Versicherung zahlt nicht immer
Feuerwerk in der Silvesternacht: Was bei Schäden am Auto zu beachten ist

Die Silvesternacht ist für viele ein Grund zum Feiern – für Autobesitzer kann sie jedoch teuer enden. Jedes Jahr verursachen Böller und Raketen schwere Schäden an geparkten Fahrzeugen. Was Autofahrer beachten sollten, welche Versicherung wann zahlt und wie sich Risiken vermeiden lassen.

Wenn das neue Jahr mit einem lauten Knall beginnt, endet für viele Autobesitzer die Nacht mit einem Schock. Lackverätzungen, eingedrückte Karosserien oder zerstörte Scheiben gehören mittlerweile zur traurigen Silvester-Tradition. Laut Verti Versicherung AG entstehen in der Neujahrsnacht deutlich mehr Kfz-Schäden als an jedem anderen Tag des Jahres. Die gute Nachricht: Viele Schäden sind versicherbar – vorausgesetzt, die richtigen Vorkehrungen wurden getroffen.

Was Teilkasko und Vollkasko leisten – und was nicht

Für Schäden durch Feuerwerkskörper greift die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht in der Regel nicht. Sie zahlt nur, wenn ein Täter ermittelt werden kann – ein seltenes Szenario in der anonymen Dynamik der Silvesternacht. Daher ist eine Kaskoversicherung entscheidend.

Die Teilkasko übernimmt Schäden durch Brand, Explosion und Glasbruch – also klassische Silvesterfolgen wie zerstörte Scheiben oder verkohlte Gummidichtungen. Die Vollkasko geht einen Schritt weiter und deckt auch Vandalismus, etwa wenn ein Böller absichtlich auf oder in ein Fahrzeug gelegt wurde.

Diese Unterschiede sind entscheidend:

  • Teilkasko: Feuerbedingte Schäden, explodierende Böller, zersprungene Scheiben

  • Vollkasko: Zusätzlich bei mutwilliger Zerstörung (Vandalismus)

  • Keine Rückstufung bei Teilkasko, aber mögliche Beitragssteigerung bei Vollkasko-Schäden

Besonders bei Elektroautos wird empfohlen, auf die Absicherung von Batterieschäden zu achten. Brände im Zusammenhang mit Lithium-Ionen-Zellen sind schwer zu löschen und extrem kostspielig – nicht alle Policen beinhalten diesen Schutz.

Wie sich Schäden in der Silvesternacht vermeiden lassen

Die beste Versicherung ist Vorsorge. Auch wenn sich nicht jeder Zwischenfall vermeiden lässt, können einfache Maßnahmen helfen, das Risiko deutlich zu reduzieren. Dazu gehört vor allem, das Fahrzeug nicht an zentralen Feierplätzen oder dicht besiedelten Straßen abzustellen. Wer eine Garage oder ein Parkhaus nutzt, schützt sein Auto am effektivsten.

So beugen Autofahrer typischen Böllerschäden vor:

  1. In geschlossenen Räumen parken: Garage oder Tiefgarage bieten den besten Schutz

  2. Ruhige Seitenstraßen bevorzugen: Abseits der Party-Hotspots ist die Gefahr geringer

  3. Schwer entflammbare Abdeckplane nutzen: Besonders bei Cabrios empfehlenswert

  4. Auto am Neujahrsmorgen kontrollieren: Frühzeitiges Entdecken verhindert Folgeschäden

  5. Schäden sofort dokumentieren: Fotos machen und Polizei informieren steigert die Regulierungschancen

Viele Fahrzeuge werden auch durch sogenannte "Spaßaktionen“ beschädigt – etwa Böller im Auspuff oder auf dem Dach. Solche Vorfälle gelten als Vandalismus, der nur durch die Vollkasko abgesichert ist.

Was rund um den Versicherungswechsel wichtig ist

Weil viele Versicherungsverträge zum 1. Januar wechseln, ist bei Silvesterschäden entscheidend, wann der Vertrag beginnt. Laut Verti gilt: Maßgeblich ist, welcher Versicherer zum Schadenszeitpunkt aktiv war. Da die meisten Feuerwerks-Schäden kurz nach Mitternacht auftreten, ist in der Regel bereits der neue Versicherer zuständig – sofern der Vertrag korrekt aktiviert wurde. Wer sich nicht sicher ist, sollte dies vor dem Jahreswechsel prüfen.

Regionalklassen: Versicherung wird 2026 für viele teurer

Neben dem konkreten Schadenrisiko durch Feuerwerk müssen sich Autofahrer auch auf steigende Versicherungskosten einstellen. Ab 2026 werden die Beiträge in zahlreichen Städten spürbar erhöht – Grund sind neue Regionalklassen, die jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) angepasst werden.

Besonders betroffen sind Großstädte wie Berlin, Offenbach, Kassel oder Hamburg, in denen überdurchschnittlich viele Schadensfälle registriert wurden. Für viele Fahrzeughalter bedeutet das: Ein Feuerwerks-Schaden zum Jahreswechsel kann nicht nur einmalige Reparaturkosten verursachen, sondern sich zusätzlich auf die künftige Beitragshöhe auswirken – insbesondere bei einem Versicherungswechsel oder einer Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse.

Wer ohnehin mit einem Anbieterwechsel zum Jahreswechsel plant, sollte diesen Aspekt unbedingt berücksichtigen und nicht nur auf den günstigsten Tarif, sondern auch auf Leistungsumfang und Regionaleinstufung achten.

Ein bewusster Jahreswechsel spart viel Ärger

Silvester sollte ein Anlass zur Freude sein – nicht zum Ärgernis. Dennoch häufen sich die Böllerschäden, und die Kosten gehen schnell in die Tausende. Besonders ärgerlich: Viele Schäden bleiben ohne Versicherungsschutz oder lassen sich nur schwer regulieren, weil Beweise fehlen. Wer vorbereitet ist, spart sich unnötige Konflikte mit Versicherern – und startet beruhigter ins neue Jahr. Ein sicherer Parkplatz, ein kurzer Blick in die Versicherungspolice und etwas Wachsamkeit am Morgen danach machen oft den Unterschied.

Kfz-Versicherung an Silvester: Das sollten Sie wissen

  • Teilkasko zahlt bei Brand, Explosion, Glasbruch

  • Vollkasko deckt zusätzlich Vandalismus ab

  • Haftpflicht reicht nicht aus

  • E-Autos: Batterieschäden nicht immer inkludiert

  • Neujahr ab 0 Uhr: neuer Versicherer zuständig

  • Dokumentation & Anzeige wichtig für Regulierung

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Kfz-Versicherung an Silvester: Das sollten Sie wissen

  • Teilkasko zahlt bei Brand, Explosion, Glasbruch

  • Vollkasko deckt zusätzlich Vandalismus ab

  • Haftpflicht reicht nicht aus

  • E-Autos: Batterieschäden nicht immer inkludiert

  • Neujahr ab 0 Uhr: neuer Versicherer zuständig

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