Kulturevent in Dresden
Der SemperOpernball 2026 will nicht nur gefallen

| Redaktion 
| 08.02.2026

Glanz, große Namen und ausverkaufte Ränge gehören beim SemperOpernball zur Erwartungshaltung. 2026 jedoch ging es um mehr als um eine perfekte Ballnacht. Unter dem Motto "Film ab!" nutzte das Dresdner Kulturereignis seine enorme öffentliche Reichweite, um Haltung zu zeigen – gesellschaftlich, kulturell und sozial. Damit positionierte sich der SemperOpernball bewusst jenseits reiner Repräsentation und stellte die Frage, welche Rolle große Kulturformate heute einnehmen wollen.

Abseits klassischer Society-Erzählungen präsentierte sich der SemperOpernball 2026 als Plattform mit Anspruch. Prominenz, Programm und Partnerschaften wurden nicht isoliert gezeigt, sondern in eine übergeordnete Dramaturgie eingebettet, die Wirkung entfalten sollte – im Opernhaus ebenso wie im öffentlichen Raum.

Prominenz als Teil der Inszenierung

Der rote Teppich vor der Semperoper wurde auch 2026 zur Bühne für bekannte Gesichter aus Kultur, Medien und öffentlichem Leben. Unter den Gästen befanden sich unter anderem Günther Jauch, Iris Berben, Simone Thomalla, Christian Friedel, Malick Bauer sowie Stefanie Hertel.

Die Prominenz prägte die Bildsprache des Abends, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Vielmehr fügte sie sich in das Gesamtkonzept eines Balls ein, der Begegnung und Öffentlichkeit suchte. Gespräche im Foyer, gemeinsame Auftritte auf dem roten Teppich und informelle Momente abseits der Bühne bestimmten viele der Motive der Nacht.

Künstlerische Leistung und klare Akzente

Musikalisch blieb der SemperOpernball seiner klassischen DNA treu. Die Sächsische Staatskapelle Dresden, der Sächsische Staatsopernchor sowie das Semperoper Ballett prägten den offiziellen Teil des Programms. Internationale Solist:innen ergänzten das musikalische Spektrum und unterstrichen den künstlerischen Anspruch des Abends.

Ein traditionsreicher Höhepunkt war der Eröffnungswalzer der Debütantinnen und Debütanten. Die jungen Tanzpaare setzten einen bewussten Kontrapunkt zur medialen Aufmerksamkeit rund um Prominenz und unterstrichen den langfristigen Charakter des Balls als generationsübergreifendes Format.

Auszeichnungen mit Haltung

Inhaltliches Zentrum des Abends war die Verleihung des CHOROS Awards. Die Auszeichnung für gesellschaftliches Engagement ging an Iris Berben, eine der profiliertesten Stimmen des deutschen Kulturlebens. Seit Jahrzehnten nutzt die Schauspielerin ihre öffentliche Präsenz nicht nur für ihre künstlerische Arbeit, sondern auch für klare gesellschaftliche Positionen – etwa in Fragen von Demokratie, Erinnerungskultur und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

 
 
 
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Dass Berben diese Ehrung im Rahmen des SemperOpernballs erhielt, verlieh dem Abend eine besondere inhaltliche Tiefe. Ihr Auftritt wirkte ruhig und konzentriert, frei von Pathos, und unterstrich genau jene Haltung, für die sie ausgezeichnet wurde. 

Neben Berben wurde Christian Friedel für sein kulturelles Wirken geehrt. Der Schauspieler und Musiker steht exemplarisch für eine Generation von Künstler:innen, die kulturelle Arbeit als gesellschaftlichen Beitrag verstehen. Der Nachwuchspreis ging an Valerie Eickhoff, die stellvertretend für eine neue Generation junger Stimmen ausgezeichnet wurde.

Die Wahl der Preisträger:innen machte deutlich, dass der SemperOpernball Auszeichnungen nicht als dekoratives Beiwerk versteht. Vielmehr standen Wirkung, Verantwortung und Zukunftsperspektive im Fokus. Die aus Meissener Porzellan gefertigten Trophäen verliehen diesen Ehrungen zusätzliche Symbolkraft und verbanden handwerkliche Tradition mit zeitgemäßer Haltung.

Öffnung in den Stadtraum

Ein prägendes Element des SemperOpernballs 2026 war erneut die Verbindung von Opernhaus und Theaterplatz. Der SemperOpenairball machte das Geschehen auch außerhalb der Semperoper erlebbar und band ein breites Publikum ein. Lichtregie, Livebilder und Moderation schufen eine visuelle Klammer zwischen Innen- und Außenraum.

Durch den Abend in der Semperoper führten erstmals Annika Lau und Joachim Llambi. Die Moderation setzte auf Zurückhaltung und Struktur, ließ dem Programm Raum und verzichtete auf Selbstdarstellung.

Kontrast als dramaturgisches Mittel

Nach dem klassischen Teil des Abends folgte ein bewusster Stilwechsel. Dick Brave brachte Rock’n’Roll-Elemente in den Ballsaal und löste die formale Strenge zugunsten einer offeneren, gelösteren Atmosphäre. Der Kontrast zwischen Hochkultur und Popmusik wirkte nicht zufällig, sondern als kalkulierter Übergang in die Ballnacht.

 
 
 
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Auch auf dem Theaterplatz setzte sich diese Öffnung fort. Dort wurde der SemperOpernball als öffentliches Ereignis erlebbar – niedrigschwellig, sichtbar und bewusst anschlussfähig.

Partner und gesellschaftliche Verantwortung

Ein Event dieser Größenordnung ist ohne verlässliche Partner nicht realisierbar. Im sozialen Bereich engagierten sich auch 2026 die Ostsächsische Sparkasse, die Sparkassen Versicherung Sachsen sowie der Ostdeutsche Sparkassenverband. Gemeinsam unterstützten sie die Charity-Aktion "Rot tragen – Gutes tun", die eine Spendensumme von 10.000 Euro erzielte.

Darüber hinaus rückte der SemperOpernball erneut das Sächsische Kinderpalliativzentrum in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Spendenaktionen und begleitende Programmpunkte machten deutlich, dass gesellschaftliches Engagement integraler Bestandteil des Balls ist.

Ein Ball mit Wirkung

Der SemperOpernball 2026 zeigte, wie sich ein traditionsreiches Kulturformat zeitgemäß positionieren kann. Prominenz wurde nicht zum Selbstzweck, sondern als Verstärker von Inhalten eingesetzt. 

Der Anspruch, nicht nur zu gefallen, sondern Wirkung zu entfalten, prägte diesen Abend – sichtbar, bewusst und nachhaltig.

Weitere Impressionen des Abends finden Sie im Laufe des Tages in unserer Foto-Galerie.

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