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Cotti Coffee greift an: Chinas Kaffeegigant startet Preis-Offensive in Deutschland

| Redaktion 
| 10.02.2026

Ein Espresso für 99 Cent, Bestellung per App und radikale Effizienz: Seit Anfang 2026 rollt Cotti Coffee den deutschen Kaffeemarkt von unten auf. Mit Filialen in Berlin, Hamburg und Köln setzt der chinesische Herausforderer etablierte Ketten wie Starbucks unter massiven Druck. Ist das Billig-Modell die Zukunft der urbanen Kaffeekultur oder eine kurzfristige Preisschlacht?

Cotti Coffee in Deutschland: Standorte und Strategie

Der Markteintritt erfolgt nach einem klaren Muster. Seit Januar 2026 besetzt Cotti Coffee hochfrequentierte Lagen in Berlin, Hamburg, Köln und Düsseldorf. Dabei bricht das Unternehmen mit der klassischen "Coffee-House-Gemütlichkeit".

    • Minimalismus: Kleine Ladenflächen ohne klassische Sitzlandschaften.
    • Digital First: Die Bestellung erfolgt fast ausschließlich über die Cotti-App.
    • Efficiency: Fokus auf "Grab-and-Go" für die urbane Zielgruppe.
 
 
 
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Preis-Schock: Espresso unter einem Euro

Das zentrale Verkaufsargument hebelt das gewohnte Preisgefüge in deutschen Innenstädten aus. Während der Durchschnittspreis für einen Cappuccino in Großstädten längst die 4-Euro-Marke überschritten hat, setzt Cotti Coffee auf aggressive Kampfpreise, wie die Bild Zeitung frohlockt:

  • Espresso: 0,99 € (bei App-Vorbestellung)
  • Cappuccino: ca. 2,80 €
  • Spezialgetränke: ab 4,00 €

Branchenexperten werten dies als gezielten Angriff auf die Marktanteile etablierter Player. Durch das enorme Volumen und internationale Skaleneffekte versucht Cotti, die Konkurrenz preislich auszubooten.

18.000 Filialen in vier Jahren: Das Phänomen aus China

Gegründet im Jahr 2022, hat Cotti Coffee in Rekordzeit ein globales Imperium von rund 18.000 Standorten in 28 Ländern aufgebaut. Zum Vergleich: Starbucks benötigte Jahrzehnte für seine Marktführerschaft. Das Geheimnis hinter dem rasanten Wachstum ist die radikale Standardisierung. Identische Modul-Bauweise und ein digitalisiertes Supply-Chain-Management senken die Betriebskosten auf ein Minimum.

Belastungsprobe für den deutschen Mittelstand

Für die heimische Gastronomie ist der Einzug des Billig-Konzepts eine ernsthafte Bedrohung. Steigende Mieten, hohe Energiekosten und der Mindestlohn machen es lokalen Cafés unmöglich, bei der 99-Cent-Strategie mitzuhalten.

"Die Skaleneffekte eines globalen Players wie Cotti Coffee lassen sich durch handwerkliche Cafés kaum kompensieren", so die einhellige Meinung der Branchenanalysten im Handelsblatt.

Es droht eine Konsolidierung des Marktes, bei der vor allem mittelgroße Ketten und Einzelbetreiber ohne klares Alleinstellungsmerkmal auf der Strecke bleiben könnten.

Nachhaltiges Modell oder Marketing-Gag?

Ob Cotti Coffee die Kampfpreise unter den europäischen Lohn- und Nebenkostenstrukturen langfristig halten kann, bleibt abzuwarten. Doch das Signal ist gesetzt: Der "Quick-Coffee"-Markt wird zum Commodity-Geschäft. Wer nicht über den Preis kommt, wird künftig eine außergewöhnliche Aufenthaltsqualität oder exklusive Röstungen bieten müssen, um zu überleben.

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