KI wird aufmerksamer
ChatGPT bekommt ein Gedächtnis

| Redaktion 
| 15.02.2024

Kontroverser Fortschritt: Der Chatbot wird sich künftig persönliche Daten seiner Nutzer:innen merken. Das bringt mehr Userkomfort – wirft aber auch neue Fragen in Sachen Datenschutz auf.

OpenAI, das Unternehmen hinter dem Chatbot ChatGPT, hat angekündigt, eine Gedächtnisfunktion einzuführen. Diese Neuerung wird es der KI ermöglichen, sich an persönliche Details und Präferenzen ihrer Nutzer zu erinnern - eine Art digitales Gedächtnis, das das Potenzial hat, die Interaktionen deutlich zu individualisieren. Demnach könnte sich der Chatbot beispielsweise daran erinnern, dass die Tochter des Users Quallen liebt und zaubert auf Kommando eine Geburtstagskarte mit einer feiernden Qualle. Ein charmantes Feature, das jedoch auch Fragen hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre aufwirft.

OpenAI tritt dadurch in eine Testphase ein, die Bedenken hinsichtlich Überwachung und Diskriminierung auswirft. Um dem entgegenzuwirken, ermöglicht OpenAI den Nutzern, gezielt Informationen zu speichern oder zu löschen und sogar abzufragen, was die KI über sie gespeichert hat.

Feature ist deaktivierbar

Diese Funktion verspricht, ChatGPT für alltägliche Aufgaben nützlicher zu machen, heißt es von den Machern. Von der Personalisierung von Texten bis hin zur Anpassung an spezifische Formatwünsche bei der Zusammenfassung von Meetings - die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch OpenAI betont, dass die Speicherung sensibler Daten, wie Gesundheitsinformationen, nur auf expliziten Wunsch der Nutzer erfolgt.

Während einige die personalisierte Interaktion begrüßen dürften, bleibt die Frage, wie OpenAI das Gleichgewicht zwischen Nutzen und Datenschutz wahren wird. Temporäre Chats ohne Gedächtnisfunktion und die Option, das Feature komplett zu deaktivieren, sind Schritte, um den Nutzern Kontrolle über ihre Daten zu geben. Trotzdem ist die Gedächtnisfunktion als kontroverser Fortschritt zu werten.

leadersnet.TV