Handelskonzern investiert in Bildung und Klima
ROSSMANN erzielt Rekordumsatz und baut europäisches Filialnetz aus

Die Drogeriekette ROSSMANN meldet für 2025 einen neuen Höchstwert beim Umsatz und setzt ihren Expansionskurs fort – sowohl stationär als auch mit gesellschaftlichen Projekten. Während Wettbewerber dm mit einer Online-Apotheke neue Geschäftsfelder erschließt, fokussiert sich ROSSMANN auf Wachstum in klassischen Märkten und investiert in Bildung und Klimaschutz.

ROSSMANN hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 16,6 Milliarden Euro abgeschlossen – ein Anstieg um 8,5 Prozent. Damit gehört der Konzern weiter zu den größten Drogeriemarktbetreibern Europas. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau des Filialnetzes, einer stärkeren Mitarbeiterbeteiligung und dem Engagement in sozialen Projekten.

Auslandsgeschäft wächst stärker als der Heimatmarkt

In Deutschland stieg der Umsatz um 6,1 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Noch dynamischer entwickelte sich das Geschäft im Ausland: In Polen, Ungarn, Tschechien, der Türkei und weiteren Märkten legte der Umsatz um 13 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu. Insgesamt ist ROSSMANN aktuell in neun europäischen Ländern vertreten, darunter auch mit einem reinen Online-Angebot in Dänemark.

Mitbewerber dm verzeichnete im gleichen Zeitraum sogar einen noch höheren Gesamtumsatz: 19,2 Milliarden Euro in Europa, davon 13,3 Milliarden in Deutschland. Die Karlsruher Kette geht zudem neue Wege im Bereich Health – mit dem Start einer eigenen Online-Apotheke für rezeptfreie Medikamente. Laut dem Unternehmen reagiert man damit auf "Wünsche der jungen, online-affinen Zielgruppe". Der Deutsche Apothekerverband kritisierte den Schritt.

Milliardeninvestitionen und neue Filialen geplant

ROSSMANN will seine Wachstumsstrategie auch 2026 fortsetzen. Das Investitionsvolumen steigt auf 613 Millionen Euro – 73 Millionen mehr als im Vorjahr. Europaweit sind 342 neue Filialen geplant, davon 63 in Deutschland. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einführung eines überarbeiteten Ladendesigns.

Auch die Beschäftigten werden stärker beteiligt: 41.300 Mitarbeiter:innen in Deutschland erhielten 2025 Sonderzahlungen in Höhe von 21 Millionen Euro. Damit setzt der Konzern ein klares Zeichen in Richtung Mitarbeiterbindung – ein Thema, das angesichts des Fachkräftemangels zunehmend in den Fokus rückt.

Fokus auf Bildungsgerechtigkeit und CO₂-Einsparung

ROSSMANN nutzt seinen wirtschaftlichen Erfolg auch für gesellschaftliches Engagement. Zwei Programme stehen aktuell im Zentrum:

Mit "ROSSMANN spendet Licht" unterstützt das Unternehmen Schulen in Niedersachsen bei der Umrüstung auf LED-Beleuchtung. Laut Unternehmensangaben wurden bislang 29 Schulen gefördert. Die durchschnittliche CO₂-Ersparnis pro Schule liegt bei 8,8 Tonnen jährlich. Das Programm läuft weiter – interessierte Schulen müssen allerdings mit Wartezeiten rechnen.

Im Bildungsbereich fördert ROSSMANN gemeinsam mit der Initiative #wirfürschule gUG das Projekt "Klasse 0". Ziel ist es, Vorschulkinder mit Sprach- oder Entwicklungsdefiziten gezielt zu unterstützen. Für die Pilotphase, die im März 2026 startet, stehen 100 Plätze zur Verfügung – über 200 Bewerbungen sind bereits eingegangen.

Eine besondere Anerkennung erhielt Unternehmensgründer Dirk Roßmann: Er wurde im November 2025 mit dem Deutschen Handelspreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

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