Paul McCartneys Bassbauer pleite
Gitarrenhersteller Höfner meldet nach 138 Jahren Insolvenz an

| Redaktion 
| 21.12.2025

Der legendäre Beatles-Bass von Paul McCartney machte Höfner weltberühmt – jetzt steht das Traditionsunternehmen vor dem Aus. Nach über 138 Jahren Firmengeschichte musste der Gitarrenhersteller Insolvenz anmelden. Die Auftragslage ist kritisch, die Marke sucht Investoren. Die Branche blickt gespannt auf die Zukunft einer Ikone der Musikinstrumentenwelt.

Die Nachricht vom Insolvenzantrag der Karl Höfner GmbH schlägt hohe Wellen – nicht nur in Musiker- und Branchenkreisen, sondern auch bei Musikliebhaber:innen weltweit. Das 1887 gegründete Familienunternehmen aus Baiersdorf ist untrennbar mit der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts verbunden. Mit dem ikonischen Beatles-Bass, gespielt von Paul McCartney, prägte Höfner den Klang einer Generation. Doch nun steht das Traditionsunternehmen vor einer ungewissen Zukunft.

Paul McCartney machte Höfner unsterblich

Der sogenannte Violinbass 500/1, bekannt als "Beatles-Bass", wurde Anfang der 1960er-Jahre durch Paul McCartney weltberühmt. Die geigenartige Form und der charakteristische Klang des Instruments machten es nicht nur zum visuellen Markenzeichen der Beatles, sondern auch zu einem Stück Popkultur.

Der Ex-Beatle nutzt das Instrument bis heute – auf Tour, im Studio, auf der Bühne. Es steht sinnbildlich für eine Zeit, in der Musik Grenzen sprengte und Stilgeschichte schrieb.

Traditionsmarke im Überlebenskampf

Doch der Glanz vergangener Jahrzehnte konnte den wirtschaftlichen Abstieg nicht verhindern. Laut eines Berichts der BILD wurde beim Amtsgericht Fürth die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.

Die Ursachen sind vielfältig: steigende Kosten, globale Unsicherheiten im Musikmarkt und eine Exportquote von 65 Prozent, die durch internationale Handelsbarrieren – insbesondere Zölle in den USA – zunehmend zur Belastung wurde.

Trotz eines Umsatzes von rund 6,5 Millionen Euro war keine stabile Zukunft mehr gesichert. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Hubert Ampferl eingesetzt. Dieser kündigte an, sämtliche Optionen zu prüfen und Gespräche mit potenziellen Investoren zu führen, um den Standort zu retten.

Das Netz reagiert – und McCartney auch

Die Nachricht über die Insolvenz der Karl Höfner GmbH rief nicht nur Branchenkenner, sondern auch Fans weltweit auf den Plan. In den sozialen Medien wurde der drohende Verlust der traditionsreichen Marke mit Bedauern kommentiert.

Auch Paul McCartney zeigte sich betroffen – und teilte auf Instagram einen persönlichen Beitrag zur Höfner-Bass-Gitarre, mit der er Musikgeschichte schrieb.

 
 
 
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Zwischen Mythos und Neuanfang

Höfner, dessen Ursprünge im böhmischen Schönbach liegen und das seit Jahrzehnten im fränkischen Baiersdorf produziert, steht wie kaum eine andere Marke für handgefertigte Musikinstrumente "Made in Germany".

Neben dem berühmten Bass fertigt das Unternehmen auch Geigen, Celli, Kontrabässe und klassische Gitarren – alles in Manufakturqualität. Ob und wie diese Produktion künftig weitergeführt werden kann, hängt nun maßgeblich von der Investorenlage ab.

Laut Medienberichten wird nach Wegen gesucht, um den Geschäftsbetrieb und die Marke langfristig zu erhalten.

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