Insider Trading auf dem Prediction Market
Kalshi bestraft Mitarbeiter von Mr. Beast

| Redaktion 
| 26.02.2026

Die US-Plattform Kalshi zieht erstmals öffentlich Konsequenzen aus mutmaßlichem Insider Trading auf ihrem Prediction Market – und im Zentrum der Untersuchung steht ein Mitarbeiter des meistabonnierten YouTubers der Welt: Ein Editor von Jimmy "Mr. Beast" Donaldson soll sich durch den Handel mit nicht-öffentlichen Informationen bereichert haben.

Im letzten Jahr haben wir die seinerzeit erst 29-jährige Luana Lopes Lara und Kalshi vorgestellt – eine von ihr mitgegründete Plattform rund um den Prediction Market, mit der sie zur bis dato jüngsten Selfmade-Milliardärin der Welt aufgestiegen ist.

Das Prinzip hinter Kalshi (oder der Konkurrenzplattform Polymarket) ist relativ leicht erklärt: Nutzer können binär gestellte Fragen aus allen Lebensbereichen mit Geldeinsätzen beantworten.

Heißt am praktischen Beispiel: Auf "Wird Donald Trump bei seiner nächsten Rede eine rote Krawatte tragen?" kann ein User hundert Dollar auf "Ja" oder aber "Nein" setzen; je nachdem, was ihm persönlich wahrscheinlicher erscheint.

Was verdächtig nach Wette klingt, ist technisch betrachtet der Kauf von Anteilen an einer der beiden Optionen, deren Preis in Echtzeit schwankt und vom bisherigen Verhalten votierender Nutzer beeinflusst wird. In Deutschland werden Prediction-Market-Plattformen vom geltenden Gesetz ausgebremst.

Kalshi teilt erstmals Untersuchungsergebnisse

Gleichzeitig ist Jimmy "Mr. Beast" Donaldson einer der größten Namen im Internet und durch spektakuläre Video-Inszenierungen und Charity-Aktionen zu Ruhm gekommen. Als wir Team Water im letzten August berücksichtigt haben, brachte es der US-Amerikaner auf 422 Millionen YouTube-Abonnenten, während der Zähler ein halbes Jahr später bereits bei 469 Millionen Abos steht.

So gesehen ist es nicht überraschend, dass auf Kalshi auch auf Ereignisse aus den kommenden Videos von Mr. Beast gesetzt werden kann – und nicht einmal die gutgläubigsten Menschen dürften davon ausgehen, dass der Prediction Market bislang vom Insider Trading verschont geblieben ist.   

Nachdem es andernorts bisher lediglich dubiose Verdachtsmomente in diese Richtung gab, hat die Plattform nun erstmals Ergebnisse und Konsequenzen rund um untersuchte Marktmanipulationen geteilt.

Zwei Jahre Sperre, 20.000 Dollar Strafe

Wie NPR berichtet, ist der Fokus von Kalshi dabei vor allem auf einen Mann namens Artem Kaptur gefallen, der Editor im Team des weltweit meistabonnierten YouTubers ist.

Mit nahezu perfekter Erfolgsrate bei riskanten Einsätzen soll Kaptur insgesamt etwa 4000 US-Dollar in Märkte investiert haben, die sich mit dem Schaffen seines Chefs befassen und etwa darauf spekulieren, welche Formulierungen er in kommenden Videos benutzen wird.

Bild: Screenshot / kalshi.com
Bild: Screenshot / kalshi.com

"Wir haben nachgeforscht und festgestellt, dass der Trader als Redakteur für die Show des Streamers tätig war und wahrscheinlich Zugang zu wesentlichen nicht öffentlichen Informationen im Zusammenhang mit seinen Handelsgeschäften hatte", wird Robert DeNault, Leiter der Vollzugsabteilung von Kalshi, zitiert.

Die Plattform hat den Fall demnach an die Aufsichtsbehörden der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) weitergeleitet, das Konto von Artem Kaptur für zwei Jahre gesperrt und ihn mit einer Strafe von 20.000 US-Dollar belegt.

Ein Sprecher aus Mr. Beasts Unternehmen verurteilte den Fall und betonte, dass es Angestellten eigentlich untersagt ist, sich rund um ihren eigenen Chef auf Prediction Markets zu betätigen.

Im Laufe des letzten Jahres hat Kalshi nach Eigenangaben etwa 200 Untersuchungen wegen Versuchen der Marktmanipulation eingeleitet, von denen derzeit noch zwölf laufen.

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