Brandanschlag in Berlin
Bis zu einer Million: Belohnung nur noch wenige Tage

| Redaktion 
| 18.02.2026

Nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin im frühen Januar werden Ergebnisse von den zuständigen Ermittlern erwartet. Für Hinweise zum Brandanschlag auf ein Starkstromkabel hat das BKA eine Belohnung von bis zu einer Million Euro ausgesetzt – allerdings nur noch für wenige Tage. Trotz eines Bekennerschreibens aus dem linksextremistischen Spektrum gibt es bislang keine Festnahmen.

Es war ein bitterer Jahresbeginn für viele Berliner: Am Samstag, 03. Januar haben Unbekannte durch einen Brandanschlag auf ein Starkstromkabel in Steglitz für einen mehrtägigen Blackout in mehreren Berliner Bezirken gesorgt. Betroffen waren etwa 45.000 Privathaushalte und 2200 Gewerbekunden.

Nach der Wiederinstandsetzung steht die Tätersuche im Fokus der Bundesbehörden. Völlig im Dunkeln musste dabei von vornherein nicht gefischt werden: Die sogenannte Vulkangruppe, eine linksextremistische Vereinigung, hat das infrastrukturelle Attentat zeitnah für sich reklamiert.

Der Anschlag richtete sich gezielt gegen ein Gaskraftwerk (Lichterfelde) und die fossile Energieversorgung. Die Gruppe beschreibt eine Gier nach Energie als Ursache für die Ausbeutung der Erde und interpretiert Strom- und Energieinfrastruktur als Herrschaftsinstrument, das soziale Ungleichheit, Kriege um Ressourcen und Klimazerstörung aufrechterhält.

Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt

Ungeachtet der präsentierten Rechtfertigung ist die Tat der Vulkangruppe ausgesprochen strafrechtlich relevant – unter anderem wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.

Deshalb führt der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt und hat das Bundeskriminalamt (BKA) mit der "Wahrnehmung der polizeilichen Aufgaben auf dem Gebiet der Strafverfolgung beauftragt".

Bisher keine Verhaftungen

Diese wiederum haben bisher nicht zu einer Verhaftung geführt; mit der Öffentlichkeit wurden seit dem Anschlag keine ermittlungstechnischen Durchbrüche geteilt. Wie stark die Verantwortlichen deshalb auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung setzt, unterstreicht die ausgesetzte Belohnung: Das BKA bietet dafür eine Belohnung von bis zu einer Million Euro.

Neben Hinweisen zur Tat oder den Tätern interessiert sich die Polizei insbesondere für verdächtig wirkende Beobachtungen, die im Bereich der Bremer Straße bemerkt worden sind. Das weit überdurchschnittlich großzügige Angebot des BKA ist jedoch zeitlich begrenzt und gilt nur noch bis Dienstag, 24. Februar.

Ausgezahlt wird die Belohnung ausschließlich für externe Denkanstöße, die tatsächlich zur Ermittlung des oder der Täter führen.

Was könnte Mitwisser motivieren, sich zu melden?

Im ersten Moment mag es paradox wirken, durch das Ausloben einer hohen Belohnung auf aussagewillige Mittäter einer betont antikapitalistisch eingestellten Gruppierung zu hoffen.

Allerdings ist eine Million Euro für die meisten Menschen lebensverändernd – Schulden tilgen, Haus kaufen, Familie absichern, Ausstieg aus schwierigen Verhältnissen: Ein vergleichsweise bequemes Leben scheint mit so einem Polster möglich.

In der linken Szene leben viele bewusst asketisch oder prekär. Die Summe könnte als "Exit-Ticket" wirken – besonders, wenn jemand ohnehin frustriert oder ausgelaugt ist.

Immerhin agiert die sogenannte Vulkangruppe seit rund 15 Jahren letztlich ohne nennenswerte Erfolge: Während sich am kritisierten System nichts ändert, steigen Repressionen durch Überwachung oder Razzien.

Auf diesen Wegen können Hinweise an das BKA übermittelt werden:

  • Unter der Telefonnummer 0800 - 01 30 110
  • Online im BKA-Hinweisportal
  • Bei jeder Polizeidienststelle

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV