Star-Produzent findet
"Work-Life-Balance ist nichts für Architekten, die Visionen in die Realität umsetzen"

| Redaktion 
| 22.12.2025

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit ist vielen Berufstätigen heilig. Dem Black-Eyed-Peas-Star will.i.am zufolge ist sie vor allem für Menschen wichtig, die "nur einen Job haben, um den Traum eines anderen zu unterstützen" – wer jedoch etwas verwirklichen will, das es in dieser Form noch nicht gibt, solle stattdessen seine "Dream-Reality-Balance" in den Vordergrund stellen.

Eine Aussage, die uns aus den Artikeln dieses Jahres aus irgendeinem Grund im Kopf geblieben ist: Beim OMR Festival empfahl die Werbeikone, Moderatorin und Unternehmerin Verona Pooth, dass auf Erfolg abzielende Menschen "einfach halb so viel schlafen und doppelt so viel arbeiten" sollten – erfrischende Unverblümtheit in Zeiten, in denen sehr viel über die Wichtigkeit der Work-Life-Balance geredet wird.

Prominenten Zuspruch erhält Pooth von der anderen Seite des Atlantik: William James Adams Jr. tritt unter seinem Künstlernamen will.i.am in Erscheinung und ist hierzulande vor allem als musikalischer Kopf der Black Eyed Peas bekannt, die insbesondere in den Nullerjahren diverse Welthits landen konnten.

Für Pioniere zählt die "Dream-Reality-Balance"

Neben eigener Musik ist er Produzent für zahlreiche andere Künstler und Langzeit-Juror bei der britischen Ausgabe von "The Voice", während er sich mit einem KI-fokussierten Unternehmen namens FYI anderweitig verdingt. Dem US-Magazin Fortune hat der 50-jährige geschildert, wie die Gen Z mit dem Spagat aus Arbeit und restlichem Leben umgehen sollte.

"Work-Life-Balance bedeutet, dass man für den Traum eines anderen Menschen arbeitet. Man hat nur einen Job, um den Traum eines anderen zu unterstützen und möchte sein Berufsleben und sein Privatleben in Einklang bringen", erklärt will.i.am.

"Wenn man versucht, etwas zu erschaffen, das es noch nicht gibt, geht es um die Balance zwischen Traum und Realität. Dann ist es keine Arbeit. Es ist ein Traum, den man zu verwirklichen versucht und dabei die aktuelle Realität ignoriert."

Vernetzung wichtiger als feste Arbeitszeiten

An die typische Arbeitseinteilung, bei der man seinen Dienst möglichst genau zwischen 9 Uhr morgens und 17 Uhr nachmittags verrichtet, fühlt sich der Musiker und Entrepreneur dementsprechend denkbar wenig gebunden.

"Ich schenke dieser Realität keine große Beachtung“, betont er Fortune gegenüber. "Ich versuche, eine bestimmte Sache hierher zu bringen und konzentriere mich darauf, wie ich Menschen, die an diesen Traum glauben, dazu bringen kann, mir bei der Verwirklichung zu helfen."

Für die Verwirklichung von etwas bisher nicht Existierendem müsse man "gewisse Opfer bringen", so will.i.am, der resümiert: "Aus dieser Perspektive ist Work-Life-Balance nichts für Architekten, die Visionen in die Realität umsetzen. Diese Worte passen nicht zum Mindset einer Person, die Dinge materialisiert."

  • Eine Meinung aus der Redaktion: Natürlich spricht will.i.am aus der privilegierten Position eines Multimillionärs, der sich seine Zeit seit langem bedarfsgerecht einteilen kann. Nichtsdestotrotz findet er Worte, die motivierend wirken können – wer sich schon eine Weile mit einem persönlichen Traum umgibt, sieht sich dadurch womöglich bestärkt darin, ihn im neuen Jahr endlich aufopferungsbereit zu verfolgen.

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