Stellenabbau und Restrukturierung
RTL: Mittwoch ist Schicksalstag für 600 Mitarbeiter

| Redaktion 
| 06.01.2026

Angesichts einbrechender Werbeumsätze im linearen Fernsehen und eines rapiden Wachstums des eigenen Streaming-Angebots hat RTL Deutschland bereits im Dezember eine Restrukturierung samt umfassendem Personalabbau angekündigt. Am Mittwoch wird das dazugehörige Programm vorgestellt, das für rund 600 Mitarbeiter das Ende ihrer aktiven Zeit bei der Senderfamilie einläutet.

Für viele Unternehmen in Deutschland startet das neue Arbeitsjahr am Mittwoch – auch Leadersnet kehrt an diesem Tag vollwertig aus den Weihnachtsferien zurück, Newsletter inklusive.

Das trifft auf RTL Deutschland ebenfalls zu. Wir erinnern uns: Im Dezember berichteten wir von einer massiven Kündigungswelle beim Privatsender, die vor allem auf den schwächelnden Werbemarkt und die zunehmende Bedeutung von Streamingdiensten zurückzuführen sei.

Erste Meldungen stellten seinerzeit in Aussicht, dass bis zu 1000 Stellen bei RTL, Vox und n-tv gestrichen werden könnten. Letztendlich scheinen "nur" etwa 600 Jobs konkret vom "umfassenden Umbau der Organisation" betroffen zu sein, wie CEO Stephan Schmitter den Vorgang seinerzeit bezeichnete.

"Maßnahmen sind tiefgreifend, aber zwingend notwendig"

"Der Medienmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Um langfristig erfolgreich und wettbewerbsfähig zu bleiben, richten wir RTL Deutschland noch konsequenter auf das Streaming Geschäft aus“, erklärte Schmitter Anfang Dezember. "Mit dem dynamischen Wachstum von RTL+ und der geplanten Übernahme von Sky haben wir eine starke Basis für künftigen Erfolg."

Der Personalabbau erfolge, damit die dafür "erforderlichen Strukturen und Ressourcen" gegeben sind. "Diese Maßnahmen sind tiefgreifend, aber zwingend notwendig und werden die Position von RTL Deutschland angesichts der strukturellen und konjunkturellen Herausforderungen nachhaltig stärken", führte Schmitter in seinem ursprünglichen Statement aus.

Im linearen Fernsehen seien die Werbeumsätze seit 2019 um mehr als ein Fünftel gesunken, während die zahlenden Abonnenten des hauseigenen Streaming-Dienstes RTL+ im selben Zeitraum von 0,8 auf über 6,6 Millionen angewachsen sind.

Shift 2026: RTL stellt Restrukturierungsprogramm vor

Unter dem Namen "Shift 2026" möchte RTL am Mittwoch ein Restrukturierungsprogramm vorstellen, das Klarheit über die Zukunft verschafft. DWDL hat auf Nachfrage erfahren, dass die unternehmensinterne Kommunikation dezentral in den jeweiligen Abteilungen erfolgt, wobei Infos zur grundsätzlichen Organisation vormittags im Fokus stehen sollen.

Darüber hinaus wird das bange Warten über die Weihnachtstage für hunderte Mitarbeiter mit einer unerfreulichen E-Mail enden: Dem Branchendienst zufolge werden die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter auf diesem Wege eingeladen, um ihre weiteren Optionen auszuloten. Diese Gespräche sollen gleich am Mittwoch sowie am Donnerstag über die Bühne gebracht werden.

Bereits in der Ankündigung der Maßnahmen hieß es, dass RTL Deutschland diese "so sozialverträglich wie möglich im Rahmen eines speziellen Abfindungsprogramms und mit Altersteilzeitregelungen" umsetzen möchte.

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