototyp in Kühlschrankgröße", erinnert sich Thorsten Lubinski an die rund 15 Jahre zurückliegenden Anfänge. "Heute arbeiten wir an einem tragbaren Gerät, das so klein wie ein Mobiltelefon ist. Die Ergebnisse der Studie sind ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer schmerzfreien, zuverlässigen Blutzuckerkontrolle."

"Noch nie zuvor hat eine nicht-invasive Technologie in einer prospektiven und damit verblindeten Studie diese Stufe der klinischen Validierung mit so vielen Probanden erreicht", hebt Lubinski zufrieden hervor.

Endprodukt in der Smartwatch?

Wie vom DiaMonTech-CEO angedeutet ist die konkrete Produktentwicklung einer der nächsten wichtigen Schritte – etwa mit dem sogenannten D-Pocket. Lubinski kommentiert: "Unser Anspruch ist es, die Versorgung nachhaltig für Menschen mit Diabetes sowie für Ärzte und das Gesundheitssystem zu erleichtern."

Die jüngst erfolgte Studie belege, "dass der Weg zu marktreifen, nicht-invasiven Geräten realistisch ist. Unsere Vision ist es, die Technologie weiter zu miniaturisieren und in Smartwatches zu integrieren. Für viele Betroffene kann das langfristig ein völlig neues Level an Freiheit und Lebensqualität bedeuten."

In einer Zeit, in der viele europäische Tech-Unternehmen den transatlantischen Sprung wagen, bricht Thorsten Lubinski eine Lanze für den Standort Deutschland. "Wir entwickeln hier, weil wir davon überzeugt sind, dass wissenschaftliche Exzellenz und technische Innovation in Deutschland zusammengehören", sagt der CEO.

Gleichzeitig ruft er ins Gedächtnis, dass man sich auf dem Status Quo keinesfalls ausruhen kann: "Langfristig wird der Erfolg solcher Projekte aber nur möglich sein, wenn wir die Forschungstiefe Europas mit der Umsetzungsgeschwindigkeit und der Kapitalbereitstellung des Silicon Valley verbinden."

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