Topaktuelle Zahlen veröffentlicht
dena-Gebäudereport 2026 zeigt deutliche Verfehlung der Klimaziele

Die Deutsche Energie-Agentur hat ihren neuen Gebäudereport vorgelegt. Die Daten aus 2026 zeigen: Der Gebäudesektor bleibt weit hinter den CO₂-Zielen zurück. Zwar gibt es Fortschritte bei Wärmepumpen und Speichern, doch die Sanierungsrate ist zu niedrig, die Neubautätigkeit schwächelt – und bürokratische Hürden bremsen die Energiewende im Gebäudebereich.

Mit dem frisch veröffentlichten dena-Gebäudereport 2026 liefert die Deutsche Energie-Agentur aktuelle Zahlen zur energetischen Lage des Gebäudebestands. Die Bilanz fällt deutlich aus: Die CO₂-Ziele sind erneut außer Reichweite. Der Report zeigt zentrale Engpässe – und wo dringend nachgesteuert werden muss.

Warum verfehlt der Gebäudesektor die Klimaziele?

Die Klimaziele im Gebäudebereich gelten als besonders ambitioniert. Laut dena müsste der CO₂-Ausstoß bis 2030 auf 65 Millionen Tonnen sinken. Der aktuelle Stand offenbart jedoch erhebliche Defizite – sowohl strukturell als auch technologisch. Der Report macht folgende kritische Punkte deutlich:

Kernaussagen des dena-Gebäudereports 2026:

  • Klimaziel klar verfehlt: CO₂-Ausstoß im Gebäudesektor liegt weiterhin deutlich über Zielwert

  • Bauüberhang leicht reduziert: 738.000 genehmigte, aber nicht fertiggestellte Wohnungen in 2024

  • Sanierungspotenzial bleibt ungenutzt: 163.872 geförderte Energieberatungen in 2024 zeigen hohe Nachfrage

  • Wärmepumpe im Bestand wächst langsam: Anteil in bestehenden Gebäuden bei 4,3 Prozent

  • Photovoltaik-Zubau verliert Tempo: 6,2 Gigawatt neu installierte Leistung bis September 2025

  • Solarstromspeicher boomen: installierte Kapazität stieg auf 15,6 Gigawatt

  • Förderlandschaft zu komplex: Investitionsbereitschaft scheitert oft an Bürokratie

Diese Fakten belegen: Die Gebäudewende kommt – aber zu langsam.

Erneuerbare Technik im Aufwind, aber nicht genug

Besonders positiv bewertet die dena die Entwicklung im Bereich Wärmepumpen: Während diese im Neubau bereits Standard sind, steigt auch ihre Verbreitung im Bestand kontinuierlich. Seit 2019 hat sich ihr Anteil nahezu verdoppelt. Dennoch reicht das Wachstum im Altbestand nicht aus, um flächendeckende Wirkung zu erzielen.

Ähnlich zweigeteilt zeigt sich der PV-Markt: Der Zubau von Dach-Photovoltaik ist rückläufig, obwohl das Niveau mit 6,2 Gigawatt weiterhin hoch ist. Dagegen erlebt der Markt für Solarstromspeicher einen regelrechten Boom: Bis September 2025 stieg die installierte Speicherleistung auf rund 15,6 Gigawatt – ein neuer Höchstwert.

Wirtschaftspotenzial der Gebäudewende bleibt unausgeschöpft

Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, betont: "Die Gebäudewende bietet die Chance, Klimaschutz mit Wirtschaftswachstum zu verbinden." Doch um diese Chance zu nutzen, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen:

  • Marktbasierte Fördermodelle statt Förderdschungel

  • Stabilität für Unternehmen und Investoren

  • Vereinfachte Genehmigungsverfahren und Bürokratieabbau

Die Bauwirtschaft, das Handwerk und die Gebäudetechnologiebranche könnten laut dena in wirtschaftlich schwachen Zeiten zum Konjunkturmotor werden – sofern politische Blockaden beseitigt werden. Gerade in einer Phase, in der die deutsche Industrieproduktion auf den tiefsten Stand seit 2020 gefallen ist, kommt dem Gebäudesektor besondere Bedeutung zu.

Ob der Gebäudesektor seine Rolle als Schlüssel zur Klimaneutralität tatsächlich einlösen kann, hängt nun davon ab, wie schnell Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vom Reden ins Handeln kommen.

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