Strafzölle vorerst gestoppt
Trump verkündet in Davos möglichen NATO-Deal mit Europa

| Redaktion 
| 22.01.2026

US-Präsident Donald Trump sorgt beim Weltwirtschaftsforum in Davos für eine geopolitische Überraschung: Er verzichtet auf angekündigte Strafzölle gegen Europa und stellt zugleich ein strategisches Rahmenabkommen mit der NATO vor. Ziel ist eine neue Sicherheitsordnung in der Arktis – mit direktem Einfluss auf Grönland. Besonders für Deutschland ist das Einlenken ein wirtschaftlich bedeutsames Signal.

Lange hatte Trump mit Strafzöllen gegen europäische Staaten gedroht, sollte es keine Einigung über Grönland geben. Nun folgte die diplomatische Kehrtwende: In Davos kündigte der US-Präsident ein historisches NATO-Abkommen mit Europa an – und zog im selben Atemzug die Zolldrohung zurück. Der Deal betrifft nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern markiert eine geopolitische Neuaufstellung der USA im hohen Norden.

Ein geopolitischer Deal mit wirtschaftlicher Dimension

In einer Mitteilung auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, er habe sich mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte auf einen Rahmen für ein zukünftiges Abkommen über Grönland und die Arktis verständigt. Als unmittelbare Folge werde er auf die ursprünglich ab 1. Februar geplanten Strafzölle gegenüber acht europäischen Ländern verzichten – darunter auch Deutschland, das besonders von den Maßnahmen betroffen gewesen wäre.

Die nun angekündigte Rahmenvereinbarung zielt auf eine Neufassung des Verteidigungsabkommens von 1951 zwischen den USA und Dänemark ab. Dieses regelt bislang die Stationierung amerikanischer Truppen auf Grönland. Künftig soll Washington auch Mitspracherecht bei Investitionen auf der Insel erhalten – insbesondere in Hinblick auf Rohstoffabbau, Infrastrukturprojekte und strategische Beteiligungen.

Was steckt hinter dem Grönland-Abkommen?

Wie die Tagesschau berichtet, sieht das informelle NATO-Rahmenwerk vor, dass die USA ihren Einfluss in der Arktis deutlich ausbauen – mit Zustimmung der europäischen Bündnispartner. Neben einer neuen Überwachungsmission im hohen Norden war auch die mögliche Übernahme grönländischer Militärbasen durch die Vereinigten Staaten Gegenstand der Gespräche.

Trump sprach in Davos von einem "komplexen, aber sehr nützlichen" Abkommen, das "für die Ewigkeit" geschaffen sei. Für die Ausarbeitung sollen Vizepräsident J.D. Vance, Außenminister Marco Rubio und Sondergesandter Steve Witkoff verantwortlich sein. Ziel sei es, Russland und China dauerhaft aus der Region herauszuhalten – wirtschaftlich wie militärisch.

NATO-Generalsekretär Rutte bestätigte die Aussagen Trumps inhaltlich. "Die Gespräche waren produktiv, das Ziel ist klar: Sicherheit und Stabilität in der Arktis", so Rutte gegenüber der ARD. Die Souveränitätsfrage Grönlands sei in den Gesprächen nicht thematisiert worden. Vielmehr gehe es darum, gemeinsam mit Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island die Interessen der Arktis-Alliierten zu schützen.

Europa atmet wirtschaftlich auf

In Brüssel und Berlin wurde die Ankündigung mit Erleichterung aufgenommen. Deutschlands Außenminister zeigte sich erfreut, dass "eine Eskalation des transatlantischen Handelskonflikts abgewendet wurde". Auch die schwedische Außenministerin lobte die "gemeinsame europäische Haltung gegenüber den Zolldrohungen", die nun Wirkung gezeigt habe.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Entscheidung ist erheblich: Trump hatte mit einem Zollsatz von zunächst zehn, später 25 Prozent auf europäische Importe gedroht, sollte Grönland nicht an die USA übergehen oder zumindest in ein bilaterales Kontrollsystem integriert werden. Besonders betroffen war dabei Deutschland, das im Zentrum der Maßnahme stand. Trumps ursprüngliche Zolldrohung gegen die Bundesrepublik hatte für breite Empörung in Politik und Wirtschaft gesorgt.

Wie stabil die erzielte Einigung ist, bleibt offen. Beobachter des Weltwirtschaftsforums sprechen von einem "diplomatischen Teilerfolg", betonen aber, dass der Deal bislang nicht verbindlich unterzeichnet wurde. Die Verhandlungen sollen fortgesetzt werden – unter Einbeziehung Dänemarks, Grönlands und der Vereinigten Staaten.

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