Denkende Robotaxis made in Germany
NVIDIA und Mercedes wollen ab 2027 KI-Robotaxis auf die Straße bringen

| Redaktion 
| 06.01.2026

Auf der CES 2026 hat NVIDIA eine neue Generation von KI-Technologie für autonomes Fahren vorgestellt. In seiner Keynote nannte CEO Jensen Huang Mercedes-Benz als Beispiel für Automobilhersteller, die mit reasoning-basierten KI-Modellen Robotaxis auf die Straße bringen könnten. Eine konkrete Partnerschaft wurde nicht verkündet, aber der Fingerzeig ist deutlich.

NVIDIA will mit einer neuen offenen KI-Plattform die Entwicklung denkender Robotaxis beschleunigen. Auf der Technikmesse CES 2026 präsentierte CEO Jensen Huang die Alpamayo-Modellfamilie für reasoning-basierte Fahrzeugintelligenz. Besonders bemerkenswert: Huang nannte Mercedes-Benz explizit als Beispiel für Hersteller, die diese Technologie in Zukunft einsetzen könnten.

Vom Datenverarbeiter zum denkenden Fahrzeug

Autonomes Fahren steht vor einer neuen Evolutionsstufe: Fahrzeuge sollen nicht mehr nur auf Daten reagieren, sondern komplexe Verkehrssituationen durchdenken können. Genau hier setzt die neue Alpamayo-KI-Familie von NVIDIA an. Im Zentrum steht das Modell "Alpamayo 1" mit einer Architektur aus zehn Milliarden Parametern, das mithilfe von Chain-of-Thought-Techniken die Entscheidungslogik offenlegt.

Statt starrer Reaktion bietet das Modell "Reasoning Traces" – also nachvollziehbare Entscheidungsketten, mit denen die Fahrzeuge ihr Verhalten erklären können. Das Ziel: höhere Sicherheit, Skalierbarkeit und Vertrauen in autonome Mobilität.

Ergänzt wird das Modell durch die Open-Source-Simulationsumgebung AlpaSim sowie ein umfassendes Set an offenen Fahrdaten ("Physical AI Datasets"), das mit mehr als 1.700 Stunden Aufnahmen weltweit eine der bislang realitätsnächsten Datengrundlagen für Training und Test von AVs darstellt.

Mercedes als Branchenbeispiel

In seiner CES-Keynote verwies Huang auf Mercedes-Benz als einen der traditionellen Hersteller, die mit NVIDIA-Technologie autonomes Fahren weiterdenken könnten. Dabei bezog er sich auf jüngste Entwicklungen des Herstellers, etwa die Demonstration eines autonomen Mercedes-CLA auf den Straßen von San Francisco.

Diese Fahrzeuge navigierten mit NVIDIA-Hardware sicher durch den urbanen Verkehr und mussten nur in Ausnahmefällen vom Sicherheitsfahrer übernommen werden. Laut Huang sei dies ein Beispiel dafür, wie reasoning-basierte Systeme in Serie gebracht werden könnten. Eine offizielle Partnerschaft mit Mercedes wurde nicht angekündigt, die Erwähnung unterstreicht jedoch die Relevanz der NVIDIA-Technologie für deutsche Premiumhersteller.

2027 als Zielmarke für Robotaxis

Die Technologieplattform von NVIDIA ist offen zugänglich: Alpamayo 1 ist auf Hugging Face verfügbar, AlpaSim auf GitHub. Entwickler weltweit können damit eigene KI-Systeme für autonomes Fahren trainieren, simulieren und testen. Ziel ist es, dass erste reasoning-basierte Robotaxis ab 2027 auf die Straße kommen können.

Auch wenn eine Serienintegration in Mercedes-Fahrzeuge bislang nicht offiziell bestätigt wurde, zeigen die Hinweise, wohin die Reise geht. NVIDIA positioniert sich als Katalysator für eine neue Klasse autonomer Fahrzeuge, die nicht nur fahrerlos, sondern auch "denkfähig" agieren. Der Wandel vom reagierenden zum erklärenden Fahrzeug ist damit eingeläutet.

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